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Lewis Hamilton ist Formel 1-Weltmeister

Der verdiente und gewünschte Champion

Lewis Hamilton - GP USA 2015 Foto: xpb 73 Bilder

Lewis Hamilton hat sich in Abu Dhabi den zweiten WM-Titel gesichert - 112 Rennen nach Titel Nummer 1. In unserem Weltmeister-Porträt stellen wir den alten und neuen Champion genauer vor und erklären, wie der Brite die Kurve doch noch gekratzt hat.

23.11.2014 Tobias Grüner

Lewis Hamilton ist zurück auf dem Formel 1-Olymp. 6 Jahre musste der Brite auf Titel Nummer 2 warten - deutlich länger als geplant. Eigentlich war "Super-Lew" 2007 mit dem Ziel in die Königsklasse eingestiegen, die Schumacher-Rekorde anzugreifen. "Der schwarze Blitz" titelte damals die Bild-Zeitung. Doch nach dem rasanten Frühstart mit der Vizemeisterschaft als Rookie 2007 und dem ersten WM-Titel in der zweiten Saison folgte der große Karriereknick.

Lange Durststrecke vor dem zweiten Titel

5 Mal in Folge schaute der Vollblutrennfahrer zu, wie sich die Konkurrenz bei der FIA-Gala am Jahresende die Pokale für die ersten 3 Plätze in der WM-Wertung abholte. Den ausbleibenden Erfolg alleine auf nicht konkurrenzfähige Autos zu schieben, wäre falsch. Hamilton stand sich mit seiner jugendlichen Ungestümtheit oft selbst im Weg. Dazu sorgte privater Ärger neben der Strecke immer wieder für ungewollte Ablenkung. Das unglaubliche Talent schien verschwendet.

Doch nach 5 nach Hamilton-Maßstäben erfolglosen Jahren fügte sich das Puzzle für das ehemalige Wunderkind plötzlich wieder perfekt zusammen. Neben dem überragenden Auto lag der Schlüssel für Titel Nummer 2 vor allem im beruhigten Umfeld des neuen Champions. Die On-Off-Beziehung mit Freundin Nicole Scherzinger blieb ein ganzes Jahr lang dauerhaft auf "On" geschaltet.

Auch das 2010 in die Brüche gegangene Verhältnis mit Vater und Ex-Manager Anthony konnte gekittet werden. "Er ist jetzt einfach nur mein Vater. So habe ich es immer gewollt", hatte der Junior schon nach dem Singapur-Sieg gestrahlt. Beim Finale in Abu Dhabi warteten alle nach der Zieldurchfahrt im Parc Fermé und gratulierten als Erste. Seine beiden Hunde nahm der Pilot im Gegensatz zum Vorjahr nicht mit ins Fahrerlager. Nichts sollte von der Mission Titelgewinn ablenken.

Hamilton mit 11 Siegen verdienter Formel 1-Weltmeister 2014

Mit insgesamt 11 Saisonsiegen ist Lewis Hamilton der verdiente und von vielen auch der gewünschte Champion. Vor allem in der englischen Presse wäre es wohl zu unschönen Diskussionen gekommen, hätte der deutsche Konkurrent Nico Rosberg den Titel nur dank der geringeren Anzahl an Technik-Defekten, der Kollision in Spa-Francorchamps und der doppelten Punkte im Finale von Abu Dhabi gewonnen.

Auch in der Mercedes-Marketing-Abteilung wird man sich insgeheim freuen. Hamilton ist einer der wenigen weltweiten Superstars der Formel 1. Ein Gesicht mit Wiedererkennungswert, ein Auftritt wie aus dem Modekatalog, jovial im Umgang. Die Anziehungskraft von Sponsoren ist ungleich größer, wenn der Pilot mit dem gelben Helm im Auto sitzt.

Als Werbefigur kommt der 29-Jährige vor allem bei der Generation Playstation an. Hamilton lebt das Leben eines Formel 1-Millionärs in vollen Zügen. Im Privatjet geht es regelmäßig von Monaco nach Hollywood. Schwere Gold-Ketten, Brillanten im Ohr, flache Baseball-Caps, großflächige Tätowierungen, schnelle Autos in der Privat-Garage - manchmal ist nicht klar, ob ein Rennfahrer oder ein Gangster-Rapper den Silberpfeil steuert.

Hamilton klarer Favorit bei den Fans

Im Gegensatz zu vielen seiner weichgespülten Kollegen, spricht Hamilton in schöner Regelmäßigkeit auch unbequeme Sätze aus. Politisch unkorrekt twittert er schon mal vertrauliche Telemetrie-Daten oder Beschleunigungsvideos auf öffentlichen Straßen. Auch dass sich ein Fahrer über die schlechte Qualität von Siegerpokalen beklagt, wäre bei den meisten seiner Kollegen wohl undenkbar. Er ist kein Perfektionist, kein kühler Rechner. Dafür erlaubt er sich zu viele einfache Fehler.

Journalisten freuen sich über gute Schlagzeilen. Und auch bei den Fans kommen die Ecken und Kanten an. Mit 2,8 Millionen Facebook-Freunden überragt der Engländer seine Formel 1-Kollegen deutlich. Solange Hamilton auf der Strecke schnell ist, verzeihen ihm auch die Mercedes-Bosse die Eskapaden. Mit Niki Lauda gibt es einen Mann im Team, dem der extrovertierte Pilot vertraut und der ihm mittlerweile die gröbsten Marotten ausgetrieben hat.

Der zweite Titel hat Lewis Hamilton nun auch sportlich in die Riege der ewigen Formel 1-Superstars katapultiert. Mit nun 33 Siegen und 38 Pole Positions hatte Hamilton während der Saison 2014 neue Rekordmarken für britische Fahrer aufgestellt. Bei der aktuellen Überlegenheit des Mercedes muss man davon ausgehen, dass noch einige Erfolge dazukommen werden.

Die Frage lautet nur, ob Rosberg die Niederlage verdauen und noch einmal zurückschlagen kann. Wer Hamilton kennt, der weiß, dass er die Schumacher-Rekorde insgeheim noch nicht aus den Augen verloren hat. Dafür muss aber auch im Umfeld alles stabil bleiben.

In unserer Bildergalerie blicken wir noch einmal zurück auf die Höhe- und Tiefpunkte aus der Karriere von Lewis Hamilton.

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