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Keine Sieger-Taktik für Hamilton

Hamilton sucht Ausflüchte

Lewis Hamilton - GP Brasilien 2015 - Formel 1 Foto: xpb 37 Bilder

Lewis Hamilton zeigt Nerven. Der Weltmeister suchte für die zweite Niederlage in Folge gegen Nico Rosberg Ausflüchte. Er wünschte sich während des Rennens eine andere Strategie als Rosberg und beklagte das Überholproblem. Tatsächlich gab es für Hamilton keine Sieger-Taktik. Er war zu langsam.

15.11.2015 Michael Schmidt

Der GP Brasilien war eine Kopie des GP Mexiko. Spiel, Satz und Sieg für Nico Rosberg. Der WM-Zweite gewann souverän. Pole Position, guter Start, kontrolliertes Tempo. Lewis Hamilton blickte das ganze Rennen lang in das Heck des Mercedes mit der Startnummer 6. Nur während der Boxenstopps durfte der Engländer kurz die Führung übernehmen.

Hamilton wil Plan B

Noch während des Grand Prix bettelte Hamilton um einen Plan B. Er wünschte sich eine andere Taktik als sein Teamkollege. Beide Mercedes wurden wie üblich mit der gleichen Strategie ins Rennen geschickt. Ursprünglich sollten die Mercedes-Piloten mit zwei Stopps über die Distanz kommen. Das war auf dem Papier sechs Sekunden schneller als drei Stopps. Doch weil der Reifenabbau und der Verschleiß wegen Asphalttemperaturen von 40 Grad und dem verschärften Tempo der Mercedes-Piloten höher waren als erwartet, schrumpfte der theoretische Vorteil des Zweistopp-Rennens auf zwei Sekunden.

Sebastian Vettels früher zweiter Stopp und der überraschende Wechsel auf die weichen Reifen machte den Mercedes-Strategen die Aufgabe einfach. "Da war klar, dass Vettel drei Mal stoppen würde. Das gab uns die Möglichkeit, ebenfalls auf die konservative Variante zu gehen. Wir wären bei unserem Vorsprung dumm gewesen, auf die Karte Risiko zu setzen", erklärte Technikdirektor Paddy Lowe.

Hamilton: Zu hoher Reifenverschleiß für zwei Stopps

Hamilton bettelte umsonst und die Risiko-Taktik. Mercedes hielt an seiner Politik fest, beide Fahrer gleich zu behandeln. Doch selbst wenn das Team seinen Fahrern frei Hand gelassen hätte, wäre für Hamilton eine Zweistopp-Strategie ein unvertretbares Risiko gewesen. "Lewis hatte einen deutlich höheren Reifenverschleiß als Nico. Bei ihm wäre es mit zwei Stopps ganz eng geworden", verrieten die Strategen.

Rosberg legte nach: "Lewis wäre nie mit zwei Stopps über die Runden gekommen, so wie er gefahren ist. Er hat hinter mir so Druck gemacht, dass auch ich schneller fahren musste, als ich wollte. Ich hatte meinen Speed voll auf ein Zweistopprennen ausgelegt. Als ich gesehen habe, wie wild er hinter mir unterwegs war, wusste ich, dass er Reifenprobleme bekommen würde." Hamilton gab zu: "Das Fahren in Nicos Windschatten hat die Reifen gekillt."

Zwei Wachhunde, keine Welpen

Die Mercedes-Taktikregeln hätten aber noch zugelassen, dass Hamilton eine andere Reifenfolge wählt als sein Stallrivale. Chefstratege James Vowles winkt ab: "Der weiche Reifen war nicht wirklich eine Option, obwohl er im Rennen besser funktioniert hat als wir dachten. An Vettel haben wir gesehen, dass die Mischung soft nur in den ersten vier Runden schneller war, in den letzten fünf Runden des Stints dann aber stark nachgelassen hat."

Teamchef Toto Wolff versteht die Aufregung in Hamiltons Cockpit: "Wir haben zwei Wachhunde angestellt und keine Welpen. Logisch, dass Lewis nach allen Möglichkeiten sucht, Nico zu schlagen. Aber selbst der beste Instinkt im Auto kann nie den Überblick ersetzen, den die Box hat. Würden wir die Fahrer über die Taktik entscheiden lassen, würden sie beim Großteil aller Rennen schlechter dastehen. Wir geben ihnen immer die zwei bestmöglichen Strategien."

Rosberg war einfach schneller

Hamilton bekam wie in Mexiko die Chance dem Team zu zeigen, dass er schneller als Rosberg hätte fahren können um eine alternative Strategie zu rechtfertigen. Das war nicht der Fall. "Nico hat nicht wegen der besseren Strategie gewonnen, sondern weil er einfach schneller war", erklärte Wolff. Vowles ergänzte: "Um Nico auf der Strecke überholen zu können, hätte Lewis acht Zehntel pro Runde schneller fahren müssen."

Hamilton beklagte wie in Mexiko, dass er nie dicht genug an den anderen Mercedes ranfahren konnte, um ihn zu überholen. "Du verlierst in den Turbulenzen einfach zu viel Abtrieb. Die DRS-Zone war zu kurz, um an Nico ranzukommen." Rosberg feuerte zurück: "Lewis kam mir nur näher, weil ich im Infield langsam gefahren bin, um die Reifen zu schonen." Technikchef Lowe verrät: "Nico hat immer rechtzeitig vor Kurve 12 Gas gegeben, dass Lewis nie auf der Geraden dicht genug auf Nico aufschließen konnte."

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