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Kehrt Renault Werks-Team zurück?

Renault checkt 4 Teams

Renault - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 19. Juni 2014 Foto: xpb 19 Bilder

Renault ist mit seiner Situation in der Formel 1 nicht glücklich. Partner Red Bull ist aus Sicht der Marketing-Experten zu dominant. Außerdem holt sich Red Bull auf der Motorseite Expertise von außen. Renault prüft deshalb, ob sich eine Rückkehr unter eigener Flagge lohnt. 4 Teams stehen in der engeren Wahl.

21.02.2015 Michael Schmidt

Renault hat seine Erfolge in der Formel 1 nie gut vermarktet. Als Red Bull 4 Mal hintereinander mit den französischen Motoren gewonnen hat, standen Red Bull und Sebastian Vettel im Mittelpunkt. Über Renault redete keiner. Als es 2014 nicht so lief wie erwartet, war Renault der Sündenbock. In der Konzernleitung fragt man sich, ob der dreistellige Millionenbetrag, den die Formel 1 jährlich verschlingt, einen entsprechenden Gegenwert findet.

Deshalb überlegt die sportliche Leitung, ob es nicht sinnvoller wäre, mit einem eigenen Team zurückzukehren. Renault war Ende 2009 als Werksteam ausgestiegen. Dazu geht die Sorge um, Red Bull könnte sich anders orientieren, wenn sich nicht bald Erfolg einstellt.

Renaults Premiumpartner hat bereits extern Expertise eingeholt. Bei Ilmor entsteht unter Mithilfe des österreichischen Prüfinstituts AVL ein komplett neuer Zylinderkopf für den Renault V6-Turbo. Da schaut man in Paris neidisch auf Konkurrent Mercedes, die ihren WM-Titel mit Pauken und Trompeten ausgeschlachtet haben.

Auf Renaults Kaufliste stehen Lotus, Force India, Sauber, Toro Rosso

Renault-Sportdirektor Cyril Abiteboul gab in einem Interview mit unseren Kollegen von Autosport zu, dass man gerade Möglichkeiten abklopft, um aus dem Marketing-Dilemma herauszukommen. Der Franzose wird mit dem Satz zitiert: "Im Augenblick sind wir voll von Red Bull abhängig. Ist diese Situation für uns auf lange Sicht tragbar? Wir können sie im Moment weder mit ja noch mit nein beantworten."

Tatsächlich schaut sich Renault bereits nach möglichen Landeplätzen für ein eigenes Team um. Einen neuen Rennstall aus dem Boden zu stampfen, kommt nicht in Frage. Das wäre zu teuer, und es würde zu lange dauern, bis sich Erfolg einstellt. Deshalb prüft Renault, ob man sich bei einem Team einkaufen könnte.

Der frühere Mercedes-Technikchef Bob Bell liefert Renault als Berater dabei die Daten. Auf der Liste der Teams, die Renault gerade abcheckt, stehen Lotus, Force India, Sauber und Toro Rosso.

Die größten Chancen werden Toro Rosso eingeräumt. Weil es das einzige Team ist, das keine Schulden hat. Weil man mit dem Rennstall aus Faenza bereits zusammenarbeitet. Weil im Sommer der zweite Teil der neuen Rennabteilung ans Netz geht. "Dann hat Toro Rosso eine hochmoderne Rennfabrik", schwärmt Red Bull-Berater Helmut Marko.

Es gibt aber auch Hindernisse. Renault will ein gelbes Auto. Und wahrscheinlich nicht unbedingt zwei Junior-Fahrer. Außerdem müsste der französische Autohersteller richtig Geld in die Hand nehmen. Das geht nur, wenn man Konzernchef Carlos Ghosn überzeugen kann, dass damit der Werbewert für Renault dementsprechend steigt.

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