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Lauda lehnt Favoritenrolle ab

"Alles hängt von der Fahrbarkeit ab"

Niki Lauda - Bahrain - Formel 1 Test - 2014 Foto: Pirelli 140 Bilder

Mercedes-Fahrer führen die Zeitenliste an. Sie drehen die meisten Runden. Trotzdem weigert sich Niki Lauda optimistisch zu sein. Er warnt lieber davor, was alles passieren kann. Und er erzählt von seinen Erfahrungen, auf was es in Melbourne ankommen wird.

28.02.2014 Michael Schmidt

Eigentlich müsste Niki Lauda zufrieden sein. Mercedes-Piloten bestimmen bei den Testfahrten in Bahrain das Tempo, und sie drehen die meisten Runden. Ferrari hinkt hinterher, und die Renault-Teams sind im Nirgendwo. Trotzdem will Lauda von einer Favoritenrolle nichts wissen. Er beruhigt sich mit der Tatsache, dass seine Piloten fahren und dabei Probleme auftreten, die man lösen muss. Wer nicht fährt, weiß nicht, welche Probleme ihn noch erwarten.

Schnelle Runden sagen gar nichts

Für Lauda sagen die Testfahrten gar nichts aus: "Es gibt keine Vergleichbarkeit. Alles ist Theorie, weil du nicht weißt, wer seine Ressourcen schon wie stark ausgespielt hat. Da kommt bei jedem noch etwas von der Aerodynamik und vom Motor. Die Wahrheit wird sich erst in Australien zeigen."

"Selbst in Melbourne werden wir erst am Sonntag wissen, woran wir sind. Wenn in der Qualifikation alle volle Power geben, ist das eine Sache. Das kann sich im Rennen total umdrehen, wenn der Spritverbrauch eine Rolle spielt. Letztes Jahr waren wir nur von den Reifen limitiert. Diesmal von den Reifen und dem Spritverbrauch."

Mercedes-Teams mit Vorteil

Die Erfahrungen, die Mercedes an neun Testtagen gemacht hat, bringen Lauda zu der Schlussfolgerung: "Alles hängt davon ab, wie diese Autos im Rennen zu fahren sind. Da muss sich das Power-Management überlegen, wie viel ich mit Benzin oder mit Strom fahre. Dieses Zusammenspiel muss passen, vor allem für den Fahrer. Er muss sich im Auto wohl fühlen."

"Bei uns berichten alle Fahrer, auch die der Kundenteams, dass die Fahrbarkeit gut ist. Das ist schon mal ein wichtiger Schritt. Ferrari scheint da ein bisschen hinten dran zu sein und Renault ist offenbar weit weg. Wer nicht fährt, hat vom Motor her schon nicht die Basis, um Setup-Arbeit am Auto zu betreiben und Strategien zum Reifenschonen zu entwickeln."

Pilot wichtiger denn je

In der ganzen Problematik spielt nach Ansicht von Lauda der Fahrer eine entscheidende Rolle. "Er muss das alles koordinieren. Da wird sich der intelligente leichter tun als das Vollgastier. Wenn zum Beispiel die Reifen nachlassen, muss er seinen Fahrstil so umstellen, dass der Spritverbrauch nicht in die Höhe geht. Der Fahrer ist gerade am Anfang der Saison einer der wichtigsten Faktoren. Irgendwann kapieren es alle. Aber bis dahin kann der intelligentere Fahrer viele Punkte gutmachen."
 

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