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Keine Stallregie bei Mercedes

"Das Safety-Car war ein Alptraum"

Hamilton & Rosberg - GP Bahrain 2014 Foto: Mercedes 76 Bilder

Mercedes hat nicht nur einen Doppelsieg in Bahrain gelandet. Das Team gewann auch noch Sympathiepunkte - weil man Lewis Hamilton und Nico Rosberg gegeneinander fahren ließ. Eine Stallregie hätte dem Sieg den Glanz genommen. Nicht auf der Rechnung war die Safety-Car-Phase. "Ein Alptraum", gab Teamchef Paddy Lowe zu.

06.04.2014 Michael Schmidt

Nach dem Rennen regiert erst einmal der Spott. Von wegen Formel langweilig. "Dieser ganze Bullshit über Sound und Spritsparen - das war eines der besten Rennen, das ich in meinem Leben gesehen habe. Ich hoffe Bernie und Luca nehmen sich morgen die Zeit, sich das Rennen im Fernseher anzuschauen", schickte Niki Lauda den Chefkritikern Bernie Ecclestone und Luca Montezemolo hinterher.

"Das war genau die richtige Antwort darauf, dass die Formel 1 unzumutbar für die Fans ist", meinte Teamchef Paddy Lowe. Toto Wolff, sein Co-Pilot in der Chefetage meinte: "Es war Werbung für die Formel 1 in einem Moment, wo sie die Werbung dringend brauchte. Einen besseren Zeitpunkt für so ein Rennen hätte es nicht geben können."

Rosberg flucht nur kurz über Hamilton

Mercedes hatte an diesem Tag alles richtig gemacht. Auf der Strecke und am Kommandostand. Lewis Hamilton und Nico Rosberg bekriegten sich nach allen Regeln der Kunst. "Ich dachte bestimmt 9 Mal, dass ich schon vorbei bin", zog Rosberg Resumée. Nach dem Rennen war der Frust schnell vergessen. Nach einem verlorenen Duell am Funk hatte Rosberg kurz über Hamilton geflucht: "Ich glaube, das war nicht okay."
 
Später meinte der Zweite: "Lewis ist ein tolles Rennen gefahren. Ganz zum Schluss konnte ich nicht mehr angreifen, weil meine Reifen überhitzt haben." Es war wichtig, dass Mercedes seine Piloten frei fahren ließ. Hätte es eine Stallregie gegeben, wäre die Kritik an der neuen Formel 1 noch lauter losgebrochen. Wer so weit vor dem Feld herfährt, hat die Pflicht, dem Publikum einen offenen Kampf zu bieten.

Lowes Befehl keine versteckte Stallregie

In der Safety-Car-Phase musste man kurz die Befürchtung haben, dass der Kommandostand seine Fahrer einbremst. "Hier ist Paddy", tönte es bei Hamilton und Rosberg im Ohr. "Es sind noch 10 Runden zu fahren. Ich möchte euch daran erinnern, die Autos heil nach Hause zu bringen." Das klang wie eine versteckte Stallregie. "Eigentlich unnötig", empfand Rosberg: "Wir wussten, was wir zu tun hatten."
 
Dann ging es erst richtig los. Rosberg warf sich mit seinen weichen Reifen auf Hamilton, der im letzten Stint mit den harten Sohlen fahren musste, die pro Runde um drei Zehntel langsamer waren. "Deine Fahrer haben nicht auf dich gehört", grinste Lauda seinen Teamchef an. Lowe verteidigte sich: "Das war keine Order Position zu halten. Ich wollte sie nur daran erinnern, dass sie sich im Zweikampf Platz lassen und nichts riskieren sollen."

Der schnellere Fahrer mit der langsameren Strategie

Während Lauda mit der Erfahrung eines langen Rennfahrerlebens das Duell seiner Piloten gelassen aus der Boxengarage beobachtete, starb Lowe tausend Tode: "Die Safety-Car-Phase war ein Alptraum für mich. Danach hatten wir das schlimmste aller denkbaren Szenarien. Der Fahrer mit den schnelleren Reifen hinter dem Fahrer mit den langsameren Gummis." Trotzdem gab es freie Fahrt: "Es wäre ein Affront gegenüber den Zuschauern gewesen", gab Lowe zu.
 
Die Crew von Rosberg hatte sich nach dem verlorenen Start für Plan B entschieden. "Die Reifenfolge weich-medium-weich von Nico war auf dem Papier zwei Sekunden langsamer als die Taktik von Lewis. Aber sie machte Sinn, weil Nico im schnelleren Auto saß. "So hätte er am Ende der Reifenvorteil nutzen können", erklärte Lowe. Trotzdem gewann Hamilton. "Weil Lewis mit den harten Reifen einen super Job gemacht hat", applaudierte Lauda. Sein Fazit: "Lewis war heute besser als Nico."

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