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Kupplungs-Update in Singapur

Angst bei Mercedes vor dem Start

Nico Rosberg - GP Belgien 2015 Foto: xpb 68 Bilder

Drei Starts, drei Mal Probleme bei Mercedes. Mit und ohne neuer Startprozedur. Mercedes-Ingenieure befürchten, dass die Restriktionen am Start für das eigene System ein Nachteil sind. Änderung ist aber erst beim GP Singapur möglich.

27.08.2015 Michael Schmidt

Bei Mercedes ging vor dem GP Belgien die Angst um. Die Angst vor der neuen Startprozedur. Nach Meinung einiger Ingenieure könnte die Verschärfung der Startprozedur die in Silverstone und Budapest aufgetretenen Startprobleme noch vergrößern. Tatsächlich hat es in Spa wieder einen Mercedes-Piloten erwischt. Diesmal traf es Nico Rosberg. Er wurde von Platz 2 auf 5 durchgereicht.

Weil ihm das gleiche passierte, wie Lewis Hamilton beim GP Ungarn. Die zweite Formationsrunde war zu viel für die Kupplung. Sie wurde zu heiß. "Und ich habe nicht richtig darauf reagiert." Mercedes hat es beim Start schon rein statistisch schwerer als die Konkurrenz. Wer vorne startet, steht im Blickpunkt. Und er kann eigentlich nur verlieren. Doch für die letzten Startpannen gab es auch gute technische Gründe.

Alle Parameter müssen passen

Deshalb trifft es gerade Mercedes so oft. Das Startsystem der Silberpfeile ist kompliziert und auf der heißen Nadel gestrickt. Sind alle Parameter im grünen Bereich, haben die Mercedes die besten Starts im Feld. "Fällt nur eine der Daten aus ihrem Fenster, geht der Schuss nach hinten los. Wie in Silverstone und in Budapest", verrät ein Ingenieur und fügt hinzu: "Das Fenster für Kupplungstemperatur, Druckpunkt und Reifentemperaturen ist bei uns sehr schmal."

In Budapest und Spa wurde zum Beispiel die Kupplung zu heiß. Das passt dann nicht mehr zum vorgewählten Druckpunkt. Der Fahrer muss mit dem Gaspedal und dem zweiten Kupplungshebel reagieren. Doch dazu müsste er wissen, wie weit die Parameter von ihrem Optimalwert entfernt sind. Hamilton war für die zu heiße Kupplung wegen seines Pannenstarts in Ungarn sensibilisiert. Offenbar hat er bei dem Teil der Lektion besser aufgepasst.

Die Ingenieure schließen daraus: "Die neue Regelung, dass wir vor dem Start kein Feintuning mehr betreiben dürfen, trifft uns härter als andere." Red Bull-Pilot Daniel Ricciardo dagegen freute sich: "Wir hatten meistens schlechte Starts. Es kann eigentlich nur besser werden." Der Australier hätte Prophet werden sollen. Ricciardo legte in Spa einen seiner besten Spurts in die erste Kurve hin. Von Platz 5 auf Rang 3.

Neue Mercedes-Kupplung für GP Singapur

Die Lösung des Mercedes-Problems ist keine Angelegenheit von zwei Wochen. Eher von zwei Monaten. Eine neue Kupplung muss her. Und die muss erst einmal in allen Lebenslagen getestet werden. "In Spa und Monza können wir mit schlechten Starts leben, weil du da überholen kannst. Aber für Singapur brauchen wir eine Lösung", fordern die Techniker. Niki Lauda schüttelt missmutig den Kopf: "Ich sehe nicht ein, warum es uns härter treffen sollte als andere. Da sehen wohl einige wieder Gespenster."

Bis das Problem aus der Welt geschafft ist, müssen Hamilton und Rosberg das Starten neu lernen. Die Mercedes-Fahrer übten in Belgien das Anfahren am Freitag und Samstag bis zum Erbrechen. Um ein Gefühl für den Druckpunkt zu bekommen.

Die Kupplungs- und Reifentemperaturen mussten sie über die Zahl der Burnouts in der Formationsrunde in das gewünschte Fenster bringen. Davor gab es eingehende Gespräche der Ingenieure mit den Fahrern. In diesem Fall wurden Hamilton und Rosberg getrennt instruiert. "Unsere Fahrer sind an leicht unterschiedliche Abläufe gewöhnt."

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