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Kaum Sieg-Chance für Ferrari

Foto: dpa

Bei den Roten rechnet beim GP Bahrain niemand mit einem Sieg. Das Debüt des F2005 bleibt ein Tanz auf der Rasierklinge. Die größten Unsicherheitsfaktoren sind Reifen und Getriebe.

02.04.2005

Der Trainingsschnellste Fernando Alonso streute Blumen: "Ferrari ist die Überraschung für mich." Allzu große Angst hat man im Renault-Lager allerdings nicht. Alonso war nicht nur in der ersten Qualifikation trotz Fahrfehler der schnellste Mann, besonders bei den Dauerläufen in den freien Trainings konnte dem Spanier niemand folgen.

Hartnäckigster Jäger des Malaysia-Siegers war Nick Heidfeld im Williams-BMW. Neben Renault und Williams konnten auch die McLaren bei den Longruns überzeugen. Michael Schumacher musste realisieren, dass dem neuen F2005 auf die Konkurrenz unter identischen Bedingungen eine halbe Sekunde pro Runde fehlt.

Michael Schumacher: "Lücke zu groß"

Die gute Nachricht: Nach 1,5 Sekunden Rückstand in Sepang ist das ein erheblicher Fortschritt. Die schlechte Nachricht: Für einen Sieg dürfte es auch in Bahrain kaum reichen. "Es läuft besser als gedacht. Aber die Lücke in Sepang war sicher zu groß, um sie in nur einem Rennen zu schließen", sagt Michael Schumacher.

Der Weltmeister wäre mit einem dritten Rang im Rennen bereits zufrieden, doch dieses Unterfangen ist alles andere als leicht zu erreichen. Ferrari pokert mit den Reifen. Während Michael Schumacher sonst nahezu immer aus Sicheheitsgründen für die stabilere, harte Mischung plädiert, wählte er dieses Mal die weichen Gummis.

So lässt sich im Abschlusstraining mit der drittbesten Startposition sicher eine gute Ausgangslage für das Rennen schaffen, ob die weichen Pneus aber in sengender Sonne eine volle Renndistanz aushalten, steht in den Sternen. Mit einer Lufttemperatur von 42 Grad und Asphaltwerten von 55 Grad war schon der Samstag in Bahrain so heiß wie das Wetter in Malaysia zwei Wochen zuvor. Am Sonntag (3.4.) sollen die Temperaturen sogar noch steigen.

Ross Brawn: "Müssen hoffen"

Erfahrungswerte bei diesen Konditionen fehlen Ferrari. In Sepang machten sogar die harten Reifen schlapp. "Man muss hoffen", sagt Technik-Chef Ross Brawn schulterzuckend. "Dies ist sicher mit neuem Auto und neuen Reifen kein normales Rennwochenende für uns", entschuldigt sich der Engländer im Voraus.

Die zweite Achillesverse am F2005 ist das Getriebe. Ein Lagerschaden in der Schaltbox legte Rubens Barrichello für nahezu das komplette Wochenende lahm. "Ich habe alle Abstimmungswerte von Michael übernommen. Was soll ich sonst machen?" fragte der Brasilianer. Barrichello fuhr sich mangels Übung prompt in der ersten Qualifikation einen Bremsplatten ein, mit dem er für den Rest des Wochenendes klar kommen muss.

Er erhält immerhin vor dem Abschlusstraining ein neues Getriebe, das eilig aus Italien eingeflogen wurde. Sollte Michael Schumacher im Abschlusstraining ein ähnlicher Defekt ereilen, müsste er im Ersatzauto starten, ein F2004M aus dem Vorjahr, denn ein zweites Ersatzgetriebe ist wegen Fertigungsengpässen nicht vorrätig.

Zum Schluss ein Hoffnungsschimmer: Wenn die Konkurrenz vor den Weltmeistern schon nicht zittert, dann vielleicht vor der Statistik: Seit 1999 hat noch jeder neue Ferrari sein Einstandsrennen gewonnen.

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