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Konstrukteurstitel für Red Bull

Ein Team, das nichts dem Zufall überlässt

Webber & Vettel - GP Korea 2011 Foto: xpb 61 Bilder

Eine Woche nach dem Gewinn der Fahrer-WM ging auch der Konstrukteurstitel an Red Bull. Das Erfolgsgeheimnis? Ein schnelles Auto, zwei starke Fahrer und die Liebe zum Detail.

17.10.2011 Bianca Leppert

Im Fahrerlager dröhnte schon kurz nach dem Korea-Zieleinlauf "We are the Champions" von Queen aus der Red Bull Box. Sebastian Vettel saß da noch in der Pressekonferenz und erzählte von seinem Rennen. In Japan hat er die Weltmeisterschaft gewonnen. Nur eine Woche später grinst er wie ein Honigkuchenpferd und freut sich über den Sieg in Korea. Er hat den Ehrgeiz, immer der Beste zu sein. Da kann ein dritter Platz wie in Japan auch schon mal die Laune trüben - trotz Titelgewinn.

Selbst der Sieg in Korea war für ihn noch nicht genug. Es gab noch mehr zu erreichen: zum Beispiel die schnellste Rennrunde. Obwohl es dafür keine Punkte gibt, kabbelten sich Vettel und Teamkollege Mark Webber schon im vergangenen Jahr immer wieder um das Bonbon für das Selbstbewusstsein. In Korea schaffte er das Kunststück zum zweiten Mal in dieser Saison nach dem Rennen in Valencia.

"Idiot" Vettel fährt schnellste Rennrunde

"Ich glaube, sie bringen mich jetzt um", meinte Vettel und schmunzelte. "Über Funk sagten sie 'Du hast die schnellste Runde nicht geschafft', was natürlich nicht stimmt. Dann sagten sie über Funk 'Idiot, du hast es geschafft.' Es ist wirklich albern. Es ist nur eine Kleinigkeit. Es hat wahrscheinlich mehr mit dem Ego zu tun, denn es gibt ja keine Punkte."

Dieses Detail zeigt einmal mehr, dass sich Vettel erst dann zufrieden gibt, wenn er alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt. Um das zu schaffen, ist ihm keine Anstrengung zu viel. Sein Team Red Bull funktioniert nach dem gleichen Prinzip. Nichts wird dem Zufall überlassen.

Obwohl die Red Bull-Mannschaft zu den schnellsten bei den Boxenstopps gehört, wird immer wieder geübt. Bis jeder Handgriff sitzt. Bis zur Erschöpfung. Bis zur Perfektion. Den Red Bull RB7 zeichnet die gleiche Fehlerlosigkeit aus. 10 Siege, 15 Pole-Positionen, 3.454 Führungskilometer bei insgesamt 9.468 gefahrenen Kilometern. Das entspricht mehr als einem Drittel der gesamten Saison. Dabei war auf den RB7 immer Verlass. Es gab keinen einzigen technischen Ausfall.

Newey feiert nicht in Korea

Ausgerechnet in Korea, wo Red Bull im vergangen Jahr zuletzt aufgrund eines Motorschadens stehen blieb, zelebrierte das Team nun den Gewinn der Konstrukteursmeisterschaft. "Es wird nie einfacher", sagt Teamchef Christian Horner mit Blick in die Zukunft. "Es wäre dumm, Ferrari, McLaren oder Mercedes zu unterschätzen. Es wäre arrogant zu sagen, diese Leistung ist normal. Es ist nicht normal. Es braucht eine übermenschliche Anstrengung, das zu versuchen und zu erreichen. Unsere Konkurrenten werden über den Winter hart arbeiten. Natürlich haben wir Kontinuität in allen Bereichen. Das ist sehr wichtig." Zu dieser Kontinuität gehört auch Technikguru Adrian Newey. Der weilte nicht in Korea, sondern tüftelte schon am Red Bull für 2012.

Die selbstkritische Betrachtung ist eine weitere Stärke des Teams. Aus Fehlern werden Schlüsse gezogen. Sich auf dem Erfolg auszuruhen, kommt nicht in Frage. Aber verspürt man als ehemals belächeltes Team eines Brauseherstellers nun nicht noch mehr Druck mit zwei Fahrertiteln und zwei Konstrukteurs-Titeln? "Verteidigen heißt das Ziel", sagt Teamberater Helmut Marko. "Da müssen wir die Latte nicht höher legen. Wir arbeiten am Anschlag, die ganze Zeit. So machen wir weiter." Im Hintergrund dudelt weiter laute Musik aus der Red Bull-Box. Sie haben eben auch noch Spaß dabei.

In unserer Fotogalerie zeigen wir Ihnen noch einmal den rasanten Aufstieg von Red Bull - vom Formel 1-Einstieg 2004 bis zur Verteidigung des Kontrukteurspokals 2011.

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