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Lewis Hamilton Formel 1-Weltmeister 2015

Mit neuem Erfolgsrezept zum dritten Titel

Lewis Hamilton - GP USA 2015 Foto: xpb 73 Bilder

Lewis Hamilton ist erneut der König der Formel 1. Im Alter von 30 Jahren hat der britische Mercedes-Pilot endlich das Erfolgsrezept gefunden, mit dem er auf und neben der Rennstrecke sein Glück findet. So schnell wie 2015 raste der Engländer noch nie zum Titel.

25.10.2015 Tobias Grüner

Auf den zweiten WM-Titel musste Lewis Hamilton 6 Jahre warten. Für den dritten brauchte er gerade einmal 11 Monate. In Austin hat der Mercedes-Pilot mit seinem verrückten Sieg die Titelverteidigung vorzeitig klar gemacht - 3 Rennen vor dem Ende der Saison. Im Formel 1-Jahr 2015 legte der Mercedes eine dominante Vorstellung hin, wie man sie in diesem Jahrtausend nur von Sebastian Vettel und Michael Schumacher gesehen hat.

Die Leistungsexplosion hat mehrere Gründe. Der wichtigste ist wohl im Kopf des Piloten zu suchen. Der Titel 2015 hat Hamilton spürbar befreit. Noch nie sah man einen Vertreter der modernen Fahrer-Generation abseits der Piste so locker und ausgelassen. Hamilton lässt keine Party aus, jettet zwischen den Rennen rund um die Welt und fühlt sich auf dem roten Teppich genauso wohl wie im Tonstudio. Und seine Fans sind via Twitter, Facebook und Instagram stets dabei.

Mercedes lässt Lewis Hamilton Freiheiten

Hamilton macht, was er will. Und Mercedes lässt seinen Star machen, was er will. "Solange er auf der Strecke Leistung bringt, haben wir kein Problem mit seinen privaten Aktivitäten", stellt Toto Wolff klar. Vor allem im Qualifying machte sich die neue Lockerheit spürbar. Vor allem in der ersten Saisonhälfte brachte er Teamkollege Nico Rosberg fast zur Verzweiflung.

Dass Hamilton bei seinen Eskapaden abseits der Rennstrecke ab und zu mal über die Stränge schlägt, wird von Mercedes mittlerweile gerne akzeptiert. Nur wenn es politisch inkorrekt wird, wie zum Beispiel mit der Spaßballerei mit einem Maschinengewehr in der Sommerpause, greifen die PR-Wächter ein.

"Früher bei McLaren hat man versucht, mich in eine eckige Kiste zu stecken", erklärt Hamilton über seine neu gewonnenen Freiheiten. "Ich durfte keinen Charakter und keine Persönlichkeit zeigen. Mir wurde nur gesagt, was ich alles nicht darf. Bei Mercedes habe ich gemerkt, dass ich nach und nach wieder aus meiner Schale heraus kann."

Hamilton bei Fans beliebter als bei Kollegen

Mittlerweile hat der Pilot alle Hemmungen abgelegt. Er präsentiert sich mit teuren Autos, dicken Gold-Ketten und großflächigen Tätowierungen. "Mir ist klar, dass das nicht jedem gefällt. Aber so bin ich nun mal", so der Engländer trocken. Allen gefällt das nicht. Aber vielen. Hamilton genießt mit Abstand die meiste Popularität bei den Fans, was die Zahlen seiner Social-Media-Aktivitäten beweisen.

Seinem Arbeitgeber Mercedes gibt der globale Superstar ein junges, cooles Image. Werte, die bisher nicht gerade mit der schwäbischen Traditionsmarke verbunden wurden. Auch Bernie Ecclestone nutzt Hamilton gerne als Aushängeschild und kritisiert öffentlich den Rest des Feldes, der sich nicht auf Hollywood-Premieren oder Glamour-Partys herumtreibt.

Kein Wunder, dass Hamilton im Fahrerkreis nicht annähernd so beliebt ist wie bei den Fans. Mit Argwohn betrachten die meisten Kollegen, wie der Weltmeister die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zieht. Offiziell will natürlich niemand Kritik üben. Aber an gemeinsamen offiziellen Auftritten, zum Beispiel bei der Fahrerparade vor dem Rennen, wird Hamilton stets isoliert.

Hamilton schiebt sich in Rekordlisten aufwärts

Man muss ihn nicht mögen, aber man muss ihn respektieren. Zumindest seine fahrerischen Leistungen. Der kleine Junge aus Stevenage hat es mittlerweilen allen gezeigt. In Sachen Rennsiege liegen nun nur noch Michael Schumacher und Alain Prost vor ihm. Bei den Pole Positions sind es Schumi und Ayrton Senna. Hamilton ist übrigens der erste britische Rennfahrer, der seinen WM-Titel erfolgreich verteidigen konnte.

Selbst alte Rivalen äußern höchsten Respekt vor den Leistungen. Ex-McLaren-Erzfeind Fernando Alonso gibt sich mittlerweile versöhnlich: "So wie er damals in seine F1-Karriere gestartet ist, musste man eigentlich davon ausgehen, dass er jetzt bei Titel Nummer 5 oder 6 angekommen sein sollte. Bei seinem Talent sind 3 Weltmeisterschaften fast schon etwas wenig. Aber er hat ja noch ein paar Jahre vor sich."

Nach seinem Titelgewinn sagte Hamilton zwar, dass es immer sein Ziel war, dreifacher Weltmeister wie Ayrton Senna zu sein. Doch der Engländer hat noch lange nicht genug. Jetzt wo er außerhalb der Strecke machen kann, was er will, hat er auch den Spaß auf der Strecke wiedergefunden. Die Lockerheit zermürbt seine Gegner. Allen voran Nico Rosberg, der auch mit ausgiebigem Daten-Studium und Simulator-Übungen nicht an den Stallrivalen herankommt.

"Nico hat im Sommer Starts geübt, Lewis hat Party gemacht. Offenbar ist Party das bessere Rezept", grinste Niki Lauda nach dem Hamilton in Spa-Francorchamps seinen 6. Saisonsieg eingefahren hatte. Und deshalb wird man bei Mercedes auch in Zukunft nichts an der Taktik ändern. Nur ein glücklicher Lewis Hamilton ist auch ein schneller Lewis Hamilton.

In unserer Galerie zeigen wir noch einmal die Höhe- und Tiefpunkte aus der bewegten Karriere von Lewis Hamilton.

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