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KERS

Die Formel 1 sieht Gespenster

Foto: XPB

Die Paranoia zum Thema Hybrid in der Formel 1 treibt seltsame Blüten. Seitdem in der Red Bull-Fabrik bei Versuchsreihen eine Batterie in Brand geraten war, und seitdem ein BMW-Mechaniker bei Testfahrten von einem Stromschlag getroffen wurde, sehen alle Gespenster.

01.08.2008 Michael Schmidt

Da werden alte Geschichten aufgewärmt, die mit der Hybridentwicklung gar nichts zu tun haben, oder es werden Unfälle anderer Art dem Teufelszeug KERS (Kinetic energy recovery system) untergeschoben.

Der Selbstmord eines Renault-Ingenieurs vergangenen Mittwoch in Enstone wurde zunächst als Hybrid-Unfall verkauft. Tatsächlich hat sich der langjährige Mitarbeiter, der schon in den achtziger Jahren zu Toleman-Zeiten im Team war, erschossen. Die Verbindung zu KERS kam deshalb zustande, weil der Mann an der Entwicklung des Hybridantriebs beteiligt war.

Weiter kursierten im Fahrerlager Gerüchte, bei BMW habe es einen Unfall mit einem Schwungrad gegeben. In Wahrheit setzt BMW auf die elektrische Variante. Die Schwungradlösung, wie sie Williams favorisiert, wurde bereits in der Theorie verworfen. Die Geschichte nimmt auf einen Unfall Bezug, der sich vor einigen Jahren bei BMW in der Serienentwicklung abgespielt haben soll. Da wurde ein Mann von herumfliegenden Teilen eines zerbrochenen Schwungrades getroffen.

Hybrid-Einführung verschieben?

KERS bleibt trotzdem ein Thema in Formel 1-Kreisen. Bei dem Treffen in Maranello sprachen sich sechs von zehn Teams dafür aus, die Hybridtechnologie um ein Jahr auf 2010 zu verschieben. McLaren-Mercedes wollte sich nicht festlegen und sagte, man sei mit beiden Einführungsdaten einverstanden. Überraschenderweise stellte sich der ehemalige Hardliner Honda auf die Seite von McLaren. BMW und Williams pochen darauf, dass das KERS-Zeitalter schon im nächsten Jahr beginnt.

Nach dem Eindruck von Beobachtern schlug BMW nach dem KERS-Zwischenfall von Jerez bereits moderatere Töne an. McLaren-Direktor Martin Whitmarsh bleibt realistisch: "Die Chance, dass KERS um ein Jahr verschoben wird, liegt bei 20 Prozent."

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