6 Ausgaben testen + attraktive Prämie sichern!

6 Ausgaben auto motor und sport mit 25% Preisvorteil zum Preis von nur 17,60 € (ggf. zzgl. 1 € Zuzahlung) testen.

Dazu eine unserer zahlreichen attraktiven Prämien sichern!

Weitere Infos und Bestellung HIER!

Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Monza widersteht der Rekordjagd

Alle Speed-Rekorde überleben

Lewis Hamilton - GP Italien 2017 Foto: Wilhelm 25 Bilder

Bis zum 12. Rennen des Jahres brach die neue Formel 1 mit den breiten Autos und breiten Reifen alle Rekorde. Ausgerechnet im Speed-Tempel von Monza endete die Rekordjagd. Wir erklären, woran das lag.

12.09.2017 Michael Schmidt 1 Kommentar

Rubens Barrichello bleibt der Speed-König der Formel 1. Dem Brasilianer gehört weiterhin mit einem Schnitt von 260,395 km/h die schnellste Pole-Position aller Zeiten und mit 257,321 km/h auch die schnellste Rennrunde der Formel-1-Geschichte. Beide Rekorde wurden in Monza aufgestellt, dem Speed-Tempel der Königsklasse.

In Monza fand auch das schnellste Rennen aller Zeiten statt. Und das kürzeste, das über die volle Distanz ging. Michael Schumachers Gesamtzeit beim GP Italien 2003 mit 1:14.19,838 Stunden entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 247,586 km/h. Lewis Hamilton fehlten beim 68. GP Italien 3,9 km/h in der Durchschnittsgeschwindigkeit oder 72,474 Sekunden auf Schumachers Gesamtzeit. Eine Menge Holz. Hamilton hatte keine Ausreden. Es gab kein Safety-Car, das seine Fahrt gebremst hätte. Er wechselte nur ein Mal die Reifen. Schumacher stand vor 14 Jahren zwei Mal an der Tankstelle.

Monza hat keine Konkurrenz mehr

Monza besteht in seiner aktuellen Form mit 5,793 Kilometern Streckenlänge schon seit 2000. Das Autodrom hat keine Konkurrenz mehr. Die Hochgeschwindigkeitsstrecken der Vergangenheit gibt es nicht mehr. Reims ist verschwunden, die alte Strecke von Spa einer kürzeren und langsameren Version gewichen, Silverstone wurde komplett verändert. Vom ursprünglichen Layout mit seinen fünf Kurven ist nichts mehr übrig geblieben.

Das ist der Grund dafür, dass bei den Top 10 der schnellsten Pole-Positions, Rennrunden und Grands Prix fast nur Monza auftaucht. In die zehn besten Trainingsrunden hat es immerhin zwei Mal Silverstone geschafft. Und zwar in den Varianten von 1985 und 1987, die der Urform noch sehr ähnlich waren. Einziger Unterschied: Die berüchtigte Woodcote-Kurve war ab 1975 durch eine Schikane entschärft worden.

Unter den schnellsten Rennen aller Zeiten hält sich weiter hartnäckig der GP Belgien von 1970, den Pedro Rodríguez auf der 14,1 Kilometer langen Version des Ardennenkurses gewann. Auf dieser Strecke würde heute vermutlich mit einem Schnitt von über 300 km/h gefahren werden.

Das Gleiche gilt für Monza ohne Schikanen. Peter Gethins Siegesfahrt von 1971, das letzte Rennen auf dem klassischen Monza-Kurs, rangiert deshalb immer noch auf Platz 6. Und Henri Pescarolos schnellste Rennrunde mit 247,017 km/h Schnitt auf dem von Frank Williams eingesetzten March 701 liegt weiterhin auf Rang 10 der ewigen Bestenliste.

Ricciardos schnellste Rennrunde auf Platz 6

Montoya Monza 2005 Foto: Wolfgang Wilhelm
Juan-Pablo Montoya hält den inoffiziellen Geschwindigkeitsrekord. Bei Testfahrten in Monza wurde das Vollgastier aus Kolumbien 2005 mit 372,6 km/h gemessen.

Eigentlich drohte auch den alten Rekorden von Monza dieses Jahr das Ende. Die breiten Autos mit den breiten Reifen des Jahrgangs 2017 haben bis jetzt noch jeden Rekord geknackt, die Vorjahreswerte sowieso. Doch in Monza haben alle Bestwerte überlebt. Die schnellste jemals gefahrene Trainingsrunde mit 1.20,089 Minuten hatte leichtes Spiel. Es regnete am Samstag in Strömen.

Aber auch auf trockener Fahrbahn hätte sich die 2017er Generation schwer getan. Lewis Hamiltons Freitagsbestzeit von 1.21,406 Minuten lag noch 1,3 Sekunden über Barrichellos 2004er Rekordrunde. Da die Strecken-Entwicklung in Monza schlechter ist als anderswo, hätte schon ein Wunder passieren müssen. Das Delta zwischen Q1 und Q3 liegt normalerweise nur bei 0,72 Sekunden.

