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Acht von elf Teams dagegen

Kippt das 2017er Auto noch?

Red Bull Concept - F1 Auto 2017 Foto: ams / Red Bull 31 Bilder

Immer mehr Teams fürchten, dass 2017 der nächste Regel-GAU droht. Und immer weniger glauben daran, dass der Schritt zu mehr Abtrieb richtig ist und dabei auch noch viel Geld verschleudert wird. Doch wie soll man Bernie Ecclestone und die FIA überzeugen?

01.04.2016 Michael Schmidt

Am 30. April droht der Formel 1 eine weitere Entscheidung, die sich als Eigentor erweisen könnte. Dann sollen die breiteren Autos und breiteren Reifen endgültig abgesegnet werden. Eigentlich sind sie es ja schon. Es fehlten nur noch Details, wie das Spritlimit. Soll es auf 105 oder 110 Kilogramm erhöht werden, um auf den höheren Luftwiderstand zu reagieren, der sich mit den breiteren Autos einstellt.

Theoretisch könnte das grüne Licht für die 2017er Autos, die auf einem Konzept von McLaren basieren, aber noch rückgängig gemacht werden. Wenn die Strategiegruppe um einen Aufschub oder einen Verzicht bittet und dann die Formel 1-Kommission mit 18 von 26 Stimmen dagegen stimmt. Ein Insider verriet auto motor und sport: "Acht der elf Teams sind inzwischen gegen die Einführung der neuen Autos."

Nur McLaren, Red Bull und Toro Rosso wollen neue Autos 2017

Und wer ist noch dafür? Es sollen Red Bull, McLaren und Toro Rosso sein. McLaren liegt auf der Hand. Man hat viel Arbeit in das Konzept gesteckt, dem die FIA und der Großteil der Teams den Vorzug gegeben haben. Und McLaren verspricht sich einen Vorteil durch Wissensvorsprung. Genau das macht die Konkurrenz jetzt misstrauisch.

Red Bull ist zwar nicht glücklich, dass der eigene Vorschlag durchgefallen ist, aber ein Neubeginn bei der Aerodynamik ist besser als nichts. Toro Rosso wird aus politischen Gründen genauso denken.

Red Bull sitzt dabei jedoch einem Denkfehler auf. Selbst unter der Annahme, dass man aerodynamisch der Konkurrenz überlegen ist, darf man nicht davon ausgehen, dass dieser Vorteil mit mehr Abtrieb steigt und mit weniger sinkt. Er wird immer gleich groß bleiben. Und nie genug sein, ein großes Defizit auf der Motorseite zu kompensieren.

Viel Geld für eine schlechtere Lösung

Dass Mercedes aus dem gleichen Grund gegen jede Änderung ist, versteht sich von selbst. Die kleinen Teams wollen nicht bei Null beginnen, weil das zu viel kostet und den großen Teams eine Trumpfkarte in die Hände spielt. Und weil sich mit reiflicher Überlegung immer mehr die Meinung durchsetzt, dass die Formel 1 damit genau den falschen Weg geht.

Lewis Hamilton glaubt, dass mehr Abtrieb weniger Überholen und damit schlechtere Rennen bedeutet. "Wir brauchen genau das Gegenteil. Weniger Abtrieb, mehr mechanischen Grip und weniger Gewicht." Auf eine Qualifying-Runde kommen die aktuellen Autos bereits wieder den Rekordwerten nahe. Der Wunsch der Fahrer, dass auch die Rundenzeiten im Rennen dramatisch sinken, wird sich auch mit breiteren Autos kaum erfüllen. Weil das nicht automatisch bedeutet, dass die Reifen dann länger halten.

Die Ingenieure fürchten, dass Pirelli gar keine Reifen für die prognostizierten Abtriebswerte produzieren kann. Bis jetzt gibt es für die Teams noch nicht einmal Windkanalreifen. Weil Pirelli immer noch keinen Vertrag mit der FIA hat.

Die Bedenken der 8 Teams werden am Ende vielleicht nicht ausreichen: "Weil Bernie und die FIA mit ihren Stimmen in der Strategiegruppe einen Vorstoß in diese Richtung theoretisch abwürgen könnten", warnt Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

Die Frage ist, ob der Verband und Ecclestone bereit sind, über ihren eigenen Schatten zu springen. Ecclestone hatte diese Autos vehement gefordert. Und die FIA hat 14 Monate Arbeit und endlose Meetings in dieses Projekt investiert. Die Drahtzieher haben bereits beim neuen Qualifikationsformat bewiesen, dass sie nicht in der Lage sind, die Kehrtwende zu wagen.

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