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Räikkönen lässt sich durch Unfall nicht stoppen

Der Iceman bleibt trotz Schaden cool

GP China 2013 Kimi Räikkönen Foto: Lotus 93 Bilder

Dieser Lotus war optisch ein halber Totalschaden. Ein Loch in der hochgebogenen Nase, ein Frontflügel ohne obere Flügelelemente. Die hatte es bei dem Crash mit Sergio Perez abrasiert. Das kostete Kimi Räikkönen 0,25 Sekunden pro Runde. "Sonst wären wir um den Sieg mitgefahren", ist Chefingenieur Alan Permane überzeugt.

15.04.2013 Michael Schmidt

Es passierte in der 16. Runde. Kimi Räikkönen krachte dem McLaren von Sergio Perez ins Heck. "Es war ein ziemlich harter Stoß. Ich habe mich gewundert, dass ich überhaupt weiterfahren konnte, und dass sich das Auto gar nicht so viel schlechter anfühlte", berichtete Räikkönen. Tatsächlich spürte er mehr Untersteuern, was Lotus aber beim folgenden Boxenstopp mit einem steileren Flap-Anstellwinkel korrigierte.

"Dadurch war aber die Anströmung zum Heck gestört. Kimi hatte beim Bremsen und im Verkehr nicht mehr das volle Vertrauen in sein Auto", erklärte Chefingenieur Alan Permane. Räikkönen fügte nuschelnd hinzu: "Die Reifen haben schneller abgebaut, als es sonst der Fall gewesen wäre."

Ramponierter Lotus so schnell wie intakter Mercedes

Der Finne wurde mit 10,1 Sekunden Abstand Zweiter hinter Fernando Alonso. "Wir waren trotz des Schadens, der uns 0,25 Sekunden pro Runde gekostet hat, so schnell wie Hamilton. An dem sind wir mit dem besseren Boxenstopp vorbei. Ohne unser Problem hätten wir mit Alonso um den Sieg kämpfen können", glaubt Permane. Sein Fahrer ist sich da nicht so sicher: "Es ist hypothetisch nachzurechnen, was möglich gewesen wäre. Es wäre sicher schneller gegangen, denn unser Auto ist nicht für einen Flügel mit dieser Beschädigung konstruiert worden."

Alonso wurde im Finale von seinen Ingenieure zurückgepfiffen und antwortete trotz 1.40er Runden: "Ich weiß nicht, wie ich noch langsamer fahren soll." Er hätte also noch Reserven gehabt. Es wäre auch für Räikkönen schwierig geworden, den Spanier anzugreifen. Trotzdem gab der Lotus wieder seine Visitenkarte von sich. Wer mit einem stark ramponierten Auto so schnell fährt, wie Lewis Hamilton in einem intakten, ist ein echter WM-Kandidat.

Zweistopp-Strategie nicht geplant

Eine Zweistopp-Strategie hätte Räikkönen auf keinen Fall gewagt. "Das wäre genauso ein Fehler gewesen wie die Vettel-Strategie", sagt Permane. "Wir haben nie verstanden, warum Red Bull solche Risiken eingeht. Wer vom neunten Startplatz losfährt, darf nicht glauben, dass er ein problemloses Rennen hat. Dass dir irgendwann einer wie Hülkenberg vor der Nase herumfährt, damit musst du rechnen."

Nasenwechsel hätte zu viel Zeit gekostet

Doch warum hat Lotus an Räikkönens Auto nicht die Nase gewechselt, wenn man mit dem zerfledderten Flügel über 40 Runden zehn Sekunden verloren hat? "Weil wir durch den Nasenwechsel genauso viel eingebüßt hätten", antwortet Permane. Teambesitzer Gerard Lopez reicht eine weitere Erklärung nach: "Kimi wäre in einen Pulk mit vielen Autos gefallen. Da hätte er noch mehr Zeit verloren. Als er wieder auf die Strecke ging, hatte er noch dreieinhalb Sekunden Vorsprung auf diese Gruppe."
 

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