Daniel Ricciardos schnellste Rennrunde von 1.23,361 Minuten mit einem Schnitt von 250,174 km/h schaffte es nur auf den 6. Platz der ewigen Bestenliste. Sie war 2,3 Sekunden langsamer als die Zeit, die es zu schlagen galt. Lewis Hamilton hätte die 53 Runden auch ohne Boxenstopp nicht schneller zurückgelegt als Schumacher im Jahr 2003. Der Reifenwechsel kostete ihn nur 24 Sekunden.

Immerhin war der GP Italien 2017 das fünftschnellste Rennen aller Zeiten. Und damit fast 2 Minuten schneller als im letzten Jahr. Doch warum hat sich gerade das Autodrom im königlichen Park von Monza der Bestzeitenjagd widersetzt? In Monza gelten eigene Gesetze. Bei 77 Prozent Volllast spielt der Top-Speed auf den Geraden eine entscheidende Rolle. Da steht im Vergleich zu 2003 höherer Motorleistung auch ein gestiegener Luftwiderstand gegenüber. Die 2003er Autos waren 20 Zentimeter schmaler und hatten auch schmalere Reifen.

Sieht man mal von vereinzelten Spitzenwerten mit DRS im Windschatten ab, lag der Top-Speed dieses Jahr durchschnittlich bei 340 bis 345 km/h. Da waren die Autos aus den frühen 2000er-Jahren um rund 10 km/h schneller. Und zwar immer. Außerdem waren sie unbetankt um 123 Kilogramm leichter, was einen riesigen Vorteil beim Bremsen und Beschleunigen ergibt. Zwei Eigenschaften, auf die es in Monza ankommt.

Nur in Lesmo, Ascari und Parabolica schneller

Ein Geschwindigkeitsvergleich zwischen 2016 und diesem Jahr zeigt deutlich, dass die neue Formel 1 in Monza nicht viele Gelegenheiten hatte, ihren Speed-Vorteil umzusetzen. Das gilt dann auch für den Vergleich mit 2003. Auf den vier langen Geraden ging nichts. Das gleiche trifft auf die Curva Grande zu. Die ging damals wie heute mit Vollgas.

In den engen Schikanen Goodyear und Roggia stagnierten die Werte ebenfalls. Bei Geschwindigkeiten von 70 und 90 km/h ist mechanischer Grip gefragt. Weil Pirelli die gleichen Mischungen mit nach Monza brachte wie im Vorjahr, diese aber eine Stufe härter geworden sind, hob sich der Vorteil der größeren Auflagefläche gleich wieder auf. Und gegenüber 2003 brachte das hohe Gewicht von 728 Kilogramm einen gravierenden Nachteil in den Stop-and-Go-Passagen.

Die 2017er Autos konnten ihre Vorteile also nur an vier Stellen der ältesten Formel 1-Strecke ausspielen: Lesmo 1, Lesmo 2, Ascari und Parabolica. Tatsächlich stiegen die Geschwindigkeiten im Vergleich zu der Vorsaison in den vier schnellen Kurven signifikant an. In der ersten Lesmokurve um 5 km/h, in der zweiten um 13 km/h, in der Ascari-Schikane um 8 km/h und in der Parabolica um 14 km/h. Das reichte aber nicht, um die Speed-Rekorde aus den Angeln zu heben. Dafür kann sich die Formel 1-Gemeinde am kommenden Wochenende in Singapur auf die Fortsetzung der Rekordjagd einstellen.

Statistik: Die schnellsten Pole-Position-Runden

GeschwindigkeitFahrerStrecke
1. 260.395 km/hBarrichelloMonza, 2004
2. 259,828 km/hMontoyaMonza, 2002
3. 259,205 km/hK. RosbergSilverstone, 1985
4. 257,584 km/hM. SchumacherMonza, 2003
5. 257,415 km/hSennaMonza, 1991
6. 257,295 km/hMontoyaMonza, 2005
7. 257,209 km/hProstMonza, 1993
8. 257,038 km/hHamiltonMonza, 2016
9. 256,622 km/hPiquetMonza, 1987
10. 256,308 km/hPiquetSilverstone, 1987
Neuester Kommentar

"Eigentlich drohte auch den alten Rekorden von MonzaFerrari CTC4 Lusso im Video dieses Jahr das Ende. Die breiten Autos mit den breiten Reifen des Jahrgangs 2017 haben bis jetzt noch jeden Rekord geknackt, die Vorjahreswerte sowieso."
Stimmt das wirklich? Stehen da nicht immer noch Rekorde die vor über 10 Jahren erzielt wurden (Australien, Ungarn.....)?

Mach5 12. September 2017, 11:32 Uhr
Neues Heft
Neues Heft auto motor und sport, 20/2017, Heftvorschau
Heft 20 / 2017 14. September 2017 162 Seiten Heftinhalt anzeigen Jetzt für 3,90 € kaufen Artikel einzeln kaufen
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden