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Lotus-Besitzer Lopez über Räikkönen

"Das haben wir nicht verdient"

Kimi Räikkönen - Lotus - Formel 1 - GP Singapur - 21. September 2013 Foto: xpb 20 Bilder

Kimi Räikkönen gab als Grund für seinen Wechsel von Lotus zu Ferrari ausstehende Gehaltszahlungen an. Lotus-Teambesitzer Gerard Lopez ist vom Verhalten seines Fahrers enttäuscht. Räikkönen habe 2012 sein Geld bekommen, und er werde es auch dieses Jahr erhalten.

21.09.2013 Michael Schmidt

Gerard Lopez hat es die Laune verhagelt. Der Lotus-Teamchef will nicht länger den Sündenbock spielen und dafür noch eigenes Geld in die Formel 1 stecken müssen. "Irgendwann habe ich die Schnauze voll. Wir versuchen einen guten Job zu machen und müssen uns dann Dinge vorwerfen lassen, die nicht stimmen." Zum Beispiel, dass der Rennstall weit über 100 Millionen Euro Schulden hat und kurz vor der Pleite stehe.

"Die meisten Schulden habe ich bei mir selbst. Wenn ich auf einem Niveau von 120 Millionen Euro fahren wollte, dann kämen wir gut über die Runden. Wollte ich wie Red Bull über 200 Millionen ausgeben, müssten wir richtig zuschießen. Wir liegen irgendwo mittendrin."

Falsch seien zum Beispiel auch die Gerüchte, dass die Lotus-Ingenieure scharenweise zur Konkurrenz überlaufen. "Fünf sind gegangen, dafür ist aber auch Nicolas Hennel von Ferrari gekommen und ein paar weitere sind im Anmarsch."

Räikkönens Retourkutsche ärgert Teambesitzer

Am meisten ärgert Lopez der Vorwurf von Kimi Räikkönen, dass er Lotus nur Richtung Ferrari verlassen habe, weil man ihm wieder das Gehalt schuldig geblieben sei. Tatsächlich hat er einen Teil seines Basisgehalts bekommen. Den Rest und die beträchtlichen Punkteprämien sollte er wie im letzten Jahr nach der Saison erhalten.

Lopez kann das Nachkarten seines Fahrers nicht verstehen. Immerhin sei Lotus das einzige Team gewesen, dass Räikkönen eine Comeback-Chance gab und ihm auch noch ein Siegerauto zur Verfügung stellte. "Kimi ist als Pilot und als Mensch 1A. Wir haben ihm ein gutes Auto hingestellt und ihm ein angenehmes Umfeld geboten. Dass er uns jetzt schlecht macht, haben weder wir noch er verdient. Kimi hat sein Geld immer bekommen, und er wird es auch diesmal bekommen. Das weiß er auch."

Welche Rolle spielt Geld für Kimi?

Unter diesem Gesichtspunkt findet es Lopez lächerlich, wenn der Finne plötzlich behauptet, er fahre nicht des Geldes wegen. Warum dann dieses Theater? Räikkönen hat 2012 inklusive der Punkteprämien 17 Millionen Pfund (21 Millionen Euro) verdient. Im Dezember war die gesamte Summe auf dem Konto.

Es gibt einen Grund, für die Zahlungsverzögerung. Das Budget des Rennstalls reicht in der Regel bis August. Da sich Lotus aber zum Ziel gesetzt hat, gegen Red Bull, Mercedes und Ferrari zu fahren, muss Hauptaktionär Genii die Differenz aus eigener Tasche vorschießen. Man hält die offenen Rechnungen so lange wie möglich zurück, weil Bernie Ecclestones letzte Rate im Dezember kommt. Und weil immer die Hoffnung besteht, dass sich im letzten Saisondrittel noch ein Sponsor findet.

Räikkönen lehnte Prämienkürzung ab

Bei Räikkönen hatte sich Lotus 2012 mit der Punkteprämie verrecht. "Wir wussten dass Kimi gut ist, und auch dass wir ein gutes Auto haben würden. Doch dann war Kimi plötzlich sehr gut, und wir hatten ein sehr gutes Auto", blickt Lopez zurück. So stieg der Punktebonus unerwarteterweise in astronomische Höhen. Der Weltmeister von 2007 wurde deshalb gebeten, für 2013 eine Prämiendeckelung zu akzeptieren, so dass die gesparten Millionen stattdessen dem Auto zugute kommen sollten. Das lehnte Räikkönen ab.

Trotzdem gab die Entwicklungsabteilung in Enstone Vollgas. Lopez: "Wir haben als einziges Team ein Auto mit einem längeren Radstand gebaut. Das ist ein halbes neues Auto und hat uns eine siebenstellige Summe gekostet. Damit haben wir Kimi signalisiert, dass wir es ernst meinen."

Doch dann kam der Flirt mit Red Bull und mit Ferrari. Und dann war die Nummer mit dem Gehalt offenbar eine willkommene Gelegenheit, Lotus abzuschießen. Das Nachkarten hätte sich Räikkönen sparen können, findet man bei Lotus. Räikkönen hatte offenbar ein schlechtes Gewissen. Bis zum Samstag von Singapur kommunizierte der Fahrer nur per SMS mit seinem Chef.

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