6 Ausgaben testen + attraktive Prämie sichern!

6 Ausgaben auto motor und sport mit 25% Preisvorteil zum Preis von nur 17,60 € (ggf. zzgl. 1 € Zuzahlung) testen.

Dazu eine unserer zahlreichen attraktiven Prämien sichern!

Weitere Infos und Bestellung HIER!

Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Kritik an Überholregel

„Fahrer sollen das selbst ausmachen"

Hamilton vs. Verstappen - GP Japan 2016 Foto: Red Bull 53 Bilder

Die Fahrer begrüßen die Klarstellung der Überholregel. Viele Teamchefs kritisieren sie. Weil es schon zu viele Regeln gibt. Und weil der neue Verhaltenskodex die Fahrer möglicherweise dazu bringt, auf ein Überholmanöver zu verzichten.

26.10.2016 Michael Schmidt

Seit dem GP USA gilt ein neuer Verhaltens-Kodex beim Überholen. Festgelegt im Punkt 16.1. der Veranstaltungsmitteilungen der FIA in Austin. Da steht: „Wer einen anderen Fahrer in der Bremszone zu einem Ausweichmanöver zwingt, das eine gefährliche Situation heraufbeschwört, wird vor die Sportkommissare zitiert.“

Die Fahrer begrüßen den neuen Passus. „Weil jetzt endlich Klarheit herrscht, was man tun darf und was nicht. Vorher war es nur ein ungeschriebenes Gesetz, an das sich einige aber nicht gehalten haben“, sagt Sebastian Vettel.

Kritik von Red Bull

Red Bull-Teamchef Christian Horner kritisiert: „Es gibt jetzt vier Regeln, die das Überholen definieren. Das ist zu viel. So schön wie es ist, dass jetzt Klarheit herrscht, so groß ist die Gefahr, dass sich keiner mehr traut zu überholen. Wir wollen aber Rad-an Radkämpfe sehen.“ Teamberater Helmut Marko spottet: „Jetzt kannst du als Fahrer mit dem Regelbuch ins Bett gehen. Es gibt so viele, dass du dir gar nicht alle merken kannst.“

Sportkommissar Paul Gutjahr korrigiert die Klagen der Teamchefs: „Es handelt sich hier nicht um eine neue Regel, sondern um die Interpretation von bestehenden Regeln.“ Fahrervertreter Alexander Wurz ist sich nicht so sicher, ob sich entscheidend viel geändert hat: „Es heißt ja nur, dass die Fahrer im Zweifel vor die Sportkommissare zitiert werden. Die können dann immer noch entscheiden, dass alles in Ordnung war.“

Bernies Wunsch ist immer noch Gesetz

Die Fahrer haben nicht nur deshalb rebelliert, weil sie in Max Verstappens Spurwechseln in der Bremszone ein Gefahrenpotenzial sahen. Sie hatten auch den Eindruck, der Holländer stehe unter dem Schutz der Obrigkeit.

Es ist kein Geheimnis, dass Bernie Ecclestone Typen wie Verstappen liebt. Weil sie frech, kompromisslos und immer auf Attacke sind. Bernies Wunsch ist immer noch Gesetz in diesem Sport. Wenn er sagt, man soll die Zweikämpfe nicht kaputt reglementieren, dann haben das die Rennleitung und die Sportkommissare im Hinterkopf.

Toto Wolff sieht in der Inflation an Regeln die Gefahr, dass sie von den Fahrern zu ihrem Vorteil genutzt werden. „Ab jetzt wird jeder wie Lewis in Suzuka in den Notausgang fahren, wenn er ein Duell verliert. Er wird dann bei den Sportkommissaren vorbringen, dass er ausweichen musste, um einen Unfall zu vermeiden.“

Niki Lauda schimpfte am lautesten über die Klarstellung: „Was sollen bitteschön Regeln für das Überholen? Lewis hätte in Suzuka eine Runde vor Schluss nichts anderes gemacht als der Verstappen. Klar, dass sich der Verlierer eines Duells aufregt. Und der andere findet es richtig. Was wollen da die Sportkommissare entscheiden? Kein Mensch kann so ein Urteil nachvollziehen. Es stiftet nur noch mehr Verwirrung. Lass es die Fahrer auf der Strecke untereinander ausmachen. Und wenn es einen Unfall gibt, dann kann man ja handeln.“

FIA musste sich absichern

Genau da liegt das Problem der FIA. 21 Fahrer haben Charlie Whiting gewarnt, dass Max Verstappens Fahrweise irgendwann zu einem bösen Auffahrunfall führt. Fernando Alonso brachte sein eigenes Beispiel in Melbourne in die Diskussion mit ein. „Und ich habe Gutierrez noch nicht einmal berührt. Allein der kurzfristige Spurwechsel hat dazu geführt, dass ich in die Mauer geflogen bin.“

Charlie Whiting konnte nach dem Protest der Mehrheit der Fahrer gar nicht anders, als mit einer Klarstellung zu antworten. Im Falle eines Unfalls hätte FIA-Präsident Jean Todt ihn dafür verantwortlich gemacht. Zumal sich die FIA als Wächter der Sicherheit sieht. Seit dem Unfall von Jules Bianchi will man sich nicht mehr angreifbar machen. Ein Risikopotenzial mit Ansage zu ignorieren, wäre politischer Selbstmord.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie uns Ihre Meinung.

Neues Heft
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden