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Krieg in der Formel 1

Ferrari und Red Bull verlassen FOTA

Webber vs. Massa Foto: xpb 25 Bilder

Die heile Formel 1-Welt ist Geschichte. Ferrari und Red Bull haben die Teamvereinigung FOTA verlassen. Streitpunkt ist der neue Kostenbremse. Nun droht ein Rechtstreit zwischen den Rennställen.

02.12.2011 Tobias Grüner

Die Vereinigung der Formel 1-Teams wurde 2008 gegründet. Nach gut drei Jahren scheint die FOTA bei der ersten größeren Belastungsprobe zu zerbrechen. Ferrari und Red Bull haben am Freitag (2.12.) offiziell ihren Ausstieg aus dem Bündnis erklärt. Sollten die beiden Top-Teams ihre Meinung nicht ändern, wären sie nach Ablauf der zweimonatigen Frist im Februar draußen.

Mit der Aufkündigung der Teamvereinigung steht der Formel 1 ein Krieg bevor. Streitpunkt ist wieder einmal das Thema Geld. In den letzten Monaten haben die Rennställe intensiv an einer neuen Kostenbremse gearbeitet. Aber auch beim letzten Meeting zum sogenannten Ressource Restriction Agreement (RRA) in Sao Paulo hatte man sich nicht einigen können.

Red Bull stellt sich quer

Die Fronten sind verhärtet. Vor allem Red Bull stellte sich zuletzt quer. Dem Weltmeisterteam wird immer wieder unterstellt, sich nicht an den Formel 1-Sparplan zu halten. Die Konkurrenz behauptet, dass der Weltmeisterrennstall bei den Windkanalstunden und Computerkapazitäten falsch zählt und vermutlich auch an anderer Stelle das Abkommen bricht, wenn man sich den Produktionsaufwand für neue Teile vor Augen führt.

Auch beim Thema Mitarbeiterzahlen gibt es Misstrauen. Erlaubt sind in diesem Jahr nur 315 Menschen, die für den Bau und den Einsatz der Autos zuständig sind. Die offiziellen Geschäftszahlen aus dem Jahr 2010 zeigen aber, dass Red Bull und McLaren noch 300 Leute mehr beschäftigen, die nichts mit der Entwicklung und Wartung zu tun haben dürfen.

Mit dem aktuellen Abkommen konnte aber noch keinem Team ein Verstoß nachgewiesen werden. Die Informationspflicht der Rennställe ist begrenzt. Die fälligen Geldstrafen sind zudem nicht abschreckend genug. Das wollten die anderen FOTA-Mitglieder ändern. Die Einhaltung sollte nicht mehr über ein unabhängiges Geschäftsprüfungsunternehmen kontrolliert werden sondern von der FIA selbst. Der Weltverband könnte dann bei Zuwiderhandlung auch Sportstrafen aussprechen, die wehtun. Doch auch hier stellte sich Red Bull quer.

Wird Red Bull vor Gericht gezerrt?

Die Gegner vermuten hinter Red Bulls Störmanövern eine Verzögerungstaktik. Der ursprüngliche RRA-Vertrag läuft Ende 2012 aus. Eigentlich wollte man sich im Dezember noch einmal zur Diskussion treffen. Mit dem Austritt von Ferrari und Red Bull aus der FOTA scheint eine Einigung nun in weiter Ferne.

Eine kleine Chance gibt es allerdings noch, um einen ausufernden Budget-Krieg zu vermeiden. Letztes Jahr hatten sich die Teams in Singapur auf eine modifizierte Version der Kostenbremse geeinigt, die bis 2017 gilt. Mit der Unterschrift von Teamchef Christian Horner.

Red Bull zog seine Zusage mit dem Argument zurück, dass Horner gar nicht zeichnungsberechtigt sei. Worauf die anderen Teams Red Bull warnten, notfalls vor Gericht die Gültigkeit des Singapur-Dokuments einzuklagen. Wenn Herr Horner Verträge mit Fahrern und der FIA unterzeichnen könne, dann ist seine Unterschrift auch im Fall der Kostenbremse gültig.

Bernie Ecclestone freut sich über FOTA-Streit

Einen Gewinner hat der Streit in der FIA auf jeden Fall. Formel 1-Boss Bernie Ecclestone wird sich in seinem Büro in London die Hände reiben. Demnächst stehen neue Verhandlungen über das Concorde Agreement an, in dem die Vergabe der Prämien an die Teams geregelt wird. Wenn die Teams dabei nicht mit einer Stimme sprechen, kann das dem kleinen Zampano nur recht sein.

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