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Kovalainen

Der Pechvogel des Jahres

Foto: dpa 28 Bilder

Heikki Kovalainen könnte sich die Haare raufen. Es gibt kaum ein Rennen, bei dem der Finne ohne Probleme durchkommt. Kein Fahrer hat soviel Pech wie der 26-jährige McLaren-Pilot.

30.05.2008 Michael Schmidt

Mercedes-Sportchef Norbert Haug rechnet damit, dass sein Fahrer in den ersten sechs Rennen schon 20 Punkte verloren hat, "ohne seine Schuld". Im Augenblick rangiert Kovalainen mit 15 Zählern auf dem sechsten Platz des Gesamtklassements, 23 Punkte hinter Spitzenreiter Lewis Hamilton.

Das Pech schlug bereits beim ersten Rennen in Melbourne zu. Kovalainen hatte Kurs auf Platz zwei genommen, als das Safety-Car für ihn zur dümmsten Zeit auf die Strecke ging. Der Vorsprung auf seine Verfolger schmolz auf Null, und er musste mit dem Tanken warten, bis das ganze Feld aufgeschlossen hatte. Damit fiel der McLaren mit der Nummer 23 auf den letzten Platz zurück.

Erfolg in Malaysia

Der GP Malaysia verlief weitgehend normal. Prompt fuhr Kovalainen als Dritter auf das Podest - vor Teamkollege Lewis Hamilton. In Bahrain verspekulierte sich McLaren mit den Reifen. Statt die für das Auto besser geeigneten harte Mischung zwei Mal zu wählen und die weiche nur ein Mal, entschieden die Strategen umgekehrt. Am Ende kam immerhin noch Platz fünf heraus. Kovalainen räumt in diesem Rennen allerdings auch einen Fehler ein, der auf seine eigene Kappe geht. "Ich habe mir einen Bremsplatten eingefahren. Die Reifenvibrationen waren danach so stark, dass ich kaum die Straße erkennen konnte."

In Barcelona und Istanbul war der Ex-Renault-Pilot der schnellste Mann auf der Strecke, wenn man das Benzingewicht mit einkalkuliert. Ein Felgenbruch bei 240 km/h riss Kovalainen in Barcelona unsanft aus dem Rennen. Zwei Wochen später zerstörte ihm Landsmann Kimi Räikkönen eine Siegchance. Im Startgetümmel schlitzte der Ferrari-Pilot den linken Hinterreifen des McLaren auf. Der außerplanmäßige Boxenstopp warf Kovalainen auf den letzten Platz zurück. Am Ende kam er als Zwölfter ins Ziel.

Startprobleme im Fürstentum

In Monte Carlo begann das Drama schon vor dem Start. Wieder einmal hatte der Unglücksrabe mehr Benzin an Bord als seine direkten Konkurrenten Massa, Räikkönen, Hamilton und Kubica. Doch als er in die Formationsrunde starten wollte, trennte die Kupplung nicht. "Der erste Gang ließ sich nicht einlegen", verzweifelte Kovalainen. Die Mechaniker schon den McLaren in die Boxengasse, tauschten das Lenkrad, und Getriebe und Kupplung verrichteten ihren Dienst, als wäre nie etwas passiert. Die Aufholjagd brachte ihm am Ende noch den bescheidenen Lohn von einem Punkt. Die zweitschnellste Rennrunde aber zeigt, was möglich gewesen wäre.

McLaren-Direktor Martin Whitmarsh ist voll des Lobes für den Neuzugang. Am meisten imponiert ihm die stoische Gelassenheit des Finnen. "Lewis findet hinterher beim Briefing immer noch ein, zwei Zehntel, der er hätte schneller fahren können. Heikki bleibt meistens ruhig, und wenn man in fragt, dann sagt er höchstens, dass er mit seinem Speed zufrieden ist." Für Whitmarsh ist Kovalainens guter Einstand auch ein persönlicher Sieg. "Ich habe mich gegen einigen Widerstand im Team für ihn als Fahrer neben Lewis eingesetzt. Am Anfang war mir etwas unwohl, weil ich damit unserem Testfahrer Pedro de la Rosa die Chance auf ein Renncockpit verbaut habe. Pedro ist ein guter Freund von mir. In den ersten Tagen, nachdem unsere Fahrerentscheidung bekanntgegeben worden war, hat es Pedro vermieden, den Namen Heikki Kovalainen in den Mund zu nehmen. Heute denkt er anders darüber. Er weiß wie wir alle, dass wir mit Heikki den goldenen Griff gemacht haben."

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