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Lichtmaschinenmisere bei Vettel

Red Bull besorgt, Renault ist ratlos

Motor Racing - Formula One World Championship - Italian Grand Prix - Race Day - Monza, Italy Foto: xpb.cc 27 Bilder

Sebastian Vettels Mission, den dritten Titel nach 2010 und 2011 zu gewinnen, könnte an einer Lichtmaschine scheitern. Der Alternator war nun schon zum zweiten Mal Grund für einen Ausfall. Renault steht vor einem Rätsel. Es gibt nur einen Hoffnungsschimmer, und der heißt Jérôme d‘Ambrosio.

09.09.2012 Michael Schmidt

Renault-Ingenieur Remi Taffin war ratlos. Sebastian Vettel fiel in Monza zum zweiten Mal mit defekter Lichtmaschine aus. In Valencia kostete ihn der Alternator den Sieg, in Monza einen fünften, vielleicht sogar vierten Platz. In der Box wusste man schon 15 Minuten früher Bescheid: "Wir sahen, wie die Temperaturen gestiegen sind und haben gebetet, dass wir noch über die Runden kommen."

Gleicher Schaden wie im Training

Alles Beten war umsonst. Vettel strandete sechs Runden oder 35 Kilometer vor dem Ziel. Er kannte das Spiel. Schon im dritten Training war er mit einem Schaden an der Lichtmaschine ausgerollt. Offenbar der gleiche Schaden. Festzustellen ist das nicht, denn im Inneren des Stromerzeigers ist nach einem Defekt alles verschmort.

Nach den Schäden von Sebastian Vettel und Romain Grosjean in Valencia hat Renault alles Menschenmögliche getan, um einen weiteren Schaden zu verhindern. Eine neue Charge älteren Datums, andere Motorkennfelder, 30 Prozent mehr Kapazität, um nicht immer am Limit zu operieren. Und nun ist es doch wieder passiert. "Es waren zwei brandneue Teile, hatten kaum 500 Kilometer drauf", schüttelte Taffin den Kopf.

Warum immer Vettel?

Auf alle anderen Fragen wusste er keine Antwort. Warum immer Vettel? Warum nie Williams? Warum gerade Monza? "Es legt weder an Red Bull, noch an Vettel, noch an den Umständen, noch an der Fahrweise", erklärte Taffin. Seine Schlussfolgerung: "Es muss an dem Teil selbst liegen."

Renault wird deshalb nächste Woche noch einmal die Innereien der Lichtmaschine bis ins letzte Detail inspizieren. "Eigentlich ist es ja kein besonders kompliziertes Teil", meint Taffin. "Vergleichbares gibt es millionenfach in jedem Straßenauto. Das dumme ist, dass die Ursache des Schadens sehr schwer festzustellen ist. Wir haben seit 2011 praktisch nichts geändert. Deshalb müssen wir mit unserem Lieferanten noch einmal ins Gebet gehen, um herauszufinden, was es sein könnte." Der Lieferant ist Magneti Marelli.

Horner fordert Lösung des Problems

Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es noch. Nach der Qualifikation entdeckten die Renault-Ingenieure an der Lichtmaschine des Lotus von Jérôme d‘Ambrosio Zeichen von Überhitzung. Dieser Alternator konnte vor der totalen Zerstörung gerettet werden. "Wir hoffen, dass uns das Schadensbild Rückschlüsse auf die Ursachen gibt." Red Bull hofft mit. Teamchef Christian Horner forderte: "Wir müssen dieses Problem lösen. Es hat uns jetzt schon zwei Mal wichtige Punkte gekostet."
 

 

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