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KERS als WM-Joker?

Hybrid-Technik zu riskant für WM-Rivalen

Sebastian Vettel Foto: Red Bull 27 Bilder

Die Meldung ging wie ein Lauffeuer durch das Fahrerlager. Red Bull rüstet mit KERS nach, um im WM-Duell gegen Brawn GP noch einen Joker in der Tasche zu haben. Teamchef Christian Horner dementiert: "Das wäre zuviel Risiko zu diesem Zeitpunkt in der Saison."

22.08.2009 Michael Schmidt

Die starke Form der McLaren-Mercedes hat das Thema KERS wieder angeheizt. Je besser die Silberpfeile werden, umso mehr ist KERS ein Joker. "In Valencia bringen uns die 82 PS extra vier Zehntel", glaubt Heikki Kovalainen.

Daraufhin rechnet Sebastian Vettel: "Zieh mal vier Zehntel von deren Rundenzeiten ab. Dann weißt du wie gut der McLaren wirklich ist." Mit anderen Worten: Wer ein Auto hat, das an der Spitze mitfahren kann, für den wird der Hybridantrieb zum Matchwinner. Müssen sich die Titelrivalen Red Bull und Brawn GP deshalb darüber Gedanken machen, ihre Autos mit KERS nachzurüsten?

Risiko mit KERS zu hoch

Gerüchte wollen wissen, dass Red Bull diese Möglichkeit in Betracht zieht. Teamchef Christian Horner winkt ab. "Das wäre zu einem so späten Zeitpunkt in der Saison ein großes Risiko. In Spa sollte unser Auto auch ohne KERS siegfähig sein." Sebastian Vettel ergänzt: "Wir würden ein bis zwei Rennen brauchen, bis wir das Auto optimal auf das Zusatzgewicht abgestimmt haben, bis wir das System perfekt nutzen. Und dann ist noch nicht gesagt, ob wir davon profitieren. Wir können aber in unserer Situation nicht ein oder zwei Rennen herschenken."

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh wirft ein: "Es geht nicht nur darum, das Auto nachzurüsten. Auch die Fahrer müssen lernen, mit dem System umzugehen. Wann sie Energie speichern, und wann sie diese wieder abrufen. Auf den Fahrer kommt mit dem Hybridantrieb an Bord viel mehr Arbeit zu."

KERS auch bei Brawn kein Thema

Brawn GP denkt genauso wie Red Bull. Man findet sich damit ab, dass McLaren-Mercedes auf bestimmten Rennstrecken mit ihrem KERS-Vorteil unschlagbar sein wird. "Der Einsatz so spät in der Saison wäre Wahnsinn", sagt Jenson Button. "Wir würden uns da nur ein Eigentor schießen, eine schwierige Situation noch schwieriger machen." Ross Brawn erteilt diesem Plan aus technischen Gründen eine Absage: "Wir haben gar nicht die Option, weil unser Auto zu schwer ist. Selbst mit dem leichten Mercedes-System reicht der Ballast nicht aus, den Einbau ohne Gewichtshandikap zu ermöglichen."

Der Brawn GP müsste außerdem Einbussen mit der Aerodynmik und der Kühlung in Kauf nehmen. Das Mercedes KERS-System hat nur in den Seitenkästen Platz, und die sind beim BGP001 stark tailliert. "Wir sind schon in der konventionellen Ausführung mit der Kühlung am Limit", erklärt Brawn.

Webber und KERS - keine Chance

Auch bei Red Bull ist es eine Frage des Gewichts. "Wir haben zwar seit Saisonbeginn kräftig abgespeckt" beteuert Horner, "doch da würden plötzlich 35 Kilogramm extra an Bord kommen." Bei Sebastian Vettel wäre es gerade so machbar, aber der 12 Kilogramm schwerere Mark Webber läge mit KERS über dem Gewichtslimit von 605 Kilogramm. "Es wäre ein mutiger Schritt von Red Bull, der eine geniale aber auch eine katastrophale Entscheidung sein kann. Ich würde es an ihrer Stelle nicht machen."

Button hat mit der starken Form der McLaren-Mercedes weniger Probleme als sein Verfolger Vettel. "Hamilton und Kovalainen nehmen den Red Bull-Fahrern die großen Punkte weg. Sie müssen aufholen, nicht wir."

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