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Lewis Hamilton

Entschuldigung bei Massa und Maldonado

Lewis Hamilton GP Monaco 2011 Foto: xpb 73 Bilder

Lewis Hamilton hatte mit seinem Verbalangriff in Richtung Rennleitung und Konkurrenz für viel Wirbel gesorgt. Inzwischen ruderte der McLaren-Pilot zurück. Über Twitter entschuldigte er sich bei seinen Crash-Opfern.

31.05.2011 Tobias Grüner

Eigentlich ist Lewis Hamilton als netter Kerl bekannt. In der Lehre von McLaren-Chef Ron Dennis wurde er zum stromlinienförmigen PR-Musterschüler ausgebildet. Oft wurde der Engländer sogar dafür kritisiert, dass er vorgefertigte Standardantworten mehr oder weniger emotionslos herunterleierte.

In Monaco war jedoch alles anders. Nach einem komplett verpatzen Rennwochenende mit misslungenem Quali-Poker und mehreren Kollisionen im Rennen platzte dem 26-Jährigen im Interview plötzlich der Kragen. Als ihm BBC-Reporterin Lee MacKenzie das Mikrofon unter die Nase hielt, bekam jeder sein Fett weg: Die Rennleitung, die Konkurrenz und sogar sein eigenes Team.

Schon vor dem Rennen hatte Hamilton leichte Kritik an den McLaren-Strategen geäußert, die ihn im Qualifying zu lange in der Box festhielten. "Ich hatte leider nicht widersprochen", übernahm Hamilton eine Mitschuld. Im Rennen sorgte seine Mannschaft dann wieder für Ärger im Cockpit. "Sie haben mir gesagt, ich soll an die Box kommen, um zu überholen. Aber da war keiner da. So einfach ist das."

Hamilton erklärt der Rennleitung die Situation

Den größten Groll hegte er aber gegen die Rennleitung. "In sechs Rennen war ich jetzt fünf Mal danach bei den Stewards. Das ist ein Witz, ein absoluter Witz", ächzte der Brite in die Kamera. Auf die Frage nach dem Grund für die "Spezialbehandlung" von den Kommissaren, versuchte sich Hamilton mit einem Scherz. "Vielleicht liegt es daran, dass ich schwarz bin. So sagt das doch Ali G.", grinste der Pilot.

Doch die Anlehnung an den britischen Komiker Sacha Baron Cohen, der als weißer Gangster-Rapper Ali G. viele Fans gewann, ging gründlich in die Hosen. Einige Medienvertreter bekamen den Spaß in den falschen Hals und strickten sich eine große Geschichte. Um die Sache bei der Rennleitung klarzustellen, kam Hamilton sogar extra noch einmal an die Strecke zurück.

Hamilton sieht sich ohne Schuld

Auch seine Fahrerkollegen bekamen ihr Fett weg. Beim misslungenen Überholmanöver gegen Felipe Massa sah sich Hamilton in der Opferrolle, obwohl sein Gegner in der Leitplanke endete. "Man bekommt hier nicht viele Chancen zum Überholen. Ich war deutlich schneller als Massa. Ich bin innen reingestoßen, aber er hat so früh eingelenkt. Er ist einfach in mich reingefahren. Ich bin über die Kerbs, aber waren wir schon ineinander verkeilt."

Dass er dafür von der Rennleitung auch noch zu einer Extrarunde durch die Boxen gebeten wurde, traf bei Hamilton auf wenig Verständnis. "Ich bekomme natürlich die Strafe dafür. Das ist ja üblich. Er hat mich schon im Qualifying aufgehalten, aber ich habe die Strafe bekommen."

Als sich Hamilton in den letzten Runden mit Pastor Maldonado anlegte, sah das Ergebnis ähnlich aus. Der Williams landete in der Mauer, Hamilton bekam 20 Sekunden aufgebrummt. "Bei Maldonado hatte ich die Innenseite. Man konnte auf dem Bildschirm erkennen, dass er eine gute Wagenlänge zu früh eingelenkt hat, um mich vom Überholen abzuhalten. Er ist in mich reingecrasht. Das ist lächerlich. Diese Fahrer sind absolut lächerlich und dumm."

Jordan und Brundle kritisieren Hamilton-Äußerungen

Was man dem Engländer positiv anrechnen muss, ist dass er zumindest ehrlich seine Meinung gesagt und Emotionen gezeigt hat. Dennoch ließ die Kritik an den Äußerungen natürlich nicht lange auf sich warten. "Er hatte kein Glück", erklärte Ex-Formel 1-Teamchef Eddie Jordan. "Aber das gibt ihm nicht das Recht so über seine Hautfarbe zu reden. Er sieht sich in der Opferrolle. Selbst wenn man es als Witz ansieht, klingt es einfach nicht gut. Wenn ich sein PR-Manager wäre, würde ich sagen: 'Oh mein Gott. Sei still, nimm Dir Zeit nachzudenken.'"

Auch Ex-Formel 1-Pilot Martin Brundle, der ebenfalls für die BBC arbeitet, konnte die Statements nicht nachvollziehen. "Das Problem mit Lewis ist, dass immer die anderen Schuld sind. Da muss er seine Einstellung vielleicht mal ändern. Man hat gesehen, dass er sehr frustriert war im Rennen. Aber das ist keine Entschuldigung. Es kann nicht immer der Fehler der anderen sein."

Hamilton sagt sorry

Am Montagabend war die Nachricht anscheinend auch bei Lewis Hamilton angekommen. Über Twitter entschuldigte er sich bei Massa und Maldonado. "Sollte ich Euch beleidigt haben, dann entschuldige ich mich dafür. Ihr seid beide fantastische Piloten, die ich sehr achte", teilte der Crash-Pilot mit.

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