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Zu hohe Kosten

Kritik am Rennen für Reservefahrer

Susie Wolff - Williams - F1 Test Spielberg - 2015 Foto: xpb

Eigentlich gibt es am Qualifikations-Format wenig auszusetzen. Trotzdem haben die Teams, die FIA und Bernie Ecclestone über eine Evolution gesprochen. Weil das den großen Teams zu unberechenbar war, kamen sie mit einem Gegenvorschlag: Eine Sprintrennen für Reservefahrer.

10.07.2015 Michael Schmidt

Es ist immer das gleiche. Die großen Teams scheuen alles, was sie nicht berechnen können. Am liebsten würden sie dem Zufall gar keine Chance geben. Dabei ist es genau das, was Sport so interessant macht. Wenn man nicht schon vorher weiß, was hinterher passiert. Ein Beispiel für die übertriebene Vorsicht der Hauptdarsteller ist die Diskussion über ein neues Qualifikationsformat.

Eigentlich ist das augenblickliche K.O.-System nicht schlecht. Auf jeden Fall um Welten besser als die verschiedenen Formen des Einzelzeitfahrens, die zwischen 2003 und 2005 durchexerziert wurden. Einziger Schwachpunkt der aktuellen Variante: Manchmal bleiben die Fahrer aus taktischen Gründen lieber in der Garage. Oder sie haben bis zum Q3 schon alle Reifensätze verheizt. Der zusätzliche Satz in diesem Jahr hat da schon viel geholfen.

Mehr Action durch Sprintrennen der Reservefahrer

Trotzdem gab es Überlegungen, den Samstag etwas aufzuwerten. Für die Zuschauer an der Strecke und am TV-Schirm. Im Rahmen der Strategiegruppensitzung am 1. Juli wurde deshalb eine Evolution des aktuellen Qualifikationsmodus besprochen.

Und die sieht so aus. Das dritte freie Training entfällt. Dafür gibt es am Samstagvormittag die Qualifikation nach dem K.O.-System. Wahlweise in einer verschärften Spielart, wonach alle zwei Minuten der Letzte ausscheidet. Was die Teilnehmer zwingen würde, immer auf der Strecke zu bleiben.

Die Reihenfolge dieses Training ergibt die Startaufstellung für ein Sprintrennen am Samstagnachmittag. Das Ergebnis des Sprints ist dann die endgültige Startaufstellung für den Grand Prix. Der Sprint müsste so kurz sein, dass es keine Boxenstopps gibt. Die Fahrer sollten je nach Streckenlänge 10 bis 15 Runden am Limit unterwegs sein.

Die Zuschauer bekämen am Samstag zwei Spannungsmomente geboten. Auf die Reifen würde ungefähr die gleiche Kilometerzahl zukommen wie beim aktuellen Format. Und es würde automatisch mehr am Freitag gefahren. Weil die Arbeit für 3 freie Trainingssitzungen in 2 gepackt werden muss.

Schnellschuss, der nur Geld kostet

Bernie Ecclestone und die Vertreter der Rechteinhaber fanden den Vorschlag gut. Die großen Teams weniger. Zu viele Unsicherheitsfaktoren, zu groß die Chance, beim richtigen Rennen einen schlechten Startplatz zu haben. Offiziell haben es die Teams natürlich anders verkauft. "Wir wollen den Grand Prix am Sonntag nicht entwerten", sagt Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Befürworter widersprechen. Der Grand Prix wäre immer noch das das Hauptereignis. Denn nur am Sonntag gibt es WM-Punkte.

Die großen Teams kamen mit einem Gegenvorschlag. Einem Sprintrennen für die Reservefahrer. Der schnellste soll dann am Rennen teilnehmen dürfen. Die kleinen Teams winken sofort ab. Sie halten es für ein Ablenkungsmanöver, um die eigentliche Idee vom Tisch zu bekommen.

"Wer soll das bezahlen? Jeder müsste ein drittes Auto mitbringen, weil ja die Chance besteht, dass dein Fahrer am Sonntag das Rennen fahren muss. Und bekommt der dann Punkte oder nicht? Zählen die nur für den Fahrer oder auch für das Team? Das war wieder so ein Schnellschuss, bei dem sich keiner Gedanken über die Folgen gemacht hat", kritisiert Sauber-Teammanager Beat Zehnder

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