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Formel 1-Logistik

Ein Alptraum für die kleinen Teams

Williams FW33 Barrichello Formel 1 Test Barcelona 2011 Foto: Williams 66 Bilder

Die Absage des Saisonauftakts hat den Termindruck nicht entspannt. Im Gegenteil: Wer nicht unter den ersten vier Teams der Konstrukteurswertung ist, für den beginnt mit dem Testende in Barcelona eine mörderische Rallye gegen die Uhr. Die Top-Teams dagegen können sich Zeit lassen.

09.03.2011 Michael Schmidt

Eigentlich sollte die Absage des Grand Prix von Bahrain den Zeitplan für die Teams entspannt haben. Mitnichten. "Die zusätzliche Woche war im Nu aufgefressen", schüttelt Williams-Teammanager Dickie Stanford den Kopf. "Jetzt ist es schon wieder genauso knapp, als hätte der Grand Prix in Bahrain stattgefunden."

Champions League verteuert Testwoche

Williams hat den Test in Barcelona um einen Tag nach hinten verschoben, um etwas mehr Luft für die Produktion des letzten Technikpakets vor Melbourne zu gewinnen. Geplant sind ein neuer Unterboden, ein neu platzierter Auspuff, ein neuer Heckflügel und modifizierte Bremsbelüftungen. Die Teile treffen portionsweise in Kleintransportern in Barcelona ein. Das spart Geld und macht flexibel.

Die Testwoche ist für die englischen Teams teuer genug. "Wegen des Champions League-Spiels Arsenal gegen Barcelona am Dienstag haben die Fluggesellschaften die Preise angehoben. Wir hatten noch Glück, weil wir früh gebucht haben, müssen aber trotzdem den dreifachen Preis bezahlen", erzählt Stanford.

Die neuen Teile für den Williams FW33 treffen Dienstagnacht und im Laufe des Mittwochs in Spanien ein. Den ersten Testtag wird Williams deshalb noch mit dem Auto fahren, das wir von den ersten drei Testfahrten kennen. Dafür erwartet die Mechaniker in der Williams-Garage von Mittwoch auf Donnerstag eine lange Nacht. Dann müssen die neuen Teile ans Auto, was beim Williams wegen seines kompakten Getriebes und des im Boden verlegten Auspuffs ein Alptraum sein kann.

Neues Technik-Paket am Donnerstag

Stanford rüstet sich für Notreparaturen. "Mit der neuen Auspufflösung ist es gut möglich, dass der Unterboden weichgekocht wird. Wir haben uns zwar in der Fabrik extrem sorgfältig auf das vorbereitet, aber man weiß ja nie."

Der Rennstall aus Grove hat kurz vor Testbeginn noch schnell den Testplan modifiziert. Pastor Maldonado fängt an und wird auch am letzten Tag im Auto sitzen. Da könnte er Pech haben. Für Mittwoch ist Regen angesagt. Für Samstag noch mehr Regen. Die Ingenieure haben wenig Mitleid. Rubens Barrichello sitzt an den beiden trockenen Tagen im Auto, und auf seine Aussagen sind die Techniker angewiesen. Der Brasilianer wird das neue Technikpaket am Donnerstag einweihen.

Mit dem Ende des Barcelona-Tests beginnt die Rallye für die Williams-Mechaniker erst richtig. Sie müssen so schnell wie möglich zusammenpacken und das Material nach England fahren. Am Dienstagfrüh geht die Fracht von London nach Melbourne. Die Absage von Bahrain brachte Bernie Ecclestones Frachtlogistik komplett durcheinander. Die Maschinen, die am Montag in Bahrain die Autos hätten aufnehmen sollen, um sie nach Australien zu bringen, fliegen stattdessen nach London, um dort einen Teil des Feldes an Bord zu nehmen.

Privilegien für die Top-Teams

Die armen Hunde sind wieder mal die kleinen Teams. Sie müssen jetzt bis Dienstag alles verpackt haben. Die vier Top-Teams dürfen sich bis Donnerstag Zeit lassen. Dann geht die zweite Fuhre ans andere Ende der Welt.

Dickie Stanford lebt mit diesem Problem seit über 20 Jahren in der Formel 1: "An diesem Beispiel sieht man wieder einmal, wie wichtig es ist, dass du unter die ersten Vier im Konstrukteurspokal kommst. Wer vorne ist, genießt Privilegien."

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