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KERS in Sao Paulo

Hybrid-Joker mit kleinen Abstrichen

GP Brasilien 2009 Foto: dpa 27 Bilder

Auf die KERS-Autos wird man im Rennen von Interlagos aufpassen müssen, auch wenn McLaren-Mercedes im Training nur Mittelfeldplätze belegt hat und Ferrari gar das Tabellenende zierte. Der Hybridantrieb ist eine echte Trumpfkarte.

17.10.2009 Michael Schmidt

Interlagos liegt knapp 800 Meter über dem Meer. Da verlieren die Motoren rund acht Prozent Leistung. Das trifft jedes Triebwerk gleich. Somit wäre das kein Grund zur Beunruhigung. Der Elektroantrieb im Hybridsystem dagegen kennt keinen Unterschied, ob das Rennen auf Meereshöhe oder in der Hügellandschaft von Sao Paul statffindet. KERS liefert immer 82 PS.

KERS-Anteil proportional höher

Der Anteil von KERS an der Gesamtleistung wird aber in der Höhe größer. Damit spielt der Hybridantrieb eine wichtigere Rolle. Es kommt nicht von ungefähr, dass drei KERS-Autos die Zwischenstoppung im letzten Streckensektor anführten. Heikki Kovalainen war in der 17-Sekunden Passage Schnellster vor Kimi Räikkönen und Lewis Hamilton.

Der Abschnitt beinhaltet eine Dritte-Gang-Linkskurve und die lange, bergaufführende Zielgerade. Gerade in dem steilen Anstieg ist die Kraft aus der Elektrokonserve doppelt willkommen. Selbst wenn die KERS-Autos am Ende der Zielgeraden keinen höheren Top-Speed aufweisen, so kommen sie dank des Extraschubs viel schneller auf Touren.

Aufladen ist das Problem

"Das ist bis zu vier Zehntel pro Runde wert", schätzt Lewis Hamilton. Außerdem können sich die KERS-Teams eine Stufe mehr Abtrieb erlauben. Das zahlt sich im Rennen aus, weil Anpressdruck die Reifen schont. Besonders die Hinterreifen sind in Interlagos kritisch. Sie neigen schnell zum Körnen, wenn sie beim Beschleunigen zu oft durchdrehen.

Es gibt jedoch auch in der Welt der Physik nichts geschenkt. Sobald Leistung abgerufen wird, ist der Hybridantrieb ein echter Joker. Doch zunächst muss man die Energie in das System hineinbringen. "Es fehlen die langen Bremsmanöver, um die Batterien in einer Runde vollständig zu laden", klagt McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh. McLaren kann deshalb die KERS-Power nicht über die vollen 6,7 Sekunden pro Runde nutzen. Das war schon in Monza so.

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