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Kritik an Renault

Mehr Leistung erst nach Sommerpause

Red Bull RB11 - Filmtag - Barcelona - F1 2015 Foto: Red Bull 24 Bilder

Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz fährt schwere Geschütze auf und gibt Renault die Alleinschuld für den Misserfolg. Red Bull wechselt schon wieder die Motoren und kassiert beim Heimspiel Strafen. Kleiner Hoffnungsschimmer: Der Ilmor-Zylinderkopf wird gerade auf dem Prüfstand getestet.

19.06.2015 Michael Schmidt

Red Bull in Österreich chancenlos

So schnell ändern sich die Zeiten. Vor zwei Jahren fuhr Red Bull alles in Grund und Boden. In diesem Jahr liegt das frühere Weltmeisterteam auf dem vierten Platz in der Konstrukteurs-WM. Ohne Sieg, ohne Podiumsplatz. Zuletzt in Kanada reichte es nur zu einem neunten Platz. Auf der Powerstrecke in Montreal waren die Red Bull chancenlos.

Beim Heimspiel in Spielberg kommt es noch schlimmer. Daniel Ricciardo bekommt schon am Freitag einen neuen Motor, Daniil Kvyat am Samstag. Es ist in beiden Fällen die fünfte Version des Renault V6-Turbo. Laut Motorenchef Rob White sind mit dieser Spezifikation die Kolbenprobleme vollständig ausgemerzt. Wenig Trost für Red Bull. Ricciardo und Kvyat werden das Rennen aus der vorletzten Reihe in Angriff nehmen. Sie haben noch Glück, dass die McLaren-Piloten ebenfalls Strafen kassieren.

Will Mateschitz Renault absichtlich vergraulen?

Red Bull schiebt alle Schuld auf Renault. Firmenchef Dietrich Mateschitz nimmt gegenüber der Internetseite Speedweek.com Motorenpartner Renault unter Beschuss: "Außer uns Zeit und Geld zu stehlen, haben sie uns auch die Freude und die Motivation genommen. Kein Fahrer und kein Chassis der Welt kann unser PS-Defizit kompensieren. Gleichzeitig werden unsere Chancen durch das Aerodynamik-Reglement gemindert. Wir werden Strafen kassieren. Ich frage mich wie viel noch passieren muss, bis wir völlig den Spaß an der Sache verlieren? Sicher gibt es bestehende Verträge. Aber wie viele Teams sind schon aus der Formel 1 trotz bestehender Verträge ausgestiegen?"

Der Tonfall verschärft sich. Bis jetzt Mateschitz seinen Kettenhund Helmut Marko an die Front gelassen. Jetzt spricht er mit einer bis dato noch nicht gesehenen Deutlichkeit über einen Ausstieg. Ob es guter Stil ist, dem eigenen Partner so an den Karren zu fahren, mit dem an immerhin vier WM-Titel gewonnen hat, ist eine Sache. Es stellt sich auch die Frage, warum Mateschitz seine Schelte so offensiv vorträgt. Es muss ihm klar sein, dass sich sein Rundumschlag eher kontraproduktiv auswirkt. Auf die Ingenieure, die unter Hochdruck am Motor arbeiten. Und auf das Renault-Management, das sich nicht unbegrenzt Ohrfeigen abholen will.

Aber vielleicht gehört genau das zur Taktik von Mateschitz. Wenn Renault aus Verärgerung über den Chassispartner die Zusammenarbeit beendet, wäre das für Red Bull eine Einladung, sich elegant aus der Formel 1 zu verabschieden. Keine Motoren, kein Team. Den schwarzen Peter hätte wieder Renault. An die Möglichkeit, dass Ferrari als Ersatz einspringt, glaubt bei Red Bull niemand. "Glaubt einer ernsthaft, dass wir von Ferrari Firstclass-Motoren bekommen, wenn wir sie auf der Strecke schlagen?"

Ilmor Zylinderkopf auf dem Prüfstand

Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es noch. Renault will mit dem fünften Motor bis zur Sommerpause fahren. Mit Silverstone und Budapest folgen zwei Strecken, auf denen sich Red Bull Chancen ausrechnet. "Nach unseren Berechnungen hat höchstens Mercedes ein besseres Chassis als wir. Sie gewinnen da zwei bis drei Zehntel auf uns. Der ganze Rest geht auf den Motor", rechnet Teamchef Christian Horner vor.

Laut Motorenchef Rob White können Token erst eingesetzt werden, wenn sich die Änderungen in den Motoren der fünften Spezifikationen bewährt haben. Dieser Prozess geht über mindestens drei Rennen. Spitzer Kommentar aus dem Red Bull-Lager: "Wir haben zwar noch 12 Token, aber man muss auch wissen, wofür man sie einsetzt." Vielleicht geht ein Großteil der Entwicklungs-Wertmarken für den neuen Zylinderkopf drauf, den Mario Illien entwickelt hat. In dieser und der nächsten Woche läuft die Ilmor-Version auf der Basis des Renault-Motorenblocks auf einem Einzylinderprüfstand. Bei Red Bull hoffen sie alle auf das große Wunder. Die Ilmor-Spezifikation wäre auch erst nach der Sommerpause rennbereit. 

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