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Lauda über Hamilton Vertrag

"Lewis musste alles hinterfragen"

Niki Lauda & Lewis Hamilton - Formel 1 - Mercedes - 2015 Foto: xpb 73 Bilder

Lewis Hamilton und Mercedes bleiben weiter ein Team. Die nächsten 3 Jahre wird der Weltmeister für den Stern an den Start gehen. Für Hamilton war es die erste Vertragsrunde in eigener Mission. Er sah sich mit Toto Wolff und Niki Lauda zwei gestandenen Geschäftsleuten gegenüber.

20.05.2015 Michael Schmidt

Die ersten Gespräche zwischen Lewis Hamilton und Mercedes fanden schon in Abu Dhabi 2014 statt. Doch dann wurde der Vollzug immer wieder verschoben. Vier Tage vor dem GP Monaco gab Mercedes bekannt, was kurz nach dem GP Spanien festgezurrt wurde. Ein neuer Dreijahresvertrag für Lewis Hamilton.

Die englische Presse kolportiert einen Betrag von 100 Millionen Pfund für die gesamte Vertragszeit. Ob er sich von seinem fürstlichen Salär gleich die neue Sonnenbrille mit gold besetztem Gestell gekauft hat, war nicht zu erfahren.

Nico Rosberg schmunzelt: "Ich weiß ja nicht, was da alles geschrieben wird. Was ich von meinen eigenen Zahlen aber weiß ist, dass die Journalisten immer weit daneben liegen." Niki Lauda lässt sich auch nicht viel entlocken: "Es ist ein bisserl mehr als beim letzten Vertrag." Um dann doch eine Zahl zu nennen. "Also ich habe in meiner aktiven Zeit nur 10 Prozent von dem verdient, was die Top-Piloten heute kriegen. Ich bin eindeutig zu früh geboren."

Weltmeister wie Lewis Hamilton haben ihren Preis

Rechnen wir einmal nach. Lauda wurde 1982 von McLaren für die Rekordsumme von 3 Millionen Dollar pro Jahr aus seiner Rente zurückgeholt. Demzufolge müsste Hamilton heute 30 Millionen Dollar pro Jahr einstreichen. Also deutlich weniger als das, was derzeit in den englischen Zeitungen kursiert.

Der Vertrag des zweifachen Weltmeisters enthält jedoch Erfolgsklauseln. GP-Siege und WM-Titel können sein Salär aufbessern. Für Lauda ein fairer Lohn: "Die Weltmeister wie Vettel, Alonso oder Lewis verdienen alle ungefähr in der gleichen Größenordnung. Sie haben eben ihren Preis."

Lauda ist für Hamilton eine Art Mentor. Der Ex-Rennfahrer hat die Verhandlungen zusammen mit Teamchef Toto Wolff vom ersten Tag an begleitet. Sie zogen sich laut Lauda und Hamilton hauptsächlich deshalb so in die Länge, weil der Engländer zum ersten Mal die Gespräche selbst geführt hatte. Nur unterstützt von Anwälten.

"Ich begrüße das", spendet Lauda Beifall. "Ist mir viel lieber, als wenn da ein Manager sitzt. Lewis wollte und musste alles hinterfragen. Deshalb hat es so viel Zeit in Anspruch genommen. Der Hauptvertrag war nicht das Problem. Schwieriger sind die Details wie PR-Auftritte, Sponsortermine oder Fragen, ob er sein Rennauto am Ende des Jahres behalten darf." Hamilton atmete nach dem Vertragsmarathon auf: "Die 10 Prozent, die normalerweise der Manager bekommt, habe ich mir hart verdient."

Vertragspoker mit 2012 nicht vergleichbar

Eigentlich hätte Mercedes ja leichtes Spiel gehabt. Für Hamilton stand früh fest, dass er keine Optionen hat. "Ich hatte nie Zweifel, bei Mercedes zu bleiben." Lag da nicht die Versuchung nahe, den Mangel an Alternativen auszunutzen? Lauda verneint: "Wenn wir so gedacht hätten, wäre das Vertrauen untereinander verloren gegangen. Wir wollten Lewis ja auch unbedingt halten."

Für Lauda war es bereits die zweite Verhandlungsrunde mit Hamilton. Und doch war sie nicht mit jener von 2012 zu vergleichen, als Mercedes den Engländer von McLaren abgeworben hatte. "Damals war das erste Ziel, Lewis von McLaren wegzukriegen. Und da spielten zwei Dinge eine entscheidende Rolle. Wir mussten das alte Gehalt überbieten, und wir mussten ihm das Gefühl geben, dass er bei Mercedes gut aufgehoben ist. Was nicht so einfach war, weil Mercedes in der Vorsaison nur Fünfter gewesen ist. Diesmal ging es für Toto, Lewis und mich mehr darum, die Details, die ihm in den ersten 3 Jahren gefallen oder nicht gefallen haben, neu zu formulieren."

Einmal im Laufe der Verhandlungen nahm Lauda seinen Sparringspartner jedoch ins Gebet. Als der wieder einmal um ein Detail in dem Vertrag zu feilschen begann. Da gab ihm Lauda ein Stück Lebensweisheit mit auf den Weg. "Ich habe ihm gratuliert, ihm gesagt, dass er hervorragend verhandelt und das Maximum für sich herausgeholt hat. Ich habe ihm aber auch gesagt, dass bei jeder Art von Geschäft ein Punkt erreicht ist, an der man sich einen Schlusspunkt setzen und sich sagen muss: Du hast es perfekt hingekriegt. Wenn du nicht weißt, wann genug ist, bist du ewig unzufrieden."

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