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Lewis Hamilton

Sieg gegen stärkere Gegner

Lewis Hamilton GP Ungarn 2012 Foto: xpb 60 Bilder

Der zweite Saisonsieg von Lewis Hamilton kam zur richtigen Zeit. Der Engländer stand zuletzt massiv unter Druck. Kritik am Privatleben, festgefahrene Vertragsverhandlungen, ein riesiger Rückstand auf WM-Spitzenreiter Alonso. Hamilton war nicht der schnellste. Er machte nur alles richtig.

29.07.2012 Michael Schmidt

Was hatte sich Lewis Hamilton alles anhören müssen. Er sei mit seinem Kopf mehr im Privatleben als im Rennauto. Er denke nur an eine höhere Gage für den nächsten McLaren-Vertrag. Er mache zu viele Fehler auf der Rennstrecke. Der 27-jährige Engländer gab die Antwort mit dem Gasfuß. Der Sieg beim GP Ungarn war auch ein Erfolg intelligenter Fahrweise. Hamilton war nicht der schnellste Fahrer auf der Rennstrecke, aber er war immer dann schnell, wenn er schnell sein musste.

McLaren muss Reifen sparen

Es begann schon mit dem Start. "Mein bester in diesem Jahr." McLaren-Sportdirektor Sam Michael bestätigte: "Zuletzt gab es zwei Mal technische Probleme beim Start."
 
Die meiste Zeit des Rennens hatte Lewis Hamilton einen der schwarzen Lotus im Rückspiegel. Zuerst Romain Grosjean, dann Kimi Räikkönen. Beide Male gab sich der Weltmeister von 2008 keine Blöße. "Bei uns haben die Reifen stärker abgebaut als bei den Lotus. Um die Hinterreifen zu schonen, mussten wir unseren Fahrern schon früh sagen, auf den Tyre-Save-Modus zu schalten. Lewis hat sich souverän gegen die Lotus verteidigt", lobte Michael.

McLaren hatte kurz über eine Dreistopptaktik wie bei Jenson Button nachgedacht, sie aber verworfen. "Lewis wäre in den Verkehr gefallen", winkte Sam Michael ab. Den Zeitpunkt des zweiten Stopps bestimmten Romain Grosjean und Sebastian Vettel. Sie waren in den beiden Runden zuvor zum letzten Reifenwechsel an die Boxen gekommen. "Wir mussten darauf reagieren, obwohl wir den zweiten Stopp lieber noch etwas hinausgezögert hätten, um am Ende nicht so viele Runde mit einem Satz fahren zu müssen", erklärte Hamilton.

Hungaroring verhilft Hamilton zum Sieg

Kritisch waren nur die ersten fünf Runden, die Kimi Räikkönen im Heck des McLaren schnüffelte. "Dann begannen auch bei Kimi die Gummis abzubauen, weil du hinter einem anderen Fahrzeug Abtrieb verlierst. Und das geht auf die Reifen", rapportierte Michael.

Hamilton bestätigte: "Ich wollte, dass Kimi in einigen Kurven dicht aufschließt, damit er sich die Reifen kaputtfährt. In den letzten drei Kurven war ich immer am Limit, so dass er auf der Zielgeraden nicht nah genug aufschließen konnte."

Das Streckenlayout half Hamilton, jeden Angriff seines finnischen Verfolgers abzuwehren. "Auf einer anderen Strecke hätte ich vielleicht nicht gewonnen", gab Hamilton zu. Die DRS-Zone auf der Zielgeraden ist mit 660 Metern zu kurz, um ohne Risiko einen Angriff zu wagen. "Überholen war unmöglich", schüttelte Räikkönen den Kopf. "Wenn das Rennen noch zehn Runden länger gegangen wäre, und Lewis richtig Probleme mit seinen Hinterreifen bekommen hätte, dann wäre vielleicht etwas drin gewesen."

Hamilton will WM noch nicht abschreiben

McLaren konnte sich auf dem Weg zu Platz eins und sechs sogar zwei nicht ganz optimale Boxenstopps leisten. Bei Hamilton betrugen die Standzeiten 3,9 und 2,7 Sekunden, bei Button 3,9, 2,9 und 2,5 Sekunden. In Hamiltons Fall war der Okay-Knopf eines Schlagschraubers defekt. Die Meldung an die Ampelanlage, dass der Reifen auf der Nabe festgezurrt ist, erfolgte eine Sekunde zu spät.

Lewis Hamilton erwiderte Kritikern, die ihm ein zu ablenkungsreiches Privatleben vorwerfen: "Ich bin in diesem Jahr 100 Prozent auf den Sport fokussiert, egal was die Leute sagen. Natürlich will ich etwas vom Leben haben, weil ich noch in den späten Zwanzigern bin und ich gehört habe, dass es ab 30 abwärts geht. Aber ich glaube, ich habe da eine gute Balance gefunden."

Nach elf Rennen beträgt Hamiltons Rückstand auf Spitzenreiter Alonso 47 Punkte. "Leider habe ich nicht genug Punkte auf ihn gut gemacht, aber wenn wir so weitermachen und unser Auto weiterverbessern, ist der WM-Titel immer noch drin."

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