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Formel 1 2011 wieder mit Hybrid-Technik

KERS-Rückkehr 2011 sehr wahrscheinlich

KERS Schild Foto: xpb 19 Bilder

Die Hybrid-Technologie wird nach nur einem Jahr Pause wieder Einzug in die Formel 1 halten. Auch wenn die meisten Teams dagegen sind, ist eine einstimmige Ablehnung unwahrscheinlich. Zudem fordert auch die FIA eine schnelle KERS-Rückkehr in die Königsklasse.

12.06.2010 Tobias Grüner

Die Formel 1 will sich in Zeiten von Öko-Wahn und Elektroauto-Boom einen grünen Anstrich verpassen. Die Hybrid-Technologie, die im serienmäßigen Automobilbau immer weiter auf dem Vormarsch ist, soll auch in der Formel 1 zur Erfolgsgeschichte werden.. KERS muss zurückkehren, da sind sich die meisten Beteiligten einig. Nur der Zeitpunkt war bisher umstritten.

Viele Teams wollten das Hybrid-Revival aus Kostengründen auf 2013 verschieben, wenn sowieso eine neue Motorenformel eingeführt wird. Doch FIA-Präsident Jean Todt mag so lange nicht warten: "Wir können nicht zweieinhalb Jahre verschenken", klagte der Franzose zuletzt. Todt hat dabei einige Teams auf seiner Seite. Ferrari und Renault gelten im aktuellen Starterfeld als größte KERS-Verfechter.

Renault will KERS schon 2011

"Wir sind definitiv ein starker Unterstützer von KERS", gab Renault-Teamchef Eric Boullier am Rande des GP Kanada zu. "Wir haben schon oft gesagt, dass wir uns KERS gerne zurückwünschen. Wir haben allerdings eine andere Technologie als die Konkurrenz von Mercedes. Da müssen wir noch einige Diskussionen führen, um einen Kompromiss zu finden."

Mehrheitlich ist die Formel 1 gegen KERS. Zu teuer und zu kompliziert, klagen vor allem die kleineren Teams. Außerdem ist umstritten, dass die Technologie tatsächlich die Rennaction steigern kann. "Mit dem aktuellen Reglement befinden wir uns etwas im Niemandsland, was die Vorteile von KERS betrifft", kritisiert Red Bull-Teamchef Christian Horner. Die Nachteile wie das zusätzliche Gewicht und die gestörte Bremsbalance fressen die KERS-Vorteile schnell wieder auf.

Horner will KERS-Modifikationen

Die vergangene Saison hat gezeigt, dass der Hybrid-Boost vor allem am Start eine nützliche Waffe war. "Wird es etwas zum Spektakel beitragen können oder ist es nur ein Vorteil für die ersten 500 Meter des Rennens", fragt Horner kritisch. "Jedes Team muss sich nun die Frage, stellen, ob man das neue Auto für den Einsatz mit KERS optimiert oder ohne. Das müssen wir relativ kurzfristig entscheiden."

Die Mercedes-Teams stehen der KERS-Rückkehr neutral gegenüber. "Wir sind gut gerüstet, wenn KERS gefordert wird", erklärte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Im Vorjahr gewann der schwäbische Autobauer mit Partner McLaren zwei Rennen - auch dank der überlegenen Hybrid-Technik. Trotzdem gehört Haug nicht zu den bedingungslosen KERS-Fans: "Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass es für alle Geld kostet. Sollten nur einige Teams KERS einsetzen und davon einen Vorteil haben, wird es schwierig werden. Ich denke, wir müssen uns alle zusammensetzen und die richtige Entscheidung treffen."

Haug tritt auf die Kostenbremse

Beim selbsternannten "Sparmeister" Haug sind die Kosten ein wichtiges Thema. "Wir müssen uns bei den Ausgaben Grenzen setzen, weil Mercedes-Benz Limits bei den Kosten verlangt. Ich denke, dass Renault das auch nicht anders sieht. Keiner will mehr Geld ausgeben als notwendig." Die Teams hatten sich bisher darauf verständigt, dass die Entwicklung von KERS nicht mehr als fünf Millionen Euro verschlingen darf. Für Kundenteams soll das System nicht mehr als eine Million Euro kosten.

Dass in der Saison 2011 ohne KERS gefahren wird, ist mittlerweile unwahrscheinlich. Schon in diesem Jahr wäre die Technologie vom Reglement her erlaubt. Die Teams hatten sich allerdings freiwillig und einstimmig gegen einen Einsatz entschieden. McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh glaubt, dass dies in der kommenden Saison nicht mehr der Fall sein wird. "Wir haben nicht an vorderster Front für eine Wiedereinführung von KERS gekämpft, aber er scheint, als gäbe es ein Interesse von einer Reihe von Teams wieder mit KERS zu fahren. Es sieht also sehr danach aus, als würde ein guter Teil - von denen ich nicht alle kenne - nächstes Jahr KERS einsetzen.

Sonder-Testfahrten für Reifen-, KERS- und Aerodynamik-Änderungen?

Mit dem Hybrid-Boost und dem gerade erst verabschiedeten beweglichen Heckflügel würde es in der kommenden Saison gleich zwei künstliche Spannungselemente geben, die das Überholen zumindest in der Theorie erleichtern könnten. Allerdings steigen damit auch die Kosten bei der Entwicklung.

Einige der großen Teams sollen bereits gefordert haben, die neuen Regeln mit KERS, Aerodynamik und Reifen bei zusätzlichen Testfahrten zu erproben. Dabei sind die Tests aus Kostengründen erst vor der Saison 2009 abgeschafft worden. "Es gab viele Initiativen um Kosten zu reduzieren", warnt Martin Whitmarsh. "Wir müssen aufpassen, dass wir im Zuge des Wandels nun nicht wieder in die falsche Richtung gehen."

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