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Kimi Räikkönen im Interview

"Nie die Formel 1-Leidenschaft verloren"

Kimi Räikkönen - Lotus Renault Foto: Renault 93 Bilder

Kimi Räikkönen ist zurück. Im Interview spricht der Finne über seine Zeit in der Rallye-WM, die Gründe für das Comeback und mögliche Probleme mit der Technik und der Fitness.

30.11.2011 Tobias Grüner
Du hast dich entschieden, zurück in die Formel 1 zu kommen. Warum kommst Du zurück?

Räikkönen: Der Hauptgrund war, dass ich nie wirklich die Leidenschaft für die Formel 1 verloren habe, nur vielleicht für all die Dinge drum herum. Aber als ich dieses Jahr ein paar NASCAR-Rennen gefahren bin, habe ich bemerkt, dass mir die Rennseite mehr und mehr abgegangen ist - das Fahren gegeneinander -, denn im Rallye-Sport fährt man eigentlich gegen die Uhr. Und dann erhielt ich den Anruf von bestimmten Leuten aus der Formel 1. Verschiedenste Dinge sind passiert, wir konnten gute Gespräche mit Lotus Renault führen und einen Deal machen - ich bin wirklich sehr glücklich darüber!

Warum hast Du dich für Lotus Renault GP entschieden?

Räikkönen: Es gab in Wahrheit zwei Optionen - es war dieses Team oder Williams. Und mit Lotus Renault funktionierte alles so, wie wir das wollten, das ist wirklich der Grund.

Hast Du das Team und seine Leistung dieses Jahr verfolgt?

Räikkönen: Ich habe die Formel 1 voriges Jahr überhaupt nicht viel verfolgt. Dieses Jahr war es etwas mehr, aber nicht wirklich ein spezielles Team. Ich habe mir die letzten 20 Runden des letzten Rennens angesehen, den Brasilien Grand Prix, und weil ich wusste, dass dies passieren würde, habe ich auch geschaut, wie Lotus Renault abgeschnitten hat. Aber davor wusste ich nichts darüber, was passieren würde oder dass es einen Deal in der Formel 1 für nächstes Jahr geben würde, also habe ich mir die Formel 1 einfach allgemein angesehen. Ich sah ein paar Rennen, aber nichts Besonderes.

Glaubst Du, die Formel 1 wird für Dich mit deinen Kenntnissen von 2009 sehr anders sein, mit DRS, den Pirelli-Reifen und so weiter?

Räikkönen: Wenn man 2009 mit dem kommenden Jahr vergleicht, wird der größte Unterschied wohl bei den Reifen liegen. Ich glaube nicht, dass es bei den Autos einen großen Unterschied gibt. DRS ist eine neue Sache, aber es ist im Prinzip ähnlich wie früher. Der Knopf, der für den Frontflügel da war, ist jetzt weg, jetzt ist er für den Heckflügel da. Ich würde schätzen, dass der größte Unterschied wirklich die Reifen sind.

Was ist aus persönlicher Sicht der größte Unterschied zum Kimi Räikkönen, den wir 2009 gesehen haben - auf welche Art bist du ein besserer Fahrer?

Räikkönen: Ich weiß nicht - ich war zwei Jahre weg. Ich bin ein Formel-1-Auto weder gefahren, noch bin ich seit dem letzten Rennen 2009 in einem gesessen. Es wird interessant, wieder ins Auto zu steigen. Ich bin jetzt zwei Jahre älter und ich glaube nicht, dass sich sonst viel verändert hat. Es war wirklich schön, in den letzten Jahren zu versuchen, den Rallyesport zu erlernen. An einigen Tagen war es hart. Dieses Jahr war es einfacher als voriges Jahr, aber es ist immer noch ein schwieriger Sport. Ich freue mich wirklich darauf, wieder zurückzukommen. In der Formel 1 weiß ich zumindest, wie alles funktioniert, da ich viele Jahre dort war - im Vergleich dazu wusste ich beim Rallyesport nicht, was wirklich passieren würde. Dann ging ich zu NASCAR und hatte keine Ahnung, wie es sein würde. So gesehen sollte es viel, viel einfacher für mich sein, wieder zurückzukommen und es sollte ziemlich normal sein.

Hast Du dein Trainings-Programm schon geändert?

Räikkönen: Ich habe für den Rallyesport die ganze Zeit weiter trainiert, aber das ist nicht so physisch - bei den Rallyes geht es mehr darum, dass du die ganze Woche im Auto sitzen musst. In der Formel 1 ist es physisch anstrengender, aber für kürzere Zeit. Vor einem Monat begann ich wieder mit richtigem Training für die Formel 1. Der Nacken ist der schwierigste Bereich, um wieder bereit zu werden, aber wir haben noch reichlich Zeit.

Wenn Du an dein letztes Rennen 2009 denkst, wie ist das Gefühl, in der Formel 1 zu fahren?

Räikkönen: Ich erinnere mich noch gut an das Bremsen und wie schnell alles passiert. Aber verglichen mit dem Rallyesport hat man etwas mehr Zeit. Bei einer Rallye hast du keine zweite Chance. Wenn du einen Fehler machst, fliegst du ab. Es gibt keine Auslaufzonen, da sind Bäume. In der Formel 1 hat man viele Auslaufzonen, man kann etwas nach außen kommen und das ist kein so großes Problem. Man verliert im Training oder im Qualifying eine Runde, aber im Rennen verliert man vielleicht nicht einmal einen Platz. An das Bremsen und die G-Kräfte werde ich mich diesmal sicher schnell wieder gewöhnen. Das Wichtigste wird definitiv sein, den Nacken wieder daran zu gewöhnen. Der ganze Rest wird eine Zeit brauchen, aber das ist nicht wirklich eine große Sache.

Nächstes Jahr gibt es sechs Weltmeister im Feld mit Dir - was für ein Ansporn ist das für Deine Motivation?

Räikkönen: Ich wäre nicht zurückgekommen, wenn ich nicht motiviert wäre. Es wird immer viel über Motivation geredet, aber niemand außer mir weiß wirklich, was ich tue oder was ich denke, also kümmere ich mich nicht darum, was die Leute sagen. Ich freue mich aber, zurückzukommen. Ich würde meinen Namen nicht unter einen Vertrag setzen, wenn ich nicht sicher wäre, dass ich es wirklich genieße - also wird es interessant und aufregend, wieder zurück zu sein!

Das Interview wurde uns von Lotus Renault zur Verfügung gestellt.

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