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Licht und Schatten für Force India

Hülkenberg von Metallteil gebremst

Nico Hülkenberg - GP Italien 2014 Foto: xpb 39 Bilder

Force India kam mit einem blauen Auge davon. Man reiste mit einem Punkt mehr aus Monza ab als die schnelleren McLaren. Für Sergio Perez ging die Risiko-Strategie perfekt auf. Nico Hülkenbergs Rennen war schon in der ersten Runde beendet. Ein Fremdkörper störte das Fahrverhalten seines Autos.

09.09.2014 Michael Schmidt

Force India wollte den GP Italien nur ohne großen Schaden überleben. Alle im Team warten auf das zwei Aero-Facelift, das in Singapur debütieren soll. Die Zahlen sprechen von einer halben Sekunde Zeitgewinn. Der direkte Gegner McLaren war in Monza schneller. Und fuhr trotzdem mit einem Punkt weniger nach Hause. Kevin Magnussen schenkte Force India wie schon in Spa mit seiner Strafe wichtige Punkte.

Perez schneller als Vettel

Während die McLaren aus der dritten Startreihe ins Rennen gingen, standen Sergio Perez und Nico Hülkenberg nur auf den Plätzen 10 und 13. Die Möglichkeiten, über die Strategie Positionen gutmachen, waren begrenzt. Bei einem Einstopp-Rennen in Monza gibt es nur eine Chance. So früh wie möglich zum Stopp. Mit dem Risiko, dass zum Schluss die Reifen einbrechen. Doch gerade da liegt die Stärke von Force India. Und die von Perez.

Der Mexikaner kam nur eine Runde nach Sebastian Vettel zum Reifenservice, brachte seine Reifen aber ohne große Schwierigkeiten über die Distanz. Perez war in seiner besten Rennrunde sogar um Bruchteile schneller als Vettel. "Es war das perfekte Timing für uns", jubelte Teammanager Andy Stevenson.

Drei Runden lang fuhr Perez mit reduzierter Power

Der Weg zu Platz 7 war dennoch steinig. Perez machte durch den frühen Boxenhalt zwar zwei Positionen gut, doch er stand das ganze Rennen unter Beschuss von Jenson Button. Zwei Mal hatte der McLaren-Pilot die Nase schon vorn. Perez konterte. "Checo war auf der Bremse stärker. Unser Auto wurde in den Bremszonen vorne zu unruhig", entschuldigte sich Button.

Zwei Mal musste Perez noch zittern. Für drei Runden fuhr er mit reduzierter Power. Stevenson verrät, was passiert war: "Wir bekamen plötzlich Probleme mit dem Durchflussmengen-Sensor und mussten die Einspritzmenge zurückfahren. Die Rennleitung hatte es abgelehnt, dass wir auf unsere eigene Messung umschwenken." Ein Neustart löste das Problem. "Zum Glück hat der Sensor dann wieder funktioniert."

Danach stand der Force India-Kommandostand einige Zeit lang in Kontakt mit FIA-Rennleiter Charlie Whiting. Der wollte, dass Perez seine Position an Button abgibt, weil er den McLaren angeblich von der Strecke gedrängt hatte. "Es war genau anders herum", ärgerte sich Stevenson.

Die Rennleitung nahm ihre Bitte wieder zurück, als Button in einer späteren Szene seinem Gegner nicht genügend Platz ließ. Perez fuhr mit Übersicht. Als er zu Magnussen aufschloss, ließ er den Dänen in Ruhe. "Ich wusste, dass er eine Fünfsekunden-Strafe bekommen würde. Deshalb habe ich mich voll auf Jenson konzentriert."

Trümmerteile bremsen Hülkenberg aus

Nico Hülkenberg reiste ohne Punkte aus Monza ab. Dabei hatte alles so gut begonnen. Trotz der harten Reifen gelang Hülkenberg ein Blitzstart. Nach einer Runde tauchte er bereits auf Platz 9 auf. Doch dann fand er mit den harten Sohlen keine Grip und wurde nach hinten durchgereicht.

Der Deutsche beschwerte sich am Funk: "Mein Auto ist unfahrbar. Ich habe im Heck null Grip." Nach dem Boxenstopp war Hülkenberg ziemlich einsam unterwegs. "Ich musste mich durch die Luft kämpfen. Mir fehlte DRS und der Windschatten. Ein kleines Wunder, dass ich nur zehn Sekunden auf die Gruppe mit Checo verloren habe."

Im Ziel entdeckten die Ingenieure, warum Hülkenberg so viel Zeit auf die Konkurrenz verlor. "Nico ist über irgendein Trümmerteil gefahren", erzählte Stevenson. "In einem Seitenkasten war ein großes Loch. Hinten hing der Unterboden halb herunter. Das hat die Aerodynamik gestört."

Hülkenberg präzisiert: "Das Loch im Seitenkasten war schon nicht gut, aber das größere Übel war ein 10 Millimeter dickes Metallstück, dass sich ganz hinten an der Holzplatte zwischen diese und den Unterboden geklemmt hat. Von der ersten Runde an war das Auto super instabil auf der Hinterachse, weil das Ding im Unterboden permanent für Strömungsabriss sorgte."

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