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Perez vs. Kobayashi

Sauber-Duell bei 320 km/h

Kobayashi Perez Sauber 2012 GP China Foto: xpb 32 Bilder

Sauber durfte nach dem Shanghai-Qualifying von Podestplätzen träumen. Am Ende gab es nur einen Punkt. Die Schweizer hatten offenbar zu sehr das Training im Visier. Immerhin hatte die Beinahe-Kollision von Kobayashi und Perez bei 320 km/h keine weiteren Konsequenzen: "Der Fall ist geklärt."

17.04.2012 Michael Schmidt

Als die 24 Autos in ihre Startboxen rollten, da hatte Sauber 19 Punkte auf dem virtuellen Konto. 56 Runden später blieb noch ein Zähler davon übrig. Kamui Kobayashis Schicksal war schon besiegelt, als er in seine Startposition rollte. Auf dem Asphalt vor Startplatz Nummer drei lag eine Ölspur. Wahrscheinlich eine Hinterlassenschaft des Porsche Cup-Rennens.

Teammanager Beat Zehnder fragte noch FIA-Rennleiter Charlie Whiting, ob man sich neben die Startbox stellen könne, doch das strenge Reglement erlaubt nur einen Versatz von einer halben Radbreite. Sonst schlägt der Frühstartsensor an.

Sauber wird unter Wert geschlagen

Eigentlich hat Kobayashi alles richtig gemacht. "Schnell reagiert, dazu das ganze Handling der Knöpfe und Schalter optimal", lobte Zehnder. Doch die Hinterräder drehten auf dem Öl sofort durch. Nach einer Runde war der Japaner Siebter statt Dritter. Dann versuchte es Kobayashi mit der Brechstange und fuhr sich seinen ersten Reifensatz zu schnell kaputt. Schon nach neun Runden stand er an der Box.

Dumm gelaufen, denn die schnellste Runde im Schlussabschnitt zeigte, dass Sauber mehr drauf hatte als nur einen Punkt. Im dritten Turn kam Kobayashi in einer Lücke im Verkehr zurück auf die Strecke. Innerhalb kurzer Zeit hatte er zehn Sekunden auf Pastor Maldonado aufgeholt. Dann blieb er hinter dem Williams hängen, und die weichen Reifen gingen sofort in die Knie. "Das Potenzial des Auto ist besser als das Ergebnis", resümiert Zehnder. "Platz sechs und sieben hätten drin liegen müssen."

Sauber-Setup zu stark auf Qualifying ausgerichtet

Vielleicht hatte Sauber ein bisschen zu stark auf ein gutes Trainingsergebnis geschielt. Die mit Abstand besten Top-Speeds ließen das vermuten. Die machte die Sauber für die Konkurrenz zwar fast unüberholbar auf der Geraden, doch der reduzierte Abtrieb ging auch auf die Reifen. Sergio Perez konnte sein Zweistopprennen nicht so fahren wie es der Fahrplan vorsah.

"Wir haben das Setup zu stark Richtung Training gebaut", gab Geschäftsführerin Monisha Kaltenborn zu. Nach dem zweiten Platz in Malaysia war der eine Punkt von China eine Enttäuschung.

Bis zum ersten Boxenstopp lag Perez noch voll im Plan. "Da hatte er Kurs auf einen Podestplatz", analysiert Zehnder. Als der Mexikaner zwei Runden später Romain Grosjean angriff, geriet er neben die Ideallinie und sammelte Reifenschnipsel auf. "Davon hat sich dieser Reifensatz nie mehr erholt. Kimi ist zum Schluss des Rennens das gleiche passiert."

Prinzipiell war die Zweistoppstrategie nicht dumm. Nico Rosberg hat auf diese Weise gewonnen. "Nico hatte natürlich auch immer freie Fahrt", wirft Zehnder ein. "Wir sind immer im Verkehr gesteckt."

Aussprache nach Beinahe-Crash

In der 49. Runde gab es an der Sauber-Box eine kurze Schrecksekunde. Perez wehrte einen Angriff von Kobayashi ab und drängte den Teamkollegen dabei fast aufs Gras. Bei Tempo 320. So etwas kann eine Freundschaft auseinanderbringen. Bei Sauber gab es gleich nach dem Rennen eine Aussprache.

"Der Fall ist geklärt", winkte Zehnder ab. Jetzt blickt Sauber nach Bahrain. Dort wird mit einem Hitzerennen gerechnet. Das hilft den Autos, die pfleglich mit ihren Reifen umgehen. Wetten, dass die Autos aus Hinwil nicht noch einmal Spitzenreiter im Top-Speed sind.

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