Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Teams kritisieren neue Regeln

Falsche Kupplung für Startprozedur

Start - GP Kanada 2015 Foto: xpb

Zuerst gab es Beifall, dass die Fahrer demnächst wieder mehr Einfluss auf die Starts haben soll. Jetzt hagelt es Kritik. Nicht generell, nur für die Zwischenlösung, die ab Spa gelten soll. Das Problem ist die Hardware.

10.08.2015 Michael Schmidt

Prinzipiell sind alle dafür. Der Fahrer soll beim Start wieder die entscheidende Rolle spielen. Schon ab dem GP Belgien soll den Ingenieuren das Optimieren der Starts erschwert werden. Der Kupplungsdruckpunkt darf dann nach dem ersten Verlassen der Boxengasse am Renntag nicht mehr verändert werden, und die automatische Suche nach dem perfekten Kupplungsdruckpunkt ist nicht mehr gestattet. Außerdem wird die Kommunikation zwischen Fahrer und Box in Bezug auf die Startprozedur untersagt.

Nach genauerer Analyse fanden viele Teams die Zwischenlösung gar nicht mehr toll. Einige Ingenieure prophezeien ein Chaos beim Spurt auf La Source. Doch sie wollen sich nicht ganz geschlagen geben. Die FIA wurde in den letzten Wochen mit Anfragen der Teams bombardiert, was erlaubt ist und was nicht. Tenor: Wie schaffe ich Ersatzsysteme, die meinem Fahrer doch wieder die Arbeit abnehmen. Ein FIA-Mann schüttelte den Kopf: "Ja trauen denn die Teams ihren Fahrern gar nichts zu?"

Kupplungen reagiert sensibel auf Temperaturschwankungen

Die Meinung, dass jedes noch so kleine Fragezeichen ausradiert werden muss, hat sich in den Köpfen der Ingenieure festgenistet. Deshalb ist der Sport auch so klinisch und langweilig perfekt geworden. Johnny Herbert, der heute für Sky TV-Kommentator ist, wirft ein: "Das war schon zu meiner Benetton-Zeit so. Für Rory Byrne war der Fahrer das schwächste Glied in der Kette. Er hätte am liebsten einen Roboter im Auto gehabt."

Doch bei der Kritik an den Start-Restriktionen für den Rest der Saison muss man die Ingenieure in Schutz nehmen. Es gibt ein paar berechtigte Einwände. Zum Beispiel den, dass es Probleme mit der Hardware geben könnte.

Die Kupplungen in den Formel 1-Autos wurden für eine intelligente Software gebaut, die immer den optimalen Druckpunkt findet. Stimmt der nicht, kann die Kupplung schnell überhitzen. Siehe Lewis Hamilton in Silverstone und Budapest. Beide Male rutschte die Kupplung durch. Weil sie in beiden Fällen durch ein nicht vorhersehbares Ereignis schlecht kalibriert war.

Die modernen Kupplungen reagieren extrem empfindlich auf Temperaturschwankungen. Und die treten während eines Wochenendes immer wieder auf. Deshalb wird bei fast jedem Boxenstopp der Kupplungsdruckpunkt neu angepasst.

"Wenn du zu oft mit dem falschen Druckpunkt anfährst, kannst du die Kupplung ruinieren. Du hast entweder einen schlechten Start oder das Ding verbrennt dir später im Rennen", sagen Techniker. Force India-Teammanager Andy Stevenson fürchtet: "Der Fahrer wird schon vorher wissen, dass er einen schlechten Start haben wird, und er kann nichts dagegen tun."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden