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Konkurrenz geschockt

Wundermotor von Mercedes

Nico Rosberg - Mercedes - GP Italien - Monza - Freitag - 4.9.2015 Foto: xpb 103 Bilder

Mercedes schockt seine Gegner mit seinem neuen Motor. Die Silberpfeile waren am ersten Trainingstag fast acht Zehntel schneller als der Rest. Auch beim Topspeed diktierten die Mercedes das Tempo. Ein klares Indiz, dass die neue Motorspezifikation deutlich mehr Power hat.

04.09.2015 Michael Schmidt

Offiziell ist der neue Mercedes-Motor ein taktischer Schachzug. Die Ingenieure um Andy Cowell haben den Sechszylinder schon mit Blickrichtung 2016 für eine neue Benzinentwicklung modifiziert. Es sei die Plattform für weitere Schritte im nächsten Jahr. Dafür wurden alle 7 Rest-Token investiert. Der Leistungsgewinn ist nach Aussage der Teamleitung eher gering. Das wird nach dem ersten Trainingstag in Monza angezweifelt.

Rosberg und Hamilton fegen über die Geraden

Mercedes beherrschte nicht nur die Rangliste der Rundenzeiten, sondern im ersten Training auch die Topspeed-Tabelle. Nico Rosberg fegte mit 352,0 km/h über die Zielgerade. Der nächstschnellste Fahrer war Nico Hülkenberg im Force India-Mercedes mit 347,3 km/h. Die Ferrari und Williams verloren zwischen 5 und 7 km/h auf Mercedes. Am Nachmittag reduzierte Force India den Abtrieb, was Sergio Perez auf 356,7 km/h brachte. Mercedes änderte nichts und verbesserte sich nur auf 353 km/h.

Normalerweise sind die Mercedes-Kunden auf der Geraden meist etwas schneller als das Werksteam. Was natürlich auch daran liegt, dass die Werksauto den größten Anpressdruck generieren. Williams, Lotus und Force India-Fahrer Sergio Perez bekamen in Monza zwar auch frische Antriebseinheiten, allerdings von der alten Spezifikation.

Mercedes packt verbotene Bereiche an

Am Ende war der Frust im Lager der Geschlagenen groß. Der Vorsprung von Mercedes wächst, statt dass er kleiner wird. Red Bull-Berater Helmut Marko stöhnte. "Heute ist Freitag. Wir wissen, dass Mercedes erst am Samstag die Power voll aufdreht." Der Sprung ist in der Regel größer als bei den Gegnern. Mercedes bereitet der große Vorsprung nicht nur Freude. Man weiß, dass bald wieder Stimmen laut werden, dass die Überlegenheit dem Sport schade. Teamchef Toto Wolff beruhigte: "Die Kunden sollen so bald wie möglich die neue Motorentwicklung bekommen."

Während die Motorenhersteller die Zahl der Token bekanntmachen müssen, bleibt geheim, wo sie ihre Token einsetzen. Bei Mercedes liegt es auf der Hand. Wenn ein neues Benzin die treibende Kraft war, dann muss es sich um Verbesserungen im Brennraum und Ventiltrieb handeln. Und genau da sind für 2016 vier Bereiche verboten, die man 2015 noch anfassen darf. Es handelt sich dabei um die Bohrung, den Stirnradsatz und die Kurbelwellenlager. Zählt man die Punkte zusammen, kommt man auf 7 Token. Übrigens soll auch Ferrari im Bereich des Brennraums nachgebessert haben.

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