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Kubica-Ultimatum

Warum spielt Renault mit dem Feuer?

Robert Kubica Foto: xpb 19 Bilder

Robert Kubica arbeitet an seinem Comeback. Doch dem Polen läuft die Zeit davon, wenn Renault-Teamchef Eric Boullier das ernst meint, was er in Monza gesagt hat. Er will eine Antwort von Kubica bis Mitte Oktober. Dabei gibt es keinen Grund, Kubica unter Druck zu setzen. Die Fahrer, die auf dem Markt sind, laufen Renault nicht davon.

19.09.2011 Michael Schmidt

Im Oktober will sich Robert Kubica erstmals seit seinem Rallyeunfall am 6. Februar wieder hinter das Steuer eines Autos setzen. Als Einstieg ist ein Tourenwagen geplant. "Da hat er ein Dach über dem Kopf, einen Käfig um ihn herum. Das ist der sicherste Weg", erklärte sein Manager Daniele Morelli in Monza.

Ein Kart kommt vorerst nicht in Frage. "Wegen der vielen kleinen Schläge. Das wäre für den Anfang nicht gut für den Arm." Auch die Idee mit dem Simulator wurde verworfen. Kubica saß noch nie in einem der Hochleistungssimulatoren. Man fürchtet, dass ihm am Anfang wie vielen seiner Kollegen schlecht wird. Weil der Körper etwas anderes spürt als das, was die Augen sehen. Das würde nur Zeit kosten.

Nach den ersten Erfahrungen in einem Tourenwagen will der Rekonvaleszent so schnell wie möglich in ein Formelauto. Da bieten sich Fahrzeuge der Renault-Weltserie und der GP2 an. Beide haben Renault-Motoren im Heck. An einen Versuch in einem Formel 1-Auto ist erst nach der Jahreswende gedacht. Weil Kubica dann in dem Renault R30 von 2010 Platz nehmen könnte. Das Reglement erlaubt höchstens zwei Jahre alte Autos bei privaten Testfahrten. Den Renault R30 kennt Kubica.

Keine faire Chance für Kubica?

Die Frage ist, ob ihm sein Team überhaupt so viel Zeit gibt. Kubica hat für 2012 keinen Vertrag mit dem Rennstall. Teamchef Eric Boullier erzählte in Monza, dass er bis Mitte Oktober von seinem Ex-Fahrer eine Antwort brauche. Man kann sich ausmalen, dass Kubica zu diesem Zeitpunkt noch nicht definitiv sagen kann, ob er 2012 wieder rennbereit ist. War Boulliers Fristvorgabe die Absage an den 26-Jährigen aus Krakau durch die Hintertür?

Die Renault-Chefs wären sehr schlecht beraten, wenn sie Kubica keine faire Chance geben würden. Die Fans würden das Team dafür steinigen. In den Medien würde ein Sturm der Kritik losbrechen. Es gibt für Renault nämlich keinen Grund zur Eile. Die Fahrer, die noch auf dem Markt sind und für das Team aus Enstone in Frage kommen, unterschreiben auch im Januar 2012 noch mit Kusshand.

Wo wollen Vitaly Petrov, Bruno Senna oder Romain Grosjean hin, solange es für sie die Chance gibt im nächsten Jahr für Renault zu fahren? Die wenigen noch freien Plätze bei Virgin und Hispania sind nicht attraktiv genug, um dafür auf ein Cockpit bei Renault freiwillig zu verzichten. Sollte die finanzielle Mitgift bestimmen, wer den Zuschlag bekommt, hat Kubica von vornherein schlechte Karten. Der Sieger des GP Kanada 2008 kostet Geld, er bringt nichts mit.

Force India und Williams warten mit Fahrerwahl

Wenn Renault mit seiner Fahrerwahl wartet, kommen im Dezember vielleicht noch zwei Kandidaten hinzu. Dann will Force India-Chef Vijay Mallya aus dem Trio Adrian Sutil, Paul di Resta und Nico Hülkenberg zwei auswählen. Einer bleibt auf der Strecke, und der ist auf jeden Fall besser als das Fallobst, das sonst noch so herumläuft.

Bis Dezember wird Williams entscheiden, ob ein Paydriver Rubens Barrichello ablöst. Auch der Brasilianer wäre besser als sämtliche Alternativen. Somit ist Renault in einer komfortablen Position. Man könnte im Januar 2012 aus einem Kader von sechs Piloten auswählen. Inklusive Kubica.

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