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Kimi Räikkönen unter Druck

Wer fährt den zweiten Ferrari?

Kimi Räikkönen - GP England 2015 Foto: xpb 93 Bilder

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene hat es mehrfach klar gemacht. Der Verbleib von Kimi Räikkönen hängt von seinen Leistungen ab. Im Moment sind die Leistungen nicht gut. Sofort kommen Namen wie Valtteri Bottas, Nico Hülkenberg und Daniel Ricciardo ins Spiel.

02.07.2015 Michael Schmidt

Die letzten beiden Grand Prix waren kein Empfehlungsschreiben für Kimi Räikkönen. Platz 4 in Montreal nach einem Dreher, Ausfall in Spielberg, möglicherweise nach einem Fahrfehler. Teamchef Maurizio Arrivabene wollte nach der zweiten Nullrunde nach dem GP Australien keine klare Aussagen über die Zukunft seines Sorgenkinds machen. "Ich sage es immer und immer wieder. Es liegt in Kimis Hand. Wir bewerten ihn nach seinen Leistungen."

Arrivabene ließ auch offen, wann die Frist für den Weltmeister von 2007 abläuft. "Es gibt eine Frist, aber ich werde sie ihnen nicht verraten." Die Umstände haben die Spekulationen um das zweite Ferrari-Cockpit 2016 angeheizt. Im Fahrerlager werden bereits Ersatzkandidaten gereicht. Namen wie Valtteri Bottas, Nico Hülkenberg, Daniel Ricciardo, Jenson Button, ja sogar Felipe Nasr fallen.

Zwei Deutsche bei Ferrari? Eher nicht

Und was sagt Räikkönen selbst? "Ich versuche nur gute Rennen zu fahren. Die Entscheidungen treffen andere. Über meine Zukunft weiß ich nicht mehr als ihr." Der logische Räikkönen-Nachfolger scheint im Augenblick Landsmann Valtteri Bottas zu sein. Der Finne hält sich geschickt aus den Diskussionen heraus. Er sagt nur: "Ferrari und Williams zählen zu den Autos, in denen du als Fahrer sitzen willst."

Williams hält eine Option auf den Blondschopf. Wie man hört, bekommt Ferrari Bottas nur, wenn eine bekömmliche Ablösesumme bezahlt wird. Das könnte Bottas noch auf den Kopf fallen.

Nico Hülkenberg hat ein anderes Handikap. Er ist Deutscher. Und mit Sebastian Vettel fährt bereits ein deutscher Fahrer für Ferrari. "Das kann ein Handikap sein, muss aber nicht", sagt Hülkenberg. Seit seinem Le Mans-Sieg und den jüngsten Resultaten in der Formel 1 ist der lange Rheinländer wieder ein gefragter Mann im Fahrerlager.

"Wie oft habe ich das schon erlebt? Kaum fährst du zwei gute Rennen, bist du schon ein Ferrari-Fahrer. Ich halte Augen und Ohren offen und schaue, wo sich der Markt hinbewegt. Der Schlüssel wird Kimi sein. Wenn wir wissen, was er macht, werden auch die anderen Steine fallen. Ferrari ist ganz klar der heißeste Sitz im Angebot."

Wo könnte Hülkenberg sonst noch fahren? Ein weiteres Jahr bei Force India, bei Williams, wenn sich Bottas bewegt oder beim Formel 1-Neuling HaasF1. Bei Red Bull eher nicht. "Die haben ihr eigenes Programm. Und ich zähle nicht zu ihren Nachwuchsfahrern."

Kimi Räikkönen ist kein Iceman

Das könnte sich ändern, sollte Daniel Ricciardo aus seinen Vertragsverpflichtungen kommen. Der Australier hat sein Team wissen lassen, dass er mit den augenblicklichen Ergebnissen und den Perspektiven nicht zufrieden ist. Mit einem Motor, der 80 PS weniger hat, lassen sich eben keine Bäume ausreißen. Und das RB11-Chassis ist nicht so gut wie das Vorgängermodell.

Die Talfahrt bei Red Bull kommt für Ricciardo im dümmsten Moment. Der WM-Dritte des Vorjahres hatte sich 2014 in die Riege der Top-Piloten gefahren, die für jedes Team interessant sind. In dieser Saison hat jeder auf eine Bestätigung gewartet. Mit Ehrenplätzen ist das schwer möglich. Und wenn dann mal Daniil Kvyat schneller ist, wird das Ricciardo gleich unter die Nase gerieben.

Bei der Suche nach dem zweiten Ferrari-Piloten für 2016 fiel dann auch der Name Ricciardo. Der Strahlemann aus Perth stellt aber klar, dass es keinen direkten Kontakt gab. "Keiner von der Teamleitung hat mich angerufen. Es waren halt die üblichen Gerüchte, die mir signalisiert haben, dass ein Interesse besteht."

Felipe Massa fühlt mit Räikkönen mit. Weil er das gleiche vor zwei Jahren erlebt hat. Der Finne kehrte 2014 zu Ferrari zurück und nahm Massas Platz ein. "Eines der Probleme, das Kimi jetzt hat, sitzt im Kopf. Er ist in keiner einfachen Situation. Bei Ferrari herrscht ständiger Druck. Und wenn es nicht gut läuft, ist er umso größer. Kimi wird der Iceman genannt, aber er ist es nicht."

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