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Lewis Hamilton

Hautfarbe bedeutungslos

Foto: Daniel Reinhard

Streng genommen ist er nicht der erste Farbige in der Formel 1 - dies war der Inder Narain Karthikeyan, aber Lewis Hamilton könnte der erste Farbige sein, der eine maßgebliche Rolle im GP-Sport spielt. Ron Dennis reagiert allerdings auf das Thema Hautfarbe allergisch.

27.11.2006

Vor mehr als 20 Jahren sprach ein gewisser Bernie Ecclestone den berühmten Satz: "Was der Formel 1 jetzt noch fehlt, ist ein schneller Deutscher, eine Frau und ein Neger." Lassen wir die politisch unkorrekte Ausdrucksweise des Formel 1-Impressarios außer acht, geht nach der ausgiebigen Formel 1-Ära eines Deutschen nun der zweite von drei Wünschen für Ecclestone in Erfüllung. "Er ist der beeindruckendste nachrückende Fahrer, den ich seit langer Zeit gesehen habe," sagt Englands Rennlegende Stirling Moss.

Maßgeblich beteiligt an der bisherigen Karriere ist sein neuer Teamchef Ron Dennis. "Seit 1998 spielt Lewis in unserer langfristigen Planung eine wichtige Rolle. Heute wird sein Traum vom Formel-1-Cockpit wahr, und wir freuen uns mit ihm", sagte Dennis, den Hamilton 1996 bei der jährlichen Preisverleihung des britischen Motorsports um ein Autogramm gebeten und gefragt hatte, ob er mal für ihn fahren dürfe. "Melde dich in neun Jahren wieder", schrieb Dennis dann in das Album des ehrgeizigen Buben - mitsamt Telefonnummer.

Klingeln ließ er es auf der Piste. 2003 holte Hamilton in der britischen Formel-Renault seinen ersten Titel im Automobilsport. 2005 folgte der Gesamterfolg in der Formel-3-Euroserie - mit 15 Siegen in 20 Rennen. Und in diesem Jahr fuhr Hamilton die GP2-Meisterschaft ein. Fünf Tage nach seinem Titeltriumph saß er am Steuer des McLaren-Mercedes und drehte seine ersten Testrunden, stets begleitet von großem Medieninteresse.

Das Märchen vom einfachen schwarzen Arbeitersohn

Der schnelle Aufstieg ist dem Briten aber nicht zu Kopf gestiegen. Nicht nur an Renn-Wochenenden kümmert er sich um seinen spastisch gelähmten Bruder. "Er kann nicht die Hälfte der Dinge tun, die ich tun kann. Das ist eine starke Botschaft, die sicherlich großen Einfluss auf meine Denkweise hat", sagte Hamilton, dessen Vater Anthony nach der Einwanderung nach England neben seiner Arbeit bei der Eisenbahn noch zwei Jobs annahm.

Die märchenhafte Geschichte des einfachen Arbeitersohns, dessen Großeltern von der Karibikinsel Trinidad stammen, bekommt durch die dunkle Hautfarbe in einer Welt, in der bisher nur "Weiße" dominierten, zusätzliche Würze. Dessen ist sich Teamchef Ron Dennis bewusst und steuert kräftig gegen: "Natürlich ist uns klar, dass Lewis Hautfarbe in den Überschriften oder ersten Sätzen jeder Geschichte, die heute oder in der Zukunft erscheint eine Rolle spielen wird, aber für uns ist das völlig ohne Bedeutung. Er ist, was er ist, und die Tatsache, dass er in unserem Auto sitzt, hat allein damit zu tun, dass er es verdient hat."

Doch trotz der angeblichen Bedeutungslosigkeit warnte Dennis seinen Schützling schon früh, seine Hautfarbe als Mittel einzusetzen, um bevorzugt zu werden: "Ich habe immer zu ihm gesagt: An dem Tag, an dem du das auszunutzen versuchst, bekommst du ein Problem mit mir."

Lewis Hamilton: "Bin nicht Tiger Woods"

Hamilton selbst sieht sich als Vorbild: "Meine Hautfarbe ist insofern ein Vorteil, dass die Leute darüber sprechen. Es freut mich, wenn andere schwarze Kinder sehen, was ich zustande bringe, und mir nacheifern, aber das motiviert mich nicht. Ich tue das für mich, weil ich in der Formel 1 gewinnen will - und weil ich glaube, dass ich dafür gut genug bin."

Allzu große Vorschusslorbeeren sind ihm allerdings nicht ganz geheuer: "Ich bin nicht der Tiger Woods der Formel 1", sagte er mehrfach über den herausragenden Golfer. Dennoch wünscht sich Hamilton, "dass ich andere ethnische Gruppen animieren kann, sich auch in der Formel 1 einzubringen."

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