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Ruhe an der Reifenfront

Pirelli-Kritiker auf dem Podium

Vettel Hamilton GP Malaysia 2013 Foto: Wolfgang Wilhelm 66 Bilder

Das große Streitthema des Malaysia-Trainings ging im Rennen völlig unter. Die Stallregie bei Red Bull und Mercedes drängte die Reifendiskussion in den Hintergrund. Dass ausgerechnet die größten Pirelli-Kritiker Red Bull und Mercedes auf den ersten vier Plätzen landeten, konterkariert ihre Forderung nach neuen Gummis.

25.03.2013 Michael Schmidt

Eigentlich sollte ein ganz anderes Thema diesen Grand Prix beherrschen. Im Training redeten alle nur über die Reifen. Red Bull und Mercedes machten mobil gegen Pirelli und forderten Änderungen an den schwarzen Walzen. Bereits bei den Rennsimulationen war abzusehen, dass es auf ein Vierstopprennen hinauslaufen würde

Impressionen - Formel 1 - GP Malaysia - 20. März 2013
GP Malaysia 2013 - virtuelle Rundfahrt 2:10 Min.

"Da kennt sich doch keiner mehr aus. Das ist zu viel Lotterie", kritisierte Niki Lauda. In erster Linie ging es dem Mann mit dem Kapperl um das Schicksal seiner Silberpfeile. Und bei denen drohten trotz ausgiebiger Rennpräparation die Reifen dahinzuschmelzen. Genauso wie bei Red Bull. Dass es dann doch nicht so kam lag daran, dass die Asphalttemperaturen am Renntag nach einem Regenguss um zehn Grad sanken. "Und weil wir inzwischen mehr über die Reifen gelernt haben", erklärt Mercedes-Sportdirektor Toto Wolff.

Reifen besser als 2011

Tatsächlich haben die Reifen den Zuschauern wieder ein ganz unterhaltsames Rennen präsentiert. Wäre das Rennen nicht auf nasser Piste gestartet worden, was zwischen den Runden 5 und 8 zu hektischem Umrüsten von Intermediates auf Slicks führte, dann hätten nicht nur die Lotus-Fahrer Romain Grosjean und Kimi Räikkönen, Jean-Eric Vergne im Toro Rosso und Valtteri Bottas auf dem Williams auf ein Dreistopprennen gesetzt. Wie immer kam es gar nicht so schlimm, wie es die Pessimisten vorhergesagt hatten.

Auch der Vorwurf, im Rennen würde mit Rücksicht auf die Reifen nur dahingeschlichen, ist nicht ganz zu halten. 2011 fuhr Sebastian Vettel seinen Red Bull mit einer Zeit von 1.34,870 Minuten auf die Pole Position. Die schnellste Rennrunde von Mark Webber war mit 1.40,571 Minuten um 5,7 Sekunden langsamer. In diesem Jahr mit den ach so schlechten Pirelli-Sohlen drehte Nico Rosberg mit 1.36,190 Minuten die schnellste Trainingsrunde. Sergio Perez markierte mit 1.39,199 Minuten Bestzeit im Rennen. Die Differenz betrug nur drei Sekunden.

Ferrari hält Reifenstreit für Panikmache

Red Bull und Mercedes müssen sich wohl einfach auf die Reifen einstellen. Wie alle anderen auch. Wer wie Red Bull in Melbourne mit extremen Sturz an der Hinterachse fahren will, und damit überlegen auf die Pole Position fährt, der muss sich nicht wundern, dass er im Rennen den Preis dafür zahlt. In Malayasia war Red Bull schlauer. Man stimmte das Auto mehr für das Rennen ab. Damit schwand zwar auf trockener Strecke der Vorsprung zur Konkurrenz, aber es reichte trotzdem. Wo ist also das Problem?

Gleiches gilt für Mercedes. Die größten Pirelli-Kritiker landeten beim GP Malaysia auf den ersten vier Plätzen. Das konterkariert ihren Ruf nach neuen Reifen. Angeblich überlegt Pirelli in einem ersten Schritt die Gummimischungen so zu modifizieren, dass sie resistenter gegen Kälte sind. Ferrari und Lotus würden da sofort ein Veto einlegen.

"Pirelli kann ohne das Einverständnis der Teams nur etwas ändern, wenn ein Sicherheitsrisiko droht. Es macht nach zwei Rennen keinen Sinn in Panikreaktionen zu verfallen", winkt Ferrari-Rennleiter Stefano Domenicali ab.

Ferrari und Lotus besser als das Resultat

Ferrari und Lotus wurden in Malaysia unter Wert geschlagen. Felipe Massa deutete mit seinen Rundenzeiten auf trockener Piste an, dass der Ferrari bei einem komplett trockenen Rennen wieder ein Siegkandidat gewesen wäre. Doch Massa verlor in den ersten zehn Runden auf feuchter Bahn schon 23 Sekunden auf die Spitze. Im Ziel betrug der Rückstand 25 Sekunden.

Das bringt Fernando Alonso zu dem Schluss: "Wir hätten das Rennen gewinnen können." Die Lotus bestraften sich durch schlechte Startplätze. Dadurch hingen sie die meiste Zeit im Verkehr fest. Konnten sie einmal frei fahren, waren sie so schnell wie die Red Bull und Mercedes. Und beide Lotus-Piloten kamen mit drei Stopps über die Runden. Das war bei Red Bull und Mercedes nicht drin. Romain Grosjean und Kimi Räikkönen spulten auf ihren letzten Stints 21 respektive 22 Runden ab. Sie waren dabei immer noch mit 1.43er Rundenzeiten unterwegs.

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