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Kurvendiskussion

Stimmen zum China-Parcours

Foto: dpa

Die neue Rennstrecke in China ist schwierig zu fahren, die Fahrer mögen sie trotzdem oder gerade deshalb.

24.09.2004

Der Rheinländer Hermann Tilke hat in der Formel 1 fast schon ein Monopol auf den Bau neuer GP-Strecken. Egal, ob es um neue Kurse wie in Sepang (Malaysia) oder Bahrain geht, oder um den Umbau des Nürburgrings. Tilke ist überall im Einsatz und steht auch überall in der Kritik. Meist werfen ihm die Fahrer bei seinen Streckenlayouts ein langweiliges Retorten-Einerlei vor.

Doch in Shanghai stimmt die Fahrer-Gilde andere Töne an: "Es macht viel Spaß hier zu fahren, weil es mal was ganz Neues ist. Das gilt vor allem für diese langgezogenen Kurven, die am Ausgang hervorragende Überholmöglichkeiten bieten", lobt Williams-Fahrer Ralf Schumacher. Teamkollege Juan Pablo Montoya fasst sich kürzer: "Die Strecke ist schön. Ich denke, ich habe die optimale Linie gefunden." Wie sich an der 14. Zeit ablesen lässt, hat der Kolumbianer es wohl nur noch nicht geschafft, auf dieser Linie zu bleiben. Kein Fahrer war im Freitagstraining so oft neben der Piste zu finden.

David Coulthard: "Eine Acht auf der Skala"

McLaren-Fahrer David Coulthard und Sauber-Mann Giancarlo Fisichella scheinen sich abgesprochen zu haben: "Auf einer Skala von eins bis zehn ist der Kurs in Shanghai eine Acht", sagten beide nach den freien Trainings. Besonders die erste Kurve nach der langen Startgeraden hat es der Fahrer-Gemeinde angetan. "Da kannst du so viele Fehler machen", sagt BAR-Fahrer Jenson Button begeistert. "In der Kurve musst du dein Auto sehr gut kennen", sagt Jacques Villeneuve, und gibt unumwunden zu, dass ihm diese Kenntnis beim Renault noch fehlt.

Auch der Weltmeister hat in Kurve eins zu kämpfen: "Es ist sehr schwer, den Bremspunkt zu finden." Tatsächlich sah man die Ferrari zuweilen mit rauchenden Vorderrädern. Der Knackpunkt liegt im Radius, der sich gleich drei Mal verengt. Zudem ist der Ausgang wegen einer Senke im Scheitelpunkt nicht einsehbar. David Coulthard liebt gerade das an Shanghai: "Es gibt so viele blinde Ecken."

Drei Überholchancen pro Runde

Der einzige, der dem Kurs in China nichts abgewinnen kann, ist bisher Jaguar-Fahrer Mark Webber: "So sehen halt moderne Strecken aus, auf denen man theoretisch überholen kann", nörgelt der Australier. Das Publikum dürfte diese Streckenarchitektur allerdings zu schätzen wissen. Wenn sich die Sicht der Optimisten bewahrheitet, bietet Shanghai gleich drei Überholmöglichkeiten pro Runde.

Besonders clever ist die Kurve vor der Gegengeraden konzipiert. Wegen einer leichten Überhöhung kann der Hintermann dem Gegner bis unter den Heckflügel kriechen, ohne dass ihn wie gewöhnlich durch Luftwirbel verursachtes Untersteuern zurückwirft und den Angriff auf der Geraden vereitelt.

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