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Kubicas Lektion

"Pack die Chance, wenn sie da ist"

Robert Kubica Foto: dpa 25 Bilder

Robert Kubica trauert immer noch der verpassten WM-Chance vom Vorjahr nach. BMW-Sauber hat seiner Meinung nach zu wenig an diese Chance geglaubt. Mit Blickwinkel 2010 meint der Pole: "Ich hoffe, dass ich nie mehr ein Team überzeugen muss, so eine Chance zu ergreifen."

02.10.2009 Michael Schmidt

Für viele ist es kalter Kaffee, für Robert Kubica nicht. Der Pole glaubt immer noch, dass er im letzten Jahr die Chance seines Lebens leichtfertig weggeworfen hat, weil das Team nicht daran glaubte. Nach seinem Sieg beim GP Kanada 2008 führte Kubica die WM-Tabelle an. Er selbst weiß, dass seine Chancen damals nicht groß waren, den Titel zu gewinnen, doch sie waren vorhanden.

Und BMW-Sauber hätte aus einer kleinen Chance eine große machen können, hätte man alle Anstrengungen auf das letztjährige Auto gelegt, statt sich bereits früh auf das 2009er Fahrzeug zu konzentrieren. "Unser Auto war langsamer als der Ferrari und der McLaren, aber es fehlte nicht viel. Das wäre aufholbar gewesen. Ich stehe auf dem Standpunkt: So eine Chance kriegst du vielleicht nur einmal im Leben. Niemand kann in der Formel 1 garantieren, dass es nächstes Jahr besser wird. Deshalb sollte man die Gelegenheiten nutzen, die sich einem bieten."

Worstcase-Szenario bei BMW

Die Langzeitplanung von BMW-Sauber ging nicht auf. Statt sich 2009 zu steigern, rutschte das Team ab. "Das war das Wortscase-Szenario. Wir haben letztes Jahr unsere Chance aufgegeben und nicht einmal etwas dafür bekommen."

Auch wenn Kubica sein nächstjähriges Team erst zu "95 Prozent" kennt, glaubt er nicht, dass ihm die 2008er Episode noch einmal passiert: "Ich hoffe, dass ich in einer vergleichbaren Situation nicht noch einmal gezwungen bin, mein Team davon zu überzeugen, dass es voll Richtung WM-Titel arbeiten muss." Im Fahrerlager ist es ein offenes Geheimnis, dass der WM-Vierte des Vorjahres bei Renault landet. Fernando Alonso hat seinen Kumpel Kubica als seinen Nachfolger empfohlen.

Renault bleibt auch ohne Briatore eine gute Adresse

Trotz vieler Fragezeichen um Renault wie zum Beispiel die des künftigen Teamchefs, ist der wegen der Singapur-Affäre ins Gerede gekommene Rennstall aus Enstone noch eine der besten Adressen im Feld. Das Team ist bis auf die gekündigten Singapur-Verschwörer Flavio Briatore und Pat Symonds praktisch identisch mit der Truppe, die 2005 und 2006 zwei WM-Titel gewonnen hat.

Kubica stören die offenen Fragen in Bezug auf seine künftige Wahl nicht. "Es gibt bei keinem Team im Fahrerlager eine hundertprozentige Garantie, dass es 2010 gut laufen wird. Es ist wahrscheinlich eines der schwierigsten Jahre überhaupt, sich als Fahrer zu entscheiden, wo man unterschreiben soll." Wer hätte schon gedacht, dass dieses Jahr Brawn GP und Red Bull um den Titel fahren, dass es Rennen gibt, bei denen Force India mit Ferrari um den Sieg fährt?

Fortschritt geringer als erwartet

Kubica erwartet von den letzten drei Rennen noch eine Steigerung. Der runderneuerte BMW F1.09 hat in Singapur nicht gezeigt, was er kann. "Singapur ist nicht die ideale Strecke, das Potenzial zu zeigen. Der Typ Kurve, den es dort gibt, lässt nicht unbedingt die Autos glänzen, die viel Abtrieb produzieren." Kubica räumt aber auch ein, dass man sich mehr erwartet habe anhand der Daten, die das modifizierte Auto im Windkanal produziert: "Der Fortschritt war geringer, als wir uns erhofft hatten."

Und wenn dann noch etwas schiefläuft in der Qualifikation, dann ist gleich das ganze Wochenende kaputt. Die BMW-Piloten waren im Top Ten-Finale zunächst mit den harten Reifen ausgerückt. Als sie mit weichen Sohlen auf Rundenzeitenjagd gehen wollten, legte der Unfall von Rubens Barrichello den Betrieb lahm. "Heute kannst du dir nicht mehr das Geringste leisten. 2007 waren wir das drittstärkste Team. Selbst bei einem Fehler warst du schlimmstenfalls Sechster. Heute verlierst du gleich ein paar Positionen."

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