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Freitagstrainings nutzlos

Gibt es am Sonntag einen Chaos Grand Prix?

Regenreifen - Formel 1 - GP Korea - 14. Oktober 2011 Foto: xpb 48 Bilder

Der Freitag war für die Fahrer ein verlorener Tag. Dauerregen machte die Resultate wertlos. Im Rennen soll die Strecke trocken sein. Damit konzentriert sich die gesamte Rennvorbereitung auf das 60-minütige Training am Samstagmorgen. "Es wird ein Grand Prix mit vielen Unbekannten", prophezeiht Ross Brawn.

14.10.2011 Michael Schmidt

Der GP Korea könnte ein Chaosrennen werden. Dabei ist für den Sonntag trockenes Wetter vorhergesagt. Doch zwei verregnete Trainingssitzungen am Freitag lassen alle Fragen offen. Welches Abtriebsniveau? Welche Getriebeübersetzung? Und die wichtigste: Wie lange halten die Reifen? Die Rennvorbereitung muss jetzt komplett auf das dritte Training am Samstag verschoben werden. Arbeit, die normalerweise 180 Minuten dauert, wird auf 60 Minuten komprimiert. Dabei bleiben zwangsläufig Fragen offen.

Aufsplitten der Strategien

Mercedes-Teamchef Ross Brawn legt die Priorität auf die Rennvorbereitung: "Wenn es eng wird, müssen wir die Qualifikationssimulation sausen lassen." Felipe Massa warnt davor: "Als Fahrer willst du wenigstens einmal ein Gefühl dafür kriegen, wie sich das Auto mit wenig Benzin im Tank anfühlt." Sebastian Vettel gibt Massa Recht: "Du willst zuerst einmal ein Auto haben, das schnell ist. Unser Samstagsprogramm wird sich nicht so stark vom normalen Ablauf unterscheiden."

Williams splittet die Arbeit auf seine beiden Fahrer auf, um Zeit zu gewinnen. Teammanager Dickie Stanford lässt durchblicken: "Einer wird einen Dauerlauf mit den weichen, der andere mit den extraweichen Reifen bestreiten. Ich schätze mindestens zehn Runden am Stück. Einige Setup-Änderungen werden wir gleich in der Boxengasse vornehmen. Das spart Zeit im Vergleich dazu, wenn wir die Autos in die Garage zurückschieben."

Die meisten werden wie im Vorjahr mit einer Konfiguration zwischen viel und wenig Abtrieb beginnen. "Wir haben es da einfach", juxt Timo Glock. "Bei uns ist überall maximaler Anpressdruck angesagt." Vielleicht bleibt so noch Luft für einen Qualifikationsversuch ganz am Ende des Trainings. Massa zweifelt: "Je nachdem wieviel Benzin vorher im Tank war. Das Abpumpen kostet auch Zeit." Vettel ergänzt: "Das kannst du vergessen. Du fährst mit den Spritmengen, mit denen du auch sonst am Samstag unterwegs bist. Große Benzinmengen rein- und rauspumpen nimmt zuviel Zeit in Anspruch."

Bis zu fünf Stopps

Die Reifen machen den Teams Sorgen. Obwohl der Korean Valley Circuit zu den härtesten Strecken für die Reifen zählt, brachte Pirelli die beiden weichsten Mischungen mit. "50 Prozent der Teams haben uns zum Zeitpunkt der Entscheidung dazu ermutigt", verteidigt sich Reifenchef Paul Hembery. Ingenieure und Fahrer werden jetzt erst am Samstagmittag wissen, wie oft sie am Sonntag Reifen wechseln müssen. Es werden bis zu fünf Stopps befürchtet.

Ross Brawn erklärt das Prozedere bei der auf Samstag verschobenen Rennsimulation: "Der Fahrer bleibt so lange draußen, bis der erste signifikante Gripverlust einsetzt. Ausgehend von der Erfahrung rechnen wir hoch, wie schlimm es am Sonntag sein wird. Zum Glück verändert sich die Strecke zwischen Samstag und Sonntag kaum noch." Es gibt nur ein Rahmenrennen. 60 Minuten freies Training und die Qualifikation reichen nicht aus, entscheidend Gummi auf die Fahrbahn zu legen.

Getriebeübersetzung knifflig

Bei der Getriebeübersetzung verlassen sich die Teams auf ihre Simulationsprogramme. Sie müssen sich schon am Freitagabend festlegen, was sie am Sonntag machen. Es kommt zwar in diesem Jahr die Heckflügelverstellung als Unbekannte hinzu, doch da kann man auf die F-Schacht Erfahrung vom letzten Jahr zurückgreifen. "Das sollte ungefähr das gleiche sein", meint Nico Hülkenberg. "Der siebte Gang ist kein Problem, weil die Gerade so lang ist", erklärt Ross Brawn. "Bei den anderen Gängen besteht aber schon die Gefahr, dass wir danebengreifen." Die Vorhersage, dass der Wind zunehmen soll, erschwert die Denksportaufgabe. Je nachdem woher er bläst, kann das Getriebe zu lang oder zu kurz übersetzt sein.

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