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Niki Lauda über das WM-Finale

„Zwei Herzen in der Brust“

Paddy Lowe & Niki Lauda - GP Abu Dhabi 2016 Foto: Wilhelm 31 Bilder

Nico Rosberg ist Weltmeister. Doch der Weg dorthin war eine arge Zitterpartie für die Mercedes-Truppe. Bei Niki Lauda schlagen zwei Herzen in der Brust. Die des Rennfahrers und die des Mercedes-Mannes.

30.11.2016 Michael Schmidt 9 Kommentare

Bei Mercedes war man nach dem GP Abu Dhabi hin und her gerissen. Auf der einen Seite gab es den achten Doppelsieg, der Nico Rosberg zum Weltmeister machte. Auf der andere die Störfeuer von Lewis Hamilton, der dem Team die Rennstrategie aus der Hand nahm und alle Register zog, um doch noch Weltmeister zu werden.

Teamchef Toto Wolff hatte es in der Pressekonferenz bereits angedeutet. Da schlagen selbst dem Verantwortlichen von Mercedes zwei Herzen in der Brust. Die des Racers und die des Teamchefs. Und bei allem musste man als Team noch fair gegenüber den Fahrern sein. Was für ein Spagat! Bei Außenminister Niki Lauda war es nicht anders. Er freute sich mit Rosberg und versuchte Hamilton zu verstehen. Was aber vielleicht nur Leute können, die selbst Rennen gefahren sind.

Hamilton ist zu spät aufgewacht

Lauda zog in der Stunde des Triumphes sein rotes Kapperl. Diesmal nicht nur symbolisch. „Ich bin irrsinnig glücklich. Es ist ergreifend, dass Nico endlich Weltmeister ist. Er hat es sich verdient. Mit einer perfekten Saison und einer unglaublichen Leistung. Sich nach der Niederlage im letzten Jahr noch einmal so aufzurichten, da kann ich nur meinen Hut ziehen.“

Laudas Saisonfazit fällt wie bei ihm üblich knapp und präzise aus. „Lewis ist zu spät aufgewacht. Nico hat sich von Anfang an mit den Details des Autos und der Reifen besser auseinandergesetzt. Er hat sich über den Winter das antrainiert, was ihm zu Lewis gefehlt hat. Erst nach der Niederlage in Singapur hat sich auch Lewis wieder um jede Kleinigkeit gekümmert. Da war es aber schon zu spät.“

Hamilton brachte Sieg in Gefahr

Mit der Tempoverschleppung von Hamilton im letzten Rennen war zu rechnen. Siegertypen wir er ticken so. Sonst wären sie nicht so erfolgreich. Auch Niki Lauda hatte seine Tricks, als er sich 1977 bei Ferrari die Nummer 1-Position gegen Carlos Reutemann zurückholen musste, weil ihn Enzo Ferrari fallen lassen wollte. Und auch, als er 1984 bei McLaren gegen den schnelleren Alain Prost Weltmeister wurde. Erfolge entstehen in der Bereitschaft, 100 Prozent dafür einzusetzen.

Lauda bringt Hamilton deshalb ein gewisses Verständnis entgegen: „Als Rennfahrer verstehe ich, dass er jede Taktik ausprobiert, die ihn am Ende doch noch zum Weltmeister macht. Ich habe aber bis jetzt nicht kapiert, warum er am Ende so langsam geworden ist, dass er dafür fast noch den Sieg und damit auch seinen Titel weggeschmissen hätte. Er hat es wirklich so brutal drauf ankommen lassen, dass am Ende fast noch der Vettel profitiert hätte. Wenn Lewis da der geringste Fehler unterläuft, gewinnt Sebastian das Rennen.“

Lauda sagt deshalb auch: „In meiner Position bei Mercedes kann ich das nicht gutheißen. Weil er einen Sieg aufs Spiel gesetzt hat. Lewis weiß, dass der Sieg das oberste Ziel des Teams ist. Das muss er respektieren.“

Hamilton hebt Rosberg auf den Sockel

Lauda kann sich auch gut in die Situation von Rosberg hineinversetzen. Der neue Weltmeister muss vor allem in den letzten Runden Höllenqualen gelitten haben. Da drohte sein Traum wie eine Seifenblase zu zerplatzen, nur weil ihn der Teamkollege absichtlich in die Falle laufen ließ.

„An Nicos Stelle hätte ich mich grün und blau geärgert. Der Teamkollege fährt langsam vor meiner Nase herum. Mein Auto bekommt nur schlechte Luft ab, fängt zu rutschen an, und die Reifen bauen ab. Du weißt nicht, was hinter dir passiert und ob du das alles kontrollieren kannst.“

Auch nach Laudas Ansicht hat Hamilton alle Ziele verfehlt. Er ist weder der richtige noch der moralische Weltmeister. „Wenn er vorne volle Pulle weggefahren wäre, hätten wahrscheinlich alle gesagt: Das ist der wahre Weltmeister. So aber hat er Nico auf einen Sockel gestellt, der so hoch ist, als hätte er das Rennen gewonnen. Nico hat sich unter einem irrsinnigen Druck toll verteidigt. Wir haben ihm ja angeboten, dass er Vettel vorbeilassen kann, weil der dritte Platz auch reicht. Nico hat sich fürs Kämpfen entschieden. Da hat er gezeigt, dass er zurecht Weltmeister ist.“

Neuester Kommentar

@Potenta noch einen Beweis dass du 2014 gar nicht verfolgt hat. Rosberg hatte 2014 vor dem letzten GP 2 Ausfälle im Rennen und 15 Punkte Rückstand . Hamilton hatte 15 Punkte und 4 Siege mehr als Rosberg und 3 Ausfälle in Rennen.
Jetzt kannst du deine idiotische Rechnung noch machen.

PS: Die 2 Ausfälle von Hamilton in Quali sind noch nicht mal dabei.

Bestimmt kommst du jetzt mit Phantom -Ausfälle von Rosberg wie Verbremser und so

HammerTime 1. Dezember 2016, 16:12 Uhr
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