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Vertreter für Robert Kubica

Steht Räikkönen auf der Renault-Ersatzliste?

Kimi Räikkönen Foto: xpb 17 Bilder

Die Operation an Robert Kubicas rechtem Arm ist erfolgreich verlaufen. Ob seine Hand wieder voll funktionstüchtig wird, steht vermutlich erst in ein paar Tagen fest. Sicher ist, dass Renault für die erste Saisonhälfte Ersatz braucht. Die Entscheidung muss schnell fallen.

07.02.2011 Michael Schmidt

Die Formel 1 ist ein brutales Geschäft. Robert Kubica wurde bei einem Rallyeunfall schwer verletzt, die Ärzte bangten um seine rechte Hand, und schon setzten die ersten Spekulationen ein, wer Kubicas Cockpit bei Renault einnehmen wird. Selbst bei optimaler Genesung fällt der Pole die erste Saisonhälfte aus. Der Heilungsprozess bei komplizierten Handverletzungen ist meistens langwierig. Bitter für Kubica: Endlich hätte er ein Auto zur Hand gehabt, mit dem er seine Klasse zeigen könnte. Der neue Renault R31 gilt als Geheimtipp.

Senna und Grosjean keine Spitzenfahrer

Für die Ambitionen von Renault ist die Verletzung ihres Starpiloten ein schwerer Schlag. 2011 standen GP-Siege auf dem Wunschzettel. Und Kubica ist ein Siegfahrer. Auch wenn jetzt die Gesundheit des WM-Achten des Vorjahres im Vordergrund steht, müssen sich die Chefs Gerard Lopez und Eric Boullier mit der Ersatzfrage beschäftigen. Und zwar bald. Am Donnerstag geht es mit den Testfahrten in Jerez weiter. Spätestens am Samstag sollte ein Ersatzmann im Auto sitzen, damit er sich an das Auto gewöhnen kann. Nach Jerez bleiben nur noch acht Testtage bis Bahrain.

Jetzt erweist es sich als Fluch für Renault, dass man die Cockpits nicht mit zwei Spitzenfahrern besetzt hat. Vitaly Petrov kann Kubica nicht im Entferntesten ersetzen. Der Russe ist bestenfalls ein Punktelieferant. Kubica zählt zu den Top 5 in dem Geschäft. Deshalb kann es sich Renault auch nicht leisten, den 26-Jährigen aus Krakau durch die bereits nominierten Ersatzfahrer Bruno Senna oder Romain Grosjean vertreten zu lassen. Keiner der beiden hat die Erfahrung, die Nummer eins eines Rennstalls zu werden, der dieses Jahr Platz drei in der Konstrukteurs-WM anvisiert.

Heidfeld und Räikkönen haben mit Renault verhandelt

Für das Cockpit von Kubica kommen eigentlich nur erfahrene Piloten in Frage. Die Logik spricht für Nick Heidfeld. Der Mönchengladbacher hat noch keinen Vertrag. Er hat 172 Grand Prix auf dem Buckel. Und er hat mit Renault im letzten Herbst intensiv verhandelt. Heidfeld wäre ganz oben gestanden, hätte sich das Team von Petrov getrennt. Heidfeld hat allerdings auch noch nie einen Grand Prix gewonnen.

Wenn GP-Siege das entscheidende Kriterium wären, gibt es nur einen, der in Frage kommt. Kimi Räikkönen wäre auf dem Papier der attraktivste Ersatzmann. Doch der Finne hat kürzlich bei Citroen für eine zweite Rallyesaison verlängert und gerade erst sein neues Auto vorgestellt. Es war ein langer Kampf, bis der Weltmeister von 2007 den Vertrag bekam. Sich da wieder rauszuwinden wird schwierig. Außerdem hat es sich der 18-fache GP-Sieger im letzten Jahr mit Renault-Teamchef Eric Boullier verscherzt. Boullier hatte die hohen Gehaltsforderungen von Räikkönens Management abgelehnt und danach eine Spur zu offen über Räikkönens Wunsch nach einem Comeback in die Formel 1 geplaudert.

Hülkenberg vom Typ her bester Ersatz

Eine weitere Möglichkeit wäre Nico Hülkenberg. Doch der ist bei Force India als dritter Fahrer unter Vertrag. Vijay Mallya wird den Fahrer, den er gerade erst angeheuert hat, nicht wieder freigeben. Das ginge nur auf Leihbasis. Hülkenberg wäre vom Typ her die beste Kubica-Aushilfe. Er ist jung, er ist schnell und genauso kompromisslos wie der Pole. Und weil er bei Force India mittelfristig vertraglich gebunden ist, würde man Kubica signalisieren: Der ist nur ein Platzhalter bis zu dem Zeitpunkt, an dem du wieder gesund bist.

Vitantonio Liuzzi wird sich vermutlich auch ins Spiel bringen. Doch der bei Force India geschasste Italiener hat nicht die Klasse, bei einem Top-Team die Nummer eins zu spielen. Dann kann Renault auch gleich Grosjean oder Senna nehmen. Die Wahl des Ersatzpiloten wird zeigen, wie ernst es der privatisierte Ex-Werksrennstall mit seiner Erfolgskampagne wirklich meint.

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