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Keine Finanz-Probleme

Force India dementiert Geldsorgen

Force India - 2014 Foto: xpb 37 Bilder

Force India lässt den ersten Test in Jerez aus. Das neue Auto ist noch nicht fertig. Selbst für den zweiten Winter-Test in Barcelona ist der Zeitplan auf der letzten Rille gestrickt. Daraus resultierten Gerüchte, wonach der Rennstall vor der Pleite stehe. Wir haben beim Team nachgefragt.

29.01.2015 Michael Schmidt

So schnell hat man Hiobsbotschaften an der Backe. Kaum sagt Force India die Testfahrten in Jerez ab, steht man schon im Verdacht, in Geldnöten zu sein. Sogar von einem Verkauf des Teams ist die Rede. Tatsächlich zählt Force India zu den Teams, die jeden Cent zwei Mal umdrehen müssen. Nicht umsonst hat sich der Rennstall von Vijay Mallya mit seinen Leidensgenossen Lotus und Sauber verbündet, um für eine gerechtere Geldverteilung und eine Reduzierung der Kosten zu kämpfen.

Es stimmt auch, dass der WM-Sechste des Vorjahres hinter dem Zeitplan herhinkt. Der neue VJM08 wird frühestens zum zweiten Testtermin fertig. Das ist die erste Barcelona-Woche vom 19. bis 22. Februar. Und auch das wird knapp. "Zu 90 Prozent werden wir zu dem Termin fertig", beruhigt Sportdirektor Otmar Szafnauer.

Um das sicherzustellen, wurde nun der Test in Jerez ganz gestrichen. Ursprünglich sollte dort ein Testfahrer mit dem alten Auto üben. Doch das hätte Kapazitäten gebunden und Geld gekostet. "Wir sparen 500.000 Pfund, wenn wir nicht gehen. Die Motor- und Getriebetests macht Mercedes für uns. Wir können da nicht viel lernen."

Windkanal-Umzug kostet Force India Zeit und Geld

Die Verzögerung bei Force India hat zwei Gründe. Angeblich hat das Team den Chassis-Hersteller gewechselt. Gerüchte sprechen davon, dass beim alten noch Rechnungen offenstanden. Und der neue bekam so spät den Auftrag, dass die Karbonröhre nicht zeitgerecht für den ersten Test geliefert werden konnte.

Der andere ist der Umzug in den Windkanal von Toyota. Force India nutzt die Anlage seit November mit einem 50-Prozent-Modell. Doch die ersten Testläufe gingen hauptsächlich für Kalibrierungsarbeiten drauf. Die Arbeit am neuen Auto war erst Anfang Januar möglich.

In der Woche, in der die Formel 1 in Jerez testet, wird Force India den Toyota-Kanal belegen. Für zwei Wochen am Stück. "Wir wollen, dass ein Teil der Ergebnisse noch in das Auto einfließt, das in Barcelona fahren soll", sagt Szafnauer.

Die Ingenieure drängen darauf, dass dieser Termin gehalten werden kann. Force India hat eine hydromechanische Aufhängung entwickelt, mit der sich Fahrer, Ingenieure und Mechaniker erst anfreunden müssen. Sie soll Setup-Arbeiten in fünf Minuten erlauben, für die man sonst 45 Minuten Zeit bräuchte.

Gehälter werden pünktlich bezahlt

Der Sprung auf das 60-Prozent-Modell ist erst im März möglich. Die Entwicklung des Skeletts mit allen Sensoren und Aktuatoren nimmt im besten Fall drei Monate in Anspruch. Und sie ist teuer. Der Aufbau kostet eine siebenstellige Summe. Den Plan, das Gerüst des Modells bei Caterham einzukaufen, hat Force India wieder fallengelassen. "Es hätte nicht unseren Ansprüchen genügt", verrät Technikchef Andy Green.

Von Geldschwierigkeiten will Szafnauer nichts wissen. "Bei uns arbeiten 380 Leute, und sie bekommen pünktlich ihre Gehälter. Auch das nächste. Wir haben gerade neue Sponsoren präsentiert. Wenn es uns schlecht ginge, wären wir bestimmt nicht nach Mexiko gefahren und hätten dort das Team vorgestellt. Ich kann nur sagen: Wir leben noch. Und alles läuft nach Plan." Das Budget bleibt gleich. Das sind rund 80 Millionen Pfund. Oder nach aktuellem Euro-Kurs knapp 110 Millionen Euro.

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