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Leser fragen F1-Experten

Mit Barcelona-Updates Richtung Spitze

Nico Rosberg Foto: Daniel Reinhard 110 Bilder

Die auto motor und sport-Leser haben uns wieder viele interessante Fragen geschickt. Nico Rosberg, Timo Glock und Mercedes-Teamchef Ross Brawn haben sich die Zeit genommen, ausführlich Stellung zu nehmen. Hier sind die Antworten.

12.05.2011

Fragen an Nico Rosberg:

Frage von "mmüller": Ist der Respekt vor Michael Schumacher kleiner geworden, nachdem Sie nun sehen, dass der auch nur mit Wasser kocht?

Rosberg: Überhaupt nicht. Er ist und bleibt der erfolgreichste Rennfahrer aller Zeiten. Es ist nach wie vor sehr schwer, schneller zu sein als Michael. Ich muss mir das in jeder Trainings-Session hart erarbeiten. Bei mir muss alles passen, um die Nase vorn zu haben. Ich bin happy, dass es bisher gegen ihn gut geklappt hat. Aber ich weiß auch, dass es beim nächsten Rennen schon wieder anders sein kann.

Frage von "Marco": Sie wurden in den ersten Runden (in Istanbul) oft mit dem beweglichen Heckflügel überholt. Halten Sie es immer noch für eine gute Erfindung oder ist das Überholen zu einfach?

Rosberg: Es war schon sehr extrem in Istanbul. Aber nach wie vor halte ich den Heckflügel als eine der besten Erfindungen, die unseren Sport attraktiver macht. Natürlich denkt man manchmal, so ein Mist, wenn man - wie in Istanbul anfangs geschehen - der Leidtragende ist. Aber das hat sich ja gegen Ende des Rennen wieder zu meinem Vorteil gedreht. Da hatte ich dann wieder den Spaß. Man muss nur die Linie, ab der man das DRS aktiveren kann, ein bisschen später festlegen. Da braucht die FIA noch ein bisschen Zeit, um das zu optimieren. In Istanbul war es generell ein bisschen zu einfach.

Frage von "Dreamfly13": Im Winter war der MGP-W02 in Barcelona nicht zu schlagen. Wird es jetzt am Rennwochenende in Spanien ähnlich gut verlaufen?

Rosberg: Die Tests liegen zu weit zurück und sind dadurch mittlerweile fast bedeutungslos. In den letzten Rennen haben wir gesehen, wo wir genau stehen. Jetzt kommt es drauf an wie unsere Updates am Auto wirken. Die meisten Teams bringen neue Sachen, aber ich denke unsere könnten besser sein als die der anderen und uns ein wenig näher an die Spitze heran bringen.

Fragen an Timo Glock:

Frage von "HistoryFan": Türkei war wieder einmal keine Reise wert. Können Sie sich vorstellen, das Team noch dieses Jahr zu verlassen?

Glock: Nein. Ich habe mit meinem Team einen langjährigen Vertrag. Ich zähle nicht zu denjenigen, die den Kopf in den Sand stecken und einfach davonlaufen, nur weil es mal schlecht läuft.

Frage von "MGP-Fan": Wie baust Du den Frust nach einem Wochenende wie Istanbul ab?

Glock: Ich setze mich daheim auf mein Fahrrad und strample viele Kilometer ab.

Frage von "Marco": Wenn Sie sich ohne Beschränkungen ein Formel 1-Team aussuchen könnten. Wo würden Sie hingehen? Red Bull? Ferrari? Mercedes? McLaren?

Glock: Normalerweise würde man zu dem Team gehen, das in der Weltmeisterschaft vorne liegt. Mich reizen aber schon die Teams mit den großen Namen. Ferrari, das wäre schon was. Oder natürlich Mercedes. Als Deutscher wäre es schon ein Ding für einen Hersteller mit diesem Namen zu fahren.

Fragen an Ross Brawn:

Frage von "Libero": Wie kann man das Problem lösen, dass Mercedes im Rennen nicht so gut ist wie im Qualifying?

Brawn: Unsere aktuelle Situation sieht so aus: Wir wissen, dass die Performance im Auto steckt, aber wir können diese Leistung nicht konstant genug abrufen. Das Auto verhielt sich bei unterschiedlichen Benzinmengen nicht gleich und deswegen war unsere Rennpace nicht so gut wie unsere Qualifying-Performance. Wir haben gezeigt, dass wir bei bestimmten Bedingungen schnell sein können, aber wir müssen das über ein breiteres Spektrum abrufen. Das erreichen wir durch ein besseres Feintuning bei der Abstimmung, der Aufhängung und den Grip-Levels. Darauf werden wir uns in nächster Zeit an der Rennstrecke konzentrieren.

Frage von "HansWurst": Welche Updates sind für Barcelona geplant? Schumacher klang im Interview ja relativ optimistisch, was das Potenzial angeht?

Brawn: Wir werden in Barcelona einige aerodynamische Weiterentwicklungen haben, die uns bei der Performance einen Fortschritt bringen sollten. Außerdem haben wir Verbesserungen an unserem Aufhängungssystem, um uns bei der Konstanz zu steigern.

Frage von "MGP-Fan": Wenn Sie die Arbeit bei Mercedes mit Ihrer Arbeit bei Ferrari vergleichen: Wo hat es mehr Spaß gemacht, und was sind die größten Unterschiede in der Mentalität der beiden Teams?

Brawn: Mercedes und Ferrari sind beides Teams mit einer unglaublichen Geschichte und Motorsportvergangenheit. Ich hatte und habe das Privileg, bei beiden zu arbeiten. Meine Position bei Mercedes ist durchaus sehr ähnlich zu jener in meiner Ferrari-Zeit. Als ich zu Ferrari kam, wollten wir ein Team aufbauen, um unser großes Ziel zu erreichen, den WM-Titel zu gewinnen. Es hat mir damals Spaß gemacht, dafür zu arbeiten, dieses Ziel Schritt für Schritt zu erreichen. Das gleiche gilt jetzt bei Mercedes, wo wir die gleichen Ansprüche haben und mit großem Engagement und Entschlossenheit zum Erfolg kommen wollen. Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich jeweils zur richtigen Zeit in meinem Leben bei diesen beiden Teams war. Meine Jahre bei Ferrari waren der perfekte Zeitpunkt, um in Italien zu leben, weil meine Töchter an der Universität waren, und ich weniger Verbindungen nach England hatte. Andererseits passt es für mich perfekt, dass ich jetzt mit Mercedes in Großbritannien beheimatet bin - schließlich bin ich nun Großvater. Ferrari war eine wundervolle Zeit in meinem Leben, aber meine Ziele bleiben auch heute unverändert - ich möchte die Weltmeisterschaft mit Mercedes gewinnen und die Legende der Silberpfeile fortsetzen.

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