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Kostenbremse auf der Agenda

Jean Todt will Privatteams helfen

Jean Todt & Vijay Mallya - GP Abu Dhabi 2014 Foto: xpb

Zwei Tage nach dem F1-Finale finden die zwei wichtigsten Formel 1-Sitzungen des Jahres statt. Es geht um die Zukunft der Formel 1 und um Details wie die doppelten Punkte. FIA-Präsident Jean Todt hat versprochen, den Privatteams zu helfen. Er bringt eine Kostendeckelung und Fixpreise für Motoren auf die Agenda.

25.11.2014 Michael Schmidt

Das wird eine Marathonsitzung in Genf. Am Dienstag (25.11.2014) tagt zunächst die F1-Strategiegruppe, dann die Formel 1-Kommission. In der Strategiegruppe sind die privilegierten Teams Ferrari, Red Bull, Mercedes, McLaren und Williams vertreten. Dazu Lotus, je sechs Vertreter von FIA und FOM.

Anschließend dürfen im Rahmen der Formel 1-Kommission alle Teams abstimmen. Dazu die FIA, FOM, die Promoter, Reifenlieferanten, Motorenhersteller und Sponsoren. In die Formel 1-Kommission werden nur Themen zur Abstimmung weitergeleitet, die vorher von der Strategiegruppe durchgewunken wurden.

Genau das ist das Problem. Beim letzten Mal schaffte es der Antrag von FIA-Präsident Jean Todt für eine Kostendeckelung nicht durch das Gremium. Die Teams und die FOM waren geschlossen dagegen. "Auch Lotus", beklagt sich Todt. "Jetzt betteln sie um eine Kostenreduzierung."

Lotus-Chef Gerard Lopez präzisiert: "Wir waren gegen eine Budgetdeckelung, weil wir sie bei den Herstellern für nicht überprüfbar halten. Stattdessen wollten wir eine wirksame Ressourcenbeschränkung und Entwicklungsbremse. Und das wollte keiner."

Hersteller wollten die neuen Motoren

Jean Todt will angesichts der Krisenstimmung in der Formel 1 einen zweiten Versuch unternehmen, über eine Kostenbeschränkung abstimmen zu lassen. Und er bringt noch drei weitere Punkte auf die Agenda. "Ich will, dass die Privatteams bezahlbare Motoren bekommen, dass wir Lösungen finden, wie wir alle Teams an Bord halten können und dass wir Vorschläge ausarbeiten, wie wir die Show verbessern können."

Zumindest bei Motorenstreit ist Todt zuversichtlich, dass man zu einer Einigung kommt: "Die Hersteller wollten die aktuellen Motoren. Also müssen sie auch dafür sorgen, dass man sie bezahlen kann."

Auch das Thema Entwicklung wird auf den Tisch kommen. "Es macht erst Sinn, die Entwicklung einzufrieren, wenn die einzelnen Motoren ungefähr auf einem Niveau liegen. Andererseits können wir Mercedes jetzt nicht dafür bestrafen, dass sie gute Arbeit geleistet haben."

Der Ruf nach der Rückkehr zum alten V8 oder den Wechsel auf eine V6-Biturbo-Formel ist für Todt indiskutabel: "Das ist blanker Unsinn. Wir tun dem Sport mit diesen Diskussionen keinen Gefallen."

Jean Todt will kein Diktator sein

Todt weiß, dass auch sein zweiter Anlauf, die Kosten in der Königsklasse zu senken, scheitern könnte. Er findet sich damit ab. Seine Kritiker werfen ihm vor, dass er in diesem Fall bestimmter auftreten müsse. "Was soll ich machen? Ich kann nicht Kraft meines Amtes neue Regeln bestimmen. Wir haben bestimmte Entscheidungswege, an die wir uns halten müssen. Wenn die Mehrheit der Teams dagegen ist zu sparen, muss ich das akzeptieren. Das ist Demokratie."

Den Vorwurf, dass die Strategiegruppe eine überflüssige Instanz ist, weil es heikle Themen wie eine Kostenbremse erst gar nicht in die Formel 1-Kommission schaffen, in der dann die kleinen Teams vertreten sind, lässt Todt nicht gelten. "Wenn in der Strategiegruppe mit 6:0 gegen eine Budgetgrenze gestimmt wird, wären es in der Formel 1-Kommission 6:5 Stimmen. Das reicht immer noch nicht."

Der FIA-Präsident hält nichts von dritten Autos oder Kundenteams. "Wenn es nächstes Jahr nur neun Teams gibt, werden auch nur 18 Autos am Start stehen. Wir hatten in der Moto GP auch schon mal eine Zeit, in der nur 16 Motorräder am Start gestanden sind."

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