Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Kubica

Horror-Crash abgehakt

Foto: dpa 53 Bilder

Coolness oder Verdrängung, Abgebrühtheit oder mentale Stärke: Die schockierenden Bilder seines in der Luft wirbelnden BMW-Sauber beim Großen Preis von Kanada lassen Robert Kubica auch ein Jahr danach zumindest nach außen hin kalt.

05.06.2008

"Ich muss mit gar nichts fertig werden", stellte der Pole vor seiner Rückkehr nach Montreal klar. "Natürlich weiß jeder, was 2007 geschehen ist, aber das beeinflusst mich nicht." Angst vor dem Rennen am Sonntag (5.6.) auf dem Circuit Gilles Villeneuve kennt der 23-Jährige nicht. Er sei seither immer wieder im Formel-1-Auto gefahren, "ohne mir darüber Gedanken zu machen".

Der Unfall hatte den zweiten Platz seines Teamkollegen Nick Heidfeld in den Hintergrund gedrängt. Der Gladbacher hatte das bis dahin beste Resultat für den Rennstall herausgeholt. "Dieses Ergebnis wurde natürlich erstmal überschattet von Roberts Unfall", sagte Heidfeld vor dem diesjährigen Formel-1-Wochenende auf der Ile Notre Dame. "Erst, als wir wussten, dass er in Ordnung ist, konnten wir uns so richtig freuen." BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen sprach damals von einem "gefühlten Doppelsieg."

Aufarbeitung im Schnelldurchlauf

Kubica hat sich mit der Aufarbeitung des spektakulärsten Crashs der vergangenen Formel-1-Jahre nicht lange aufgehalten. Horror-Unfall? - Na und. Psychische Hilfe? - Wozu? Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus nur einen Tag nach der Havarie war er mit dem am Unfall beteiligten Jarno Trulli von Toyota essen gewesen und hatte mit ihm die Ursache für den Abflug geklärt. Das war’s. "Ich glaube, dass jeder selbst sein bester Mentaltrainer ist, indem er seine Fehler und Herangehensweise analysiert und versteht", sagt Kubica.

Er sei seither immer wieder im Formel-1-Auto gefahren, "ohne mir darüber Gedanken zu machen", sagte er. Niki Lauda, dreimaliger Weltmeister, heutiger TV-Experte und selbst von einem Unfall gezeichnet, meinte einmal, dass ein Unfall, dessen Ursache geklärt ist, für Formel-1-Piloten nichts anderes als für normale Menschen eine fehlgeleitete E-Mail sei.

Zwischen Mauer und Leitplanke

Doch die Bilder von vor einem Jahr sahen alles andere als harmlos aus: In Runde 27 des Grand Prix von Kanada 2007 war die Formel 1 so nah an einer Tragödie wie seit dem Unglücks-Wochenende von Imola im Mai 1994 mit den toten Ayrton Senna und Roland Ratzenberger nicht mehr. Mit über 280 Stundenkilometern hob Kubica ab, prallte in die Betonmauer, flog wie ein Tennisball auf die Strecke zurück, überschlug sich und krachte dann in die Leitplanke auf der anderen Seite der Strecke. Ein Wunder und die strikten Formel-1-Sicherheitsbestimmungen verhinderten eine Katastrophe. Zum Grand Prix 2008 ist die Stelle mittlerweile entschärft.

Eine leichte Knöchelverletzung war Kubicas einzige Blessur. Dass die Rennärzte ihm den Einsatz im Großen Preis der USA nur eine Woche später verboten, ärgerte Kubica.

Das passt zu ihm. Er ist ehrgeizig. Auch deshalb will er sich nicht lange mit der Vergangenheit beschäftigen. In der Gegenwart hat er die Wende im teaminternen Duell gegen Heidfeld geschafft. Das zählt. Er kämpft mit McLaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton und dem Ferrari-Duo Kimi Räikkönen und Felipe Massa um den Titel. Heidfeld kämpft mit dem Auto, mit den Reifen, mit sich selbst und um den Ruf, doch noch ein Siegfahrer zu werden.

Heidfeld braucht sich keine Krise andichten zu lassen, weil er sieht, dass er in einer steckt. Der 31-Jährige sucht nach Lösungen. "Zusammen mit den Ingenieuren arbeite ich daran, die Reifen wieder schnell genug in das Temperaturfenster zu bekommen, in dem sie richtig Grip aufbauen", sagt er verklausuliert. Sollten die Pneus an seinem Wagen so cool sein wie Kubica, steht Heidfeld vor einem unlösbaren Problem.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden