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Lob für Rennleiter Charlie Whiting

Kein Chaos trotz Regen und Dunkelheit

GP Korea 2010 Foto: xpb 29 Bilder

Charlie Whiting hat alles richtig gemacht. Die Fahrer lobten nach dem GP Korea mehrheitlich die Rennleitung. Dabei hätte es hätte ein Tag mit vielen Unfällen werden können. Ein Tag, an dem man leichter eine falsche als eine richtige Entscheidung treffen konnte.

26.10.2010 Michael Schmidt

Dass moderne Formel 1-Autos im Regen problematisch sind, daran müssen wir uns gewöhnen. Sie liegen zu tief über dem Boden, als dass man bei höherem Wasserstand fahren könnte. Und sie produzieren so viel Gischt, dass der Hintermann nichts sieht.

Obwohl es beim GP Korea nie richtig stark regnete, ging das Feld hinter dem Safety-Car ins Rennen. Kurz danach wurden die Piloten für 49 Minuten zum Stillstand verdammt, um dann erneut im Schlepptau des Schrittmacherfahrzeugs Kolonne zu fahren. Erst in Runde 18 wurde das Rennen freigegeben. Es folgten zwei weitere Neutralisationen wegen Unfällen, was Safety-Car-Fahrer Bernd Mayländer insgesamt 24 Führungsrunden einbrachte.

Eine Teilschuld trägt der neue Asphalt. Er trug noch seine Bitumenschicht, die kaum Wasser durchließ. Deshalb blieben lange kleine Pfützen auf dem versiegelten Belag stehen. Damit musste man nach der kurzfristigen Asphaltierung aber rechnen. Es hätte noch schlimmer kommen könnte, hätte der Veranstalter in der Nacht vor dem Grand Prix nicht die Drainagelöcher gespült, die mit Bauschlamm zugestopft waren.

Schwere Entscheidungen für Charlie Whiting

Der feine Nieselregen hat viele Entscheidungen in der Rennleitung erschwert. Nick Heidfeld sprach Rennleiter Charlie Whiting ein Lob aus. "Es war unheimlich schwierig für ihn, immer die richtigen Entscheidungen auszusprechen, aber er hat sie alle gut hinbekommen. Aus seiner Sicht war die Situation schwer abzuschätzen. Es war definitiv richtig hinter dem Safety-Car zu starten."

Der Sauber-Pilot zeigt Verständnis für den schwierigen Job von Charlie Whiting: "Hätte ich im Cockpit entscheiden müssen, hätte ich das Rennen vielleicht ein oder zwei Runden später freigegeben. Aber aus der Zuschauerperspektive fragt man sich natürlich, warum da immer noch das Safety-Car herumfährt, während man am Fernseher oder auf der Tribüne schon alles klar sieht. Aber im Auto war auf der langen Geraden in den ersten Runden die Sicht gleich null. Wenn sich da einer querstellt, gibt es einen bösen Unfall."

Webber schiebt Schuld am Crash nicht auf die Rennleitung

Timo Glock meinte hingengen, dass man das Rennen ruhig zwei, drei Runden früher hätte aufnehmen können. "Am Anfang wäre es von den Sichtverhältnissen her nicht gegangen, aber nach 15 Runden hinter dem Safety-Car war es ganz okay." Mark Webber, der im Auto noch einen Abbruch verlangt hatte, schob seinen Unfall im Nachhinein nicht auf die Rennleitung. "Die Bedingungen war schwierig, aber tragbar. Bei dem Unfall kann ich nur mich selbst in die Pflicht nehmen."

Lewis Hamilton dagegen bettelte am Funk immer wieder um die Rennfreigabe. "Ich war der Meinung, dass wir früher hätten auf Rennmodus gehen sollen." Sebastian Vettel brach ebenfalls eine Lanze für Rennleiter Whiting: "Ich glaube, die Rennfreigabe gab es in etwa zur richtigen Zeit. Man hat auch im Cockpit gesehen, dass es rundherum aufgerissen hat."

Leichte Kritik an spätem Rennende

Viel schwieriger laut Vettel war es zum Schluss mit der Dunkelheit. Höchstens 1976 in Fuji ist ein Formel 1-Rennen bei derartig schlechten Lichtverhältnissen beendet worden. "Ich hatte noch keine gravierenden Schwierigkeiten und konnte immer dort bremsen, wo ich wollte. Es wurde aber teilweise schon sehr schwer, gerade in der ersten Kurve, den Bremspunkt zu sehen. Ich hatte ein leicht getöntes Visier drauf, was die Sache nicht einfacher machte."

Fernando Alonso, der im Gegensatz zu Vettel bis zum Ende fuhr, merkte an: "Zum Schluss war es schwer, die nassen Flecken auf der Fahrbahn zu sehen. Da unsere Intermediates fast Slicks waren, hätte das leicht ins Auge gehen können." Teamkollege Felipe Massa berichtete: "Wir haben auf unserem Lenkrad eine ganz helle Lampe. Die hat dich in der Dunkelheit richtig gestört." Nico Hülkenberg war froh, dass Charlie Whiting den Grand Prix nicht vor der Distanz von 55 runden abbrach. Der Williams-Pilot überholte in der letzten Runde noch Jaime Alguersuari. Das brachte ihm den letzten WM-Punkt.

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