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Formel 1-Technik: Konkurrenz kopiert Diffusor-Trick

Red Bulls Diffusor-Trick voll im Trend

Red Bull Diffusor 2010 Foto: Red Bull 14 Bilder

Red Bull zeigte den Trick als erstes Team. Seit Barcelona wird beim Vettel-Auto ein Teil der Auspuffgase in den Diffusor geleitet. Das erhöht den Abtrieb. Ferrari, Renault und Mercedes kopieren jetzt das Konzept in Valencia. Williams und McLaren werden in Silverstone folgen.

25.06.2010 Michael Schmidt

Der Trick ist eigentlich uralt. Renault hat ihn schon in den 80er Jahren ausprobiert. Ohne großen Erfolg. Renault leitete die Auspuffgase in den Diffusor um die Luftzirkulation zu beschleunigen und so den Anpressdruck zu erhöhen. Der Schuss ging nach hinten los. Da die Beschleunigung der Luft abhängig davon ist, mit wieviel Geschwindigkeit und Intensität die Auspuffgase in den Diffusor blasen, schwankt auch der Abtrieb.

Red Bull wagt zweiten Anlauf mit angeblasenem Diffusor

Auch später wurde die Idee immer wieder aufgegriffen und genauso oft verworfen. Auch Adrian Newey erlebte mit McLaren eine Pleite, als er das Prinzip des angeblasenen Diffusors versuchte. Jetzt hat er den Trick offenbar im Griff. Red Bull tauchte beim letzten Test in Barcelona vor Saisonbeginn erstmals mit der Auspufflösung auf, die jetzt Vorlage für die Konkurrenz ist.

Die Auspuffrohre münden seitlich neben den Hinterrädern und lenken die Luft direkt auf das Diffusordach. In einer zweiten Version, die beim GP Spanien debütierte, wird ein Teil dieser Luft durch einen kleinen Kanal auch in den Diffusor geleitet. Da Red Bull Erfolg damit hat, wurden die anderen Teams schnell darauf aufmerksam.

Ferrari, Mercedes und Renault kopieren schnell

Es dauert gerade mal vier Rennen, bis die ersten Kopien auftauchten. Ferrari, Mercedes und Renault zeigen in Valencia neue Auspuffführungen, die vom Konzept her an die Red Bull-Lösung erinnern. Alle drei haben aus Zeitgründen jedoch nur einen Teil des Tricks kopiert. "Es werden bis Hockenheim noch weitere Schritte folgen", verspricht Mercedes-Teamchef Ross Brawn.

Es hat auch noch einen zweiten Grund, warum sich die Nachahmer schrittweise an das Thema herantasten. "Wir müssen die neue Technik ungetestet im Training ausprobieren und uns langsam an die Vorteile herantasten", sagt Brawn. Ferrari versuchte einen Filmtag in Fiorano dafür zu nutzen. "Ich bin mit 60 km/h hinter dem Kameraauto hergefahren. Da lag das Auto sehr stabil auf der Straße", juxte Fernando Alonso. Natürlich war der Spanier auch alleine auf der Piste. "Aber ich hatte ungefähr zehn Kameras am Auto. Wir konnten also nicht richtig Gas gaben."

Angeblasener Diffusor nicht ohne Risiko

Trotzdem blieb Zeit, um einen Vorgeschmack auf einen der größten Risikofaktoren zu bekommen. Die Verlegung des Auspuffs schafft innerhalb der Motorabdeckung neue Hitzenester, und es besteht die Gefahr, dass die bis zu 600 Grad heißen Auspuffgase die Innenflanken der Hinterreifen weichkochen. Inwieweit der Abtrieb schwankt lässt sich erst bei voller Fahrt feststellen. "Das Freitagstraining ist deshalb für uns wie ein Test", sagt Robert Kubica. "Das System hat potenzielle Vor- und Nachteile. Wir werden mehr darüber am Freitag abend wissen."

Auch andere Teams haben im Windkanal bereits Modelle mit dieser Konfiguration stehen. Williams will in Silverstone folgen und verspricht sich eine halbe Sekunde davon. Das wundert Red Bull-Teamchef Christian Horner: "Bei uns bringt das ein bis zwei Zehntel." Auch McLaren ist in England mit einem großen Update-Paket am Start, dessen Kern die Verlegung des Auspuffsystems ist.

Red Bull gibt sich geheimnisvoll

Bei Sauber steckt man noch mitten im Windkanalstudium und macht offenbar die gleiche Erfahrung. Die ersten Ergebnisse brachten noch nicht den gewünschten Quantensprung. Dazu ein Red Bull-Mann mit verschmitztem Gesicht: "Man muss eben wissen, was man aus dieser Anordnung macht. Manchmal liegt der eigentliche Vorteil nicht direkt auf der Hand."

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