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Kovalainen sofort schnell im Lotus

"Erwische manchmal die falschen Knöpfe"

Heikki Kovalainen - Lotus - Formel 1 - GP USA - 15. November 2013 Foto: xpb 105 Bilder

Heikki Kovalainen war die große Überraschung des ersten Trainingstags von Austin. Der Räikkönen-Ersatz landete auf Anhieb auf Platz 5, und das auch noch vor Lotus-Teamkollege Romain Grosjean. Ans Auto gewöhnte sich Kovalainen schnell. mit dem Lenkrad hat er noch Mühe.

16.11.2013 Michael Schmidt

72 Stunden vor dem ersten Training zum GP USA ahnte Heikki Kovalainen noch nicht, dass er das vorletzte Rennen des Jahres in einem Lotus sitzen würde. Eigentlich war die Reise nach Austin gar nicht eingeplant, denn sein Arbeitgeber Caterham hatte den Freitags-Job an den Amerikaner Alexander Rossi abgegeben. Nach einer Sitzprobe in Enstone und drei Stunden im Lotus-Simulator machte sich Kovalainen dann doch auf den Weg nach Austin. Er war der letzte Fahrer, der in Texas eintraf.

Am Ende der ersten 136 Trainingsminuten rieb sich die Formel 1-Gemeinde verwundert die Augen. Heikki Kovalainen fuhr den Lotus, als hätte er die ganze Saison nichts anderes getan. Nach insgesamt 59 Runden stand der Lotus-Ersatzpilot hinter Sebastian Vettel, Mark Webber, Nico Rosberg und Lewis Hamilton auf Platz 5. Der Abstand zur Spitze betrug nur 0,768 Sekunden. Dafür war der frühere McLaren-Pilot um 0,182 Sekunden schneller als Teamkollege Romain Grosjean.

Lenkrad-Prozeduren noch nicht vertraut

Zwei Dinge will Kovalainen noch geändert haben. Als erstes den Sitz. "Ich sitze in Kimis Sitzschale. Die gibt mir an den Schultern ein bisschen wenig Halt. Das können wir hier an der Strecke nachbessern." Auch das Lenkrad macht noch Probleme. "Die Knöpfe und Schalter sind an einer anderen Stelle als beim Caterham. Ich muss noch zu viel nachdenken, wo ich draufdrücke, und manchmal erwische ich auch noch die falschen Knöpfe. Besonders wenn es darum geht, KERS im Detail richtig zu nutzen." Der Blonschopf meint damit vor allem die unterschiedlichen Ladestrategien.

Der technische Direktor Nick Chester war voll des Lobes für Kimi Räikkönens Vertretung: "Heikki hat einen hervorragenden Job gemacht. Er hat sich gleich wohl gefühlt im Auto. Platz 5 ist ein tolles Ergebnis, aber auch im Longrun hat er gute Arbeit geleistet."
 
Die Konkurrenz notierte jedoch, dass die Reifen bei Kovalainen stärker abbauten als bei Grosjean. Das liegt daran, dass sich der Neuling im Team erst mit den Feinheiten des Autos anfreunden muss. Die generelle Gewöhnungsphase dauerte nur ein paar Runden: "Das Auto benahm sich in Wirklichkeit ziemlich ähnlich wie im Simulator. Besonders in schnellen Kurven und beim Bremsen. Nur in den langsamen Kurven stimmt das Computer-Modell nicht ganz. Das war aber auch im McLaren-Simulator so."
 
Natürlich ist der Lotus E21 es eine andere Welt als der gewohnte Caterham. Kovalainen will es gar nicht an einem Detail festmachen: "So viel anders fühlt es sich gar nicht an. Natürlich spürt man einen Unterschied. Der Lotus ist in jeder Disziplin ein bisschen besser. In Summe macht das einfach viel mehr Grip aus."

Kovalainen übt Boxenstopps und Starts

Während das Umfeld jubelte, blieb der 32-jährige Finne auf dem Teppich. Ein fünfter Platz am Freitag ist kein Garantieschein für ein Top Ten-Resultat in der Qualifikation. "Ein kleiner Fehler, oder nicht ganz 100 Prozent, und schon fliegst du raus aus dem Q3." Was auch kein Beinbruch wäre, meint Kovalainen, und verweist auf seinen Landsmann Räikkönen: "Kimi war in ein paar Trainings nicht optimal unterwegs, hat am Sonntag dann alles wieder wettgemacht."
 
Weil das erste Training wegen Problemen mit dem Rettungshubschrauber um 44 Minuten verkürzt werden musste, und weil Kovalainen sich schneller mit seinem neuen Dienstfahrzeug zurechtfand als erwartet, spulte der Lotus-Reservepilot fast das gleiche Trainingsprogramm ab wie es sonst die Stammpiloten tun. "Nur am Beginn habe ich ein paar Starts und Boxenstopps geübt."

Kovalainens Ziel ist kein Ziel zu haben

Das Ziel von Kovalainen ist, sich kein Ziel zu setzen. "Ich will einfach so schnell wie möglich an meine 100 Prozent kommen. Als ich den Job bekommen habe, wusste ich, dass ich mit der Aufgabe fertig werde. Das einzige Fragezeichen war, wie lange ich brauchen werde, um auf Speed zu kommen. Das ging erstaunlich schnell. Ich habe mir kein spezielles Resultat als Ziel gesetzt, weil ich den Einsatz nicht als letzte Chance sehe, um mich bei anderen Teams auf die Einkaufsliste zu setzen." Kovalainen hatte schon vorher mit Caterham um einen Stammplatz für 2014 verhandelt.

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