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Krisensitzung in London

Ecclestone trifft kleine Teams

Bernie Ecclestone - Formel 1 - GP Singapur - 22. September 2012 Foto: dpa

Bernie Ecclestone hat in Dubai gerade einen Vertrag mit dem neuen Seriensponsor "Emirates" abgeschlossen, und trotzdem geht die Formel 1 am Stock. Von Lotus, Caterham, Marussia und Force India gibt es beunruhigende Nachrichten. Bernie Ecclestone hat die kleinen Teams am Donnerstag zu einem Gespräch nach London eingeladen.

06.02.2013 Michael Schmidt

Bei den Inhabern der kommerziellen Rechte klingelt die Kasse. Bernie Ecclestone hat für CVC gerade einen Vertrag mit der Fluglinie Emirates abgeschlossen. Eigentlich sollten davon auch die Teams profitieren, denn sie partizipieren je nach Vertragslage zu 50 bis 60 Prozent von den Einnahmen aus TV-Rechten, Antrittsgeldern und Event-Sponsoren.

Für die großen Teams mit ihren Sonderzahlungen ist das eine gute Nachricht. Die kleinen Teams bekommen trotz der Neufassung des so genannten "Financial Agreements" kaum mehr Geld als vorher. Weil der Bonus für die Top-Teams die Mehreinnahmen auffrisst. Zur Verteilung kommt nur die Summe abzüglich der Bonuszahlungen.

Verliert Tony Fernandes die Lust an der Formel 1?

Vielen Teams steht das Wasser bis zum Hals. HRT ist bereits über den Jordan gegangen. Marussia musste sich von Timo Glock trennen. Er hat zu viel Geld verdient. Doch die kleinen Teams brauchen Fahrer, die Geld mitbringen. Von Luiz Razia soll mit einer zweistellige Millionensumme kommen.

Gleiches Spiel bei Caterham. Statt Heikki Kovalainen und Vitaly Petrov sitzen zwei Bezahlfahrer im Cockpit. Teambesitzer Tony Fernandes scheint die Lust zu verlieren und seine Dollars lieber in Fußball zu investieren. Das sind alarmierende Neuigkeiten, denn der umtriebige Airline-Chef war das Herz des Rennstalls. Wenn das zu schlagen aufhört, sieht es zappenduster aus.

Force India, Lotus und Williams mit Fragezeichen

Auch Force India kommt nicht aus den Spekulationen heraus, dass es schlecht um die Finanzen steht. Noch immer weiß man nicht, wer 2013 das zweite Auto fahren wird. Es soll ein Kopf-an-Kopfrennen zwischen Adrian Sutil und Jules Bianchi sein. Bianchi bekommt das Cockpit, wenn sich Force India für 2014 mit Ferrari einig wird. Das soll den Preis für den V6-Turbo dramatisch drücken.

Lotus wollte eigentlich Honeywell als neuen Hauptsponsor bekanntgeben. Auf dem schwarzen Auto waren bereits rote Flächen reserviert. Die Verhandlungen haben sich offenbar zerschlagen. Es ging um 30 Millionen Dollar.

Auch bei Williams wird gezittert. Was passiert, wenn Venezuelas Präsident Hugo Chavez stirbt. Versiegt dann auch die Geldquelle aus dem Ölkartell? Für dieses Jahr sind alle Budgets freigegeben. Doch was passiert danach? Ein Williams-Insider beruhigt: "Das Team ist gut finanziert und hat keine Schulden. Der Vertrag mit den Venezolanern ist wasserdicht."

Keine Stabilität: Das schreckt Hersteller und Sponsoren ab

Die Situation ist ernst. Das geben mittlerweile auch einige Teamchefs hinter vorgehaltener Hand zu. Offiziell macht man in Optimismus. Ross Brawn sagt: "Diese Phasen hat es immer mal wieder gegeben, und die Formel 1 hat immer ihren Kopf aus der Schlinge gezogen."

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh gibt sich kämpferisch: "Die Formel 1 ist eine starke Marke. Wir machen uns nur manchmal das Leben selber schwer. Das wichtigste ist jetzt, das wir Stabilität garantieren." Whitmarsh spricht damit das weiterhin nicht gelöste Problem um das Concorde Abkommen an. In Bezug auf die Regeln bedeutet das einen rechtsfreien Raum. Und genau das schreckt Hersteller und Sponsoren ab.

Ecclestone lädt nach London ein

Die Formel 1 muss aber zunächst das Problem der kleinen Teams lösen. Das wird sich im nächsten Jahr mit dem neuen Antriebsstrang noch verschärfen. Leasinggebühren von 17 bis 21 Millionen Euro schwirren durch den Raum. Sauber hat FIA-Präsident Jean Todt wissen lassen, dass 15 Millionen für kleine Teams das absolute Maximum sind. Der Sport muss jetzt den kleinen Teams unter die Arme greifen. Sonst gibt es bald ein Massensterben.

Deshalb hat Bernie Ecclestone Vertreter von Marussia, Caterham, Force India, Sauber und Toro Rosso nach London eingeladen. Es gibt viel zu besprechen. Gut möglich, dass er eine alte Idee neu aufwärmt. Durch das Fahrerlager von Jerez geisterte bereits wieder das böse Wort "Kundenauto".

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