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Kein KERS bei Force India

Ohne Hybrid-Technik bis zum Saisonende?

Force India Foto: Force India 27 Bilder

Die Hybrid-Liga in der Formel 1 bleibt wohl auch weiterhin ein elitärer Zirkel. Nachdem Force India sein KERS-Debüt zuletzt immer weiter verschoben hat, deutet nun vieles darauf hin, dass der Rennstall in dieser Saison ganz auf die Zusatzpower verzichtet.

16.06.2009 Tobias Grüner

Bei Force India läuft es zurzeit nicht schlecht. Sowohl in Monaco als auch in der Türkei erreichte Adrian Sutil in der Qualifikation die Runde der letzten 15. In Istanbul kämpften die Piloten sogar Rad an Rad mit den Autos von McLaren-Mercedes. Dabei hätte der Rennstall von Milliardär Vijay Mallya theoretisch sogar noch einen Trumpf in der Hinterhand. Obwohl man ohne Weiteres auf das Hybrid-System von Mercedes zurückgreifen könnte, verzichtete das Team bisher auf den Energiespender.

Kein KERS-Debüt in den nächsten Rennen

"Wenn man die Leistungen der KERS-Teams analysiert, scheint es noch keinen großen Vorteil zu bringen", begründete Sutil den Verzicht bislang. Zunächst peilte man im Team noch offiziell den Deutschland GP am Nürburgring für das KERS-Debüt an. Doch dieser Termin kommt nun nicht mehr in Frage. "In den nächsten beiden Rennen werden wir sicher nicht mit Hybrid-Technik fahren", erklärte der Deutsche. "Das käme einfach noch zu früh."

Auch Force India-Manager Ian Philips sieht in der nächsten Zeit noch keine KERS-Power im VJM-02. "Wir haben jetzt erst einmal noch zwei große Aerodynamik-Updates. Die wollen wir isoliert betrachtet prüfen." Ähnlich wie zuletzt bei BMW-Sauber in Istanbul könnte KERS die Test-Ergebnisse verfälschen. Einen neuen Plan, wann und ob KERS noch zum Einsatz kommen könnte, gibt es nach Auskunft des Teams noch nicht.

KERS-Einsatz auch Kostenfrage

Bei Lieferant Mercedes gingen auch noch keine Bestellungen ein. "Ich weiß nicht, ob sie diese Saison überhaupt noch mit KERS fahren wollen", erklärte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Das sei alleine die Entscheidung von Force India. Während die Hybrid-Technik bei den Silberpfeilen seit Saisonbeginn an Bord ist und auch bei jedem Rennen im Einsatz war, scheint das indische Kundenteam nicht ganz von den Vorteilen überzeugt zu sein.

Dabei wurde der 2009er Bolide schon in der Entwicklung auf den KERS-Einsatz vorbereitet. Vom Gewicht des Autos her wäre es angeblich auch kein Problem: "Wir könnten es fahren, aber wir sind am Limit", erklärte Adrian Sutil zuletzt. Vielleicht ist es am Ende auch einfach nur eine Geldfrage. Jeder Einsatz kostet das Team zwischen 350.000 und 400.000 Euro. Mit jedem Rennen ohne KERS wird ein Einsatz noch in dieser Saison unwahrscheinlicher.

